Spanien, Marokko und die Inseln des Frühlings reloaded (2)



06.11.2009 – Arrecife / Lanzarote

Gegen 8 Uhr erreichten wir den Hafen von Arrecife auf der spanischen Insel Lanzarote. Hier hatten wir den Ausflug „Abenteuer Unterseeboot“ gebucht – zwar nicht ganz billig, aber an diesem besonderen Tag war mir nichts zu teuer. Treffpunkt für den Ausflug (ohne Führer) war um 8.45 Uhr, daher blieb in der Früh nicht viel Zeit, ich eilte nur schnell ins Buffetrestaurant, um uns Proviant einzupacken (immer wieder erstaunlich wie dumm manche Leute schauen können^^).
Auf Lanzarote waren wir bisher noch nicht gewesen und ich muss gestehen, dass mich v.a. die Landschaft sehr beeindruckte. Es war nicht zu übersehen, dass die Insel vulkanischen Ursprungs ist.




Mit dem Bus wurden wir nach Puerto Calero gebracht, wo wir uns zunächst ein Video mit Sicherheitsbelehrungen ansahen bevor wir uns dann an Bord des Unterseeboots begaben. Bereits bei der Beschreibung des Ausflugs hatten wir gelesen, dass dieser nicht für Personen mit motorischen Schwierigkeiten geeignet sei (hatten wir natürlich ignoriert^^) und nun wussten wir auch warum. Es war eine ganz schön wackelige Angelegenheit bis wir endlich auf unseren Plätzen im Inneren des Bootes saßen. Jeder hatte ein großes Panorama-Fenster vor sich und es gab Displays, auf denen man u.a. die aktuelle Tiefe und die Wassertemperatur ablesen konnte. Wir tauchten dann bis auf fast 30m Tiefe ab. Wahnsinn! So viele kleine und große Fische waren in kristallklaren Wasser zu sehen, zudem auch ein paar alte Schiffswracks. Als Höhepunkt „führte“ ein Taucher einen Rochen um das U-Boot herum.



Nach der Fahrt hatten wir noch ein bisschen Freizeit in Puerto Calero, den man für einen kleinen Spaziergang durch den Hafen oder für einen Einkaufsbummel nutzen konnte. Wir deckten uns in einem Souvenirladen mit Postkarten ein und bewunderten die vielen Yachten, die im Hafen lagen (u.a. lag dort der ultimative Plan B^^).



Mit dem Bus fuhren wir dann wieder zurück zur Costa Luminosa und ich konnte mich gar nicht an der faszinierenden Landschaft Lanzarotes satt sehen.
Wieder an Bord war es Zeit für die Mittagsfütterung und Gerald legte sich im Anschluss ins Bett während ich es mir auf dem Balkon gemütlich machte. Es war zwar etwas windig an diesem Tag, aber die Temperaturen kletterten auf bis zu 26°C – was will man mehr?!
Vor dem Abendessen gönnten wir uns einen CostaClub Spezial mit Wodka, Pfirsichlikör, Orangen- und Preiselbeersaft an der Mittelbar (feines Zeug!) und verfolgten das Ablegen gegen 17.30 Uhr. Während die Luminosa an Fuerteventura vorbei fuhr stopften wir uns beim Abendessen mal wieder die Mägen mit allerhand Köstlichkeiten voll. Das Leben kann manchmal so schön sein!
Nach dem Essen folgte das nächste Highlight des Tages – um 21 Uhr spielten „Boney M.“ im Theater. Bei den alten Hits wie „Daddy Cool“, „Rivers of Babylon“ oder „Rasputin“ amüsierten wir uns prächtig. Als wir zu Beginn unserer Reise gehört hatten, dass „Boney M.“ an Bord kommen sollten konnte ich das gar nicht so richtig glauben, aber es stimmte tatsächlich. Costa hatte sich für diese spezielle Fahrt wirklich so einiges einfallen lassen.
Nach dem Konzert gingen wir wieder in die Mittelbar, wo Alex so nett war und „Still got the blues“ für mich spielte (nun weiß ich ja wie das Lied heißt^^), und später zog es uns noch in die Disco, wo wir den Abend ausklingen ließen.

07.11.2009 – Santa Cruz de Teneriffe / Teneriffa

Gegen 8 Uhr legte die Costa Luminosa im Hafen von Santa Cruz de Teneriffe an. Für uns stand erst einmal lange ausschlafen auf dem Programm, da die letzte Nacht doch etwas länger geworden war. Wir hatten auf Teneriffa keinen Ausflug gebucht und so bestand auch keine Notwendigkeit, das Bett unnötig früh zu verlassen.



Nach einem kleinen Frühstück gingen wir am Vormittag von Bord, um mit dem kostenlosen Shuttlebus – vorbei an der AIDAluna, die neben uns im Hafen lag - ins Stadtzentrum von Santa Cruz zu fahren. Gemütlich schlenderten wir durch die Stadt, machten Fotos und Blödsinn, bummelten durch Geschäfte (der freundliche Herr konnte uns allerdings nicht davon überzeugen, ein äußerst nerviges Spielzeugauto zu kaufen^^) und erstanden die obligatorischen Postkarten. Es war ziemlich warm, allerdings regnete es zwischendurch immer wieder mal leicht. Das war aber alles andere als störend, ganz im Gegenteil, ich empfand diese kurzen Erfrischungen als sehr angenehm (immerhin lagen die Temperaturen bei bis zu 25°C). An einem Kiosk organisierten wir uns etwas zu trinken und setzen uns an einen riesigen Brunnen, um dort das Treiben um uns herum zu beobachten (u.a. war da eine Gruppe Schülerinnen, die uns mit Tanz und Gesang erheiterte).



Schließlich fuhren wir mit dem Shuttlebus wieder zurück zu unserem Schiff und begaben uns auf Deck 9, um unseren üblichen Beschäftigungen nachzugehen – essen und entspannen! (Himmel, wie faul und verfressen kann ein Mensch eigentlich sein?^^) Durch den immer wieder einsetzenden leichten Regen kamen wir auch in den Genuss eines wirklich tollen Regenborgens über dem Hafen. Leider verscheuchte mich später der Regen von meiner Liege am Lido Delphinus. Ich fand die leichte Abkühlung zwar immer noch recht angenehm, aber ich mag es dann doch nicht so besonders, wenn mein Buch nass wird. Also zog ich mich auf unsere Kabine zurück, wo eine Flasche Sekt bereits auf uns wartete (Danke CostaClub!). Während Gerald sein Nachmittagsschläfchen hielt machte ich es mir mit einem Glas Nuttenbrause und meinem mp3-Player auf dem Balkon gemütlich (und bekam einen Popgasm nach dem anderen^^). Wer mich kennt weiß, dass ich Sekt nicht vertrage und natürlich blieb es auch nicht bei einem Glas. Hähä! Und so kam es, dass ich nach dem Duschen gegen 17 Uhr nur mit einem Handtuch „bekleidet“, mit meinem Sektglas in der Hand und Kopfhörern im Ohr das Ablegen der Luminosa von unserem Balkon aus beobachtete und dabei freundlich den Leuten im Hafen bzw. auf dem Kriegsschiff, an dem wir vorbei fuhren, zu winkte! Muhahaha! („The wind is cam, the ocean sleeps, we must leave now. The sky is dark, others are gone, we must leave now…”)
Bester Laune zog ich dann mein Dirndl an und wir machten uns auf den Weg zum “Gala Kapitänsabendessen”. Das Menü an diesem Abend wurde übrigens von Ettore Bocchia kreiert, dem Küchenchef des Grand Hotels Villa Serbelloni in Bellagio am Comer See. Als Vorspeise gab es bei mir tropischen Fruchtsalat mit Hummer, grüner Apfelcreme, Honig und Balsamico. Danach folgten weiße und schwarze Fisch-Ravioli an Krustentiercremesauce und als Hauptgang Auberginenauflauf mit Tomaten und Parmesankäse. Etwas verwundert stellte ich beim Abendessen fest, dass wir uns wieder dem Land näherten, wobei ich zunächst nicht so ganz sicher war, ob ich meine Beobachtung nicht dem Sekt in meinem Kopf zu verdanken hatte. Es stellte sich aber heraus, dass wir tatsächlich wieder zurück nach Santa Cruz fuhren. Der Grund dafür war ein medizinischer Notfall an Bord wie uns der Maitre (ein sehr netter Mann übrigens) erklärte.
Nach dem Essen zog sich Gerald bald auf unsere Kabine zurück, während ich noch durch die Bars zog. Nicht einmal der immer heftiger werdende Seegang konnte mich davon abhalten (Es mussten sogar die Stabilisatoren ausgefahren werden und in den öffentlichen Bereichen wurden Kotztüten verteilt^^). Mir war das natürlich egal, eher im Gegenteil, es war sogar ziemlich amüsant, die anderen Passagiere zu beobachten. Mein Weg führte mich zunächst in die Pianobar Antares, wo das Duo Metropole Songs von ABBA spielte (schöööön) und ich die Bekanntschaft von einer Runde netter Münchnerinnen machte. (Danke auch an den Barkeeper für den Cocktail!!). Nach einem anschließenden Stop in der Mittelbar zog es mich zum Schluss noch in die Bar Libra, wo Francesco für mich „My Way“ sang (eines meiner absoluten Lieblingslieder!!). Der große Gala-Offiziersball um 23 Uhr im Theater ging natürlich an mir vorbei – aber egal, ist ja nicht so wichtig!

08.11.2009 – Funchal / Madeira

Gegen 8.30 Uhr erreichten wir am Morgen den Hafen von Funchal. Was Wetter war einfach traumhaft und wir gingen bald nach dem Frühstück von Bord. Im vergangenen Jahr waren wir hier aufgrund Geralds schlechter Verfassung nicht weit gekommen, aber an diesem Tag lief alles wunderbar und am Ende war ich richtig stolz auf meinen Gatten. Zunächst verließen wir das Hafengelände (mit uns im Hafen lagen noch die MSC Musica und ein Nachbau der Santa Maria, später kam noch die AIDAluna hinzu) und gingen Richtung Stadtzentrum. Nach einem kleinen Anstieg erreichten wir einen den Santa Catarina Park, wo wir eine kleine Pause einlegten. Während ich mit meiner Mutter telefonierte, die mir vom dichten Nebel in der Heimat erzählte, genoss ich die Wärme und die vielen Farben um mich herum. Alleine schon das Grün des Rasens war unbeschreiblich, dazu dann noch die bunten Pflanzen – Wahnsinn! Gemütlich spazierten wir dann weiter durch den Park, genossen den grandiosen Ausblick auf den Hafen und entdeckten u.a. die Capela da Santa Catarin und eine Statue von Christoph Columbus.




Mich zog es dann natürlich an den Strand, den ich bereits im Vorjahr sehnsüchtig aus der Ferne beäugt hatte. Herrlich! Der dunkle Sand, das Wasser, die Wellen... Da gab es für mich kein Halten mehr – raus aus den Schuhen, Kopfhörer in die Ohren und ein paar Schritte rein ins warme Meer! (Welcome to my life...) Da ich die Wellen teilweise etwas unterschätzte war meine Hose nach kürzester Zeit klatschnass. Aber wen interessierte das in diesem Moment schon?! Die Schmerzen des vergangenen halben Jahres, die Angst, das ganze Elend, all das war aus meinem Kopf verschwunden und ich war einfach nur glücklich! (*happiness*)



Barfuß und nass wie wir waren machten wir uns nach einiger Zeit wieder auf den Weg zurück zum Schiff und begaben uns ins Buffetrestaurant (wohin auch sonst?^^), wo es zu meiner großen Freude Oktopus gab. Sieht aus wie Unfall, schmeckt aber superlecker! Da ich das traumhafte Wetter (strahlend blauer Himmel und bis zu 23°C, die sich wie mindestens 28°C anfühlten) ausnutzen wollte führte mich mein nächster Weg natürlich zu meinem Lieblingsplatz am Lido Delphinus, wo ich es mir in der Sonne gemütlich machte.



Den Abend begannen wir mit einem Cocktail des Tages (Eugenio „C“ mit Myers Rum, Triple Sec, Zitronen- und Ananassaft und Blue Curacao) in der Mittelbar. Pünktlich zum Abendessen um 18 Uhr verlies die Luminosa den Hafen von Funchal wieder und nahm Kurs auf Malaga. (Nur am Rande erwähnt: auch zum Abendessen wählte ich Oktopus, ich steh einfach auf das Zeug^^)
Auch an diesem Abend hatten wir etwas Seegang, der uns natürlich nicht von unserer obligatorischen Runde durch die Bars abhielt. Diesmal ging es zunächst in die Pianobar Antares, dann in die Bar Virgo (wo Babytiger sich schwer verliebte und von seiner Angebeteten eine kleine Serviettenblume bekam) und schließlich noch auf einen Abstecher in die Bar Lido Dorado am Hauptpool.

09.10.2009 – Seetag

An diesem Tag würden wir im Atlantischen Ozean navigieren und das Tagesprogramm sagte eine bewegte See voraus. Und tatsächlich – das Schiff wackelte ganz schön. Die Temperaturen sollten auf maximal 24°C steigen.



Leider entdeckte ich den Vortrag von Richard Wünsch zu spät im „Today“ und so gingen wir eben auf Deck 9, um zu essen, zu lesen und uns zu bespaßen.
So faul war ich noch auf keiner Kreuzfahrt, ich musste mich sogar dazu zwingen wenigstens ein paar Notizen für diesen Bericht zu machen und meine versprochenen Postkarten zu schreiben.
Als ich mich nach dem Frühstück eigentlich in die Sonne legen wollte musste ich mit Entsetzen feststellen, dass wir auf eine schwarze Wolkenwand zu fuhren. Es war durchaus witzig zu beobachten, wie die Passagiere breitbeinig durch das Schiff schwankten. Das Wetter wurde zwar nach dem Mittagessen (Paella bis zum Abwinken^^) wieder besser, allerdings war das Schaukeln so einschläfernd, dass ich mich am Nachmittag auf unsere Kabine zurückzog, um etwas zu schlafen (außerdem fehlte mir wohl die eine Stunde, die uns in der vergangenen Nacht geklaut worden war).
Vor dem Abendessen wurden dann auch endlich die versprochenen Postkarten bei einem Weizen in der Mittelbar geschrieben. (Wer sich über meine wackelige Schrift gewundert hat, das lag nicht am Weizen sondern am Seegang^^)
Nach dem Essen spazierten wir mal wieder über die oberen Decks und gönnten uns bei einem Weißbier in der Scuderia Costa Bar das U17-Spiel Spanien gegen Uruguay. Später gingen wir noch in die Pianobar Antares und anschließend in die Cigar Lounge Bar. Leider wurde die hier sonst so ruhige und entspannende Atmosphäre durch Olga und ihren Klan gestört, die sich lautstark beim Kartenspiel amüsierten, und wir verschwanden bald wieder. Bei einem 8-Euro-Whiskey brauche ich echt keine lärmenden Russen mit Plastiktassen aus dem Buffetrestaurant, da benehmen sich ja sogar die Italiener besser. Hier sollte Costa ein bisschen besser aufpassen.
Nach einem letzten Cocktail des Tages (Carla „C“ mit Light Rum, Orangen-, Ananas- und Zitronensaft sowie Grenadine) in der Mittelbar gingen wir relativ früh ins Bett, auch um für den nächsten Tag fit zu sein (Würden wir es wohl schaffen von Bord zu kommen?? Im Vorjahr hatte ja bekanntlich die Faulheit gesiegt^^)

10.11.2009 – Malaga / Spanien

Gegen 8 Uhr erreichten wir den Hafen von Malaga und wie bereits im Vorjahr war der Sonnenaufgang einfach wunderschön.



Neben uns im Hafen entdeckten wir noch die Queen Victoria und die Wind Spirit. Auf die Queen Victoria hatte ich mich besonders gefreut, da ich noch nie ein Cunard-Schiff aus der Nähe gesehen hatte. Ist schon ein imposanter Anblick!
Da wir mittags bereits wieder ablegen würden blieb uns nicht viel Zeit und so gingen wir nach einem schnellen Frühstück von Bord. Unser Ziel war der Strand, den ich bereits im vergangenen Jahr ins Auge gefasst hatte (da war ich aber an meiner Liege irgendwie festgewachsen^^). Nach einem kurzen Fußmarsch durch das Hafengelände, das eine einzige Baustelle war, erreichten wir dann auch bald besagten Strand. Schnell hatte ich meine Schuhe ausgezogen und war im Wasser – Schock! Eiskalt! Brrrr! Gut, wir wollen es nicht übertreiben, aber so warm wie in Funchal war das Meer hier definitiv nicht. Was aber einige Leute vom Schwimmen nicht abzuhalten schien. Nach der kleinen Erfrischung sammelten wir noch massig Muscheln (von der Größe her gut als Aschenbecher zu gebrauchen) und setzten uns dann an die Strandpromenade, um das Treiben um uns herum zu beobachten.



Gemütlich schlenderten wir später wieder zurück Richtung Hafenterminal, wo wir noch einige Zeit die Auslagen der Geschäfte durchstöberten (nur der übliche Plunder) und die anderen Passagiere beobachteten. Man konnte ganz genau sehen, wer auf die Luminosa und wer auf die Queen Victoria gehörte!
Wieder an Bord plünderten wir zunächst das Mittagsbüffet, das an diesem Tag unter dem Motto „Meeresspezialitäten“ stand. Das Ablegen gegen 13 Uhr beobachtete ich von Deck 12 aus, danach war es mal wieder Zeit, mich auf meinen Lieblingsplatz am Lido Delphinus zurückzuziehen, wo es sich bei bis zu 23°C in der Sonne gut aushalten ließ.

Als wir später auf unsere Kabine zurückkehrten erreichte uns die schreckliche Nachricht von Robert Enkes Selbstmord. Im ersten Moment konnte ich es kaum glauben – ausgerechnet Robert Enke?!?! Nachdenklich setzte ich mich auf den Balkon in die Sonne und konnte den schönen Ausblick auf das Mittelmeer gar nicht mehr so richtig genießen.

Um 17 Uhr begaben wir uns ins Theater zum Gala-Abschiedscocktail mit dem Kapitän, wobei ich mich gar nicht so richtig darauf konzentrieren konnte, was da auf der Bühne vor sich ging. Neben der üblichen Ansprache wurden wohl auch langjährige CostaClub-Mitglieder geehrt.

Beim anschließenden Gala-Abschiedsessen „mit einem außergewöhnlichen Menü und einer Auswahl von Gerichten aus historischen Menüs der verschiedenen Schiffe“ der Costa Flotte (lt. Today) gab sich der Küchenchef dann noch einmal so richtig Mühe. Ich wählte als Vorspeise einen Garnelen-Cocktail, anschließend Frische Pasta Cavatelli mit Artischockeragout, Pecorino-Käse und schwarzem Pfeffer und als Hauptgang Überbackener Hummer mit geschmolzener Butter (aus der Küche der ersten Klasse der Federico „C“, mit Küchenchef Solferino Saccone und dem Restaurantleiter des Restaurants „Roma“ Vittorio Anselmi). Beim Hummer hatte ich zunächst einige Bedenken, ich wollte mich ja nicht unbedingt beim Zerlegen des Teils blamieren, aber unser netter Berliner Tischgenosse zerstreute meine Bedenken. Fazit: Hummer ist lecker!! An diesem Abend dauerte das „Essen“ an unserem Tisch mal wieder besonders lang und wir konnten uns so gar nicht vom leckeren Tischwein lösen. Oder lag es auch nur einfach an den lustigen Gesprächen mit unseren Tischnachbarn, dass wir meist die letzen waren, die das Restaurant verließen?
Nach dem Essen hatte ich keine Lust mehr auf Gala-Klamotten und zog mich um bevor wir eine kleine Runde durch die Bars drehten. Gerald ging anschließend zurück auf unsere Kabine, während es mich zur Party auf Deck 9 beim Hauptpool zog (mit Buffet Magnifico). Nach einer netten Unterhaltung mit dem Kapitän höchstpersönlich (fragt mich bitte nicht, worüber ich mit dem gequatscht habe^^) ließ ich mich zum krönenden Abschluss noch von einigen Italienern zum Tanzen überreden. Also eigentlich tanze ich ja NIE, außer... wer mich kennt weiß Bescheid!^^ Meine Schuhe landeten sicherheitshalber in einer Ecke, ich wollte mir ja nicht die Beine brechen. Und lustig war es auf alle Fälle! (Ich bin wieder da!!!)

11.11.2009 – Seetag

An unserem letzten Seetag stand zunächst einmal lange ausschlafen auf meinem Programm. Nachdem ich mich dann endlich dazu aufraffen konnte, mein gemütliches Bett zu verlassen, begaben wir uns auf Deck 9, um zunächst das Frühstücks- und anschließend das Mittagsbuffet (italienische Spezialitäten) zu plündern und das Treiben am Hauptpool zu beobachten. Die Informationsveranstaltung zur Ausschiffung in Savona schenkte ich mir. Dieses Prozedere ist mir mittlerweile ja bekannt. Später legte ich mich dann bei bis zu 20°C ein letztes Mal auf meinem Lieblingsplatz in die Sonne. Leider hatte ich dabei immer im Hinterkopf, dass dieser traumhafte Urlaub schon in wenigen Stunden vorbei sein würde, was meine Stimmung nicht gerade hob.
Leider war es später am Nachmittag dann auch schon an der Zeit, die Koffer zu packen (Wie viele Kotztüten hatte ich da eigentlich die vergangenen Tage gesammelt??^^). Anschließend setzten wir uns in die Mittelbar, um dort bei einem Weizen die Fragebögen zur Kreuzfahrt auszufüllen. Nachdem das erledigt war hatte ich eine kleine, fiese Idee. Ich wartete bis an der Rezeption kein Passagier mehr stand und ging dann zu einem der Mitarbeiter dort, um ihm mit grimmigem Blick zu eröffnen, dass ich ein „very big problem“ hätte. Der Mitarbeiter zückte auch gleich Stift und Papier. Als ich ihm dann mitteilte, dass mein Problem darin bestand, dass ich keine Lust hätte, in Savona das Schiff zu verlassen, weil es mir an Bord so unglaublich gut gefallen würde, machte sich ein freudiges Grinsen auf seinem Gesicht breit. Auch seine Kollegin gesellte sich nun dazu und wir unterhielten uns ein bisschen. Die beiden hatten unsere Blicke im Vorfeld bereits bemerkt und waren auf das Schlimmste gefasst gewesen. Ich lobte das Schiff, die Crew und die gesamte Organisation der Kreuzfahrt über alle Maßen und lies letztendlich zwei sehr glückliche Mitarbeiter zurück. Hey, man muss nicht nur meckern, wenn was nicht passt – ab und zu ein lobendes Wort tut keinem weh und allen gut!
Das letzte Abendessen war wie immer hervorragend und am Ende machten wir die obligatorischen Fotos mit unseren Kellnern und verabschiedeten uns von ihnen.
Nach dem Essen gingen wir zunächst zurück auf unsere Kabine, um uns umzuziehen und unsere Koffer vor die Kabine zu stellen (diese würden ja in der Nacht abgeholt werden). Da zogen wir ein letztes Mal durch unsere Lieblingsbars, machten zahlreiche Fotos mit den Angestellten und verabschiedeten uns. Als erstes gingen wir auf Deck 10 in die Bar Scuderia Costa, wo wir auch noch ein nettes Gespräch mit dem (brasilianischen Kerl vom Formel 1-Simulator hatten ( welch grausames Englisch^^). In der Pianobar Antares, die wir als nächstes ansteuerten, fiel mir der Abschied besonders schwer und meine netten Kellner boten mir schließlich an, dass ich bleiben könnte – sie würden schon irgendwo ein Plätzchen für mich zum Schlafen finden (zur Not im Kühlschrank^^). Letzte Station war natürlich dann noch unsere geliebte Mittelbar, wo wir auch noch zahlreiche Fotos machen u.a. mit Anna Karina Mosmann, irgendeinem netten Offizier und natürlich mit meinen Gitarrero Alex. Traurig und überglücklich zugleich gingen wir schließlich ins Bett.

12.11.2009 – Savona / Italien

Der letzte Tag an Bord beginnt ja normalerweise mit lautem Klopfen und Hektik, aber unser Kabinensteward war so nett und lies mich ein bisschen länger schlafen. Gegen 8.30 Uhr liefen wir im Hafen von Savona ein und die Zeit bis zur Ausschiffung vertrieben wir uns mit einem letzten Frühstück und lungerten anschließend einfach so auf Deck 9 rum.
Um 9.45 mussten wir uns dann im Theater einfinden und nach einer kurzen Wartezeit wurden wir von Bord gelotst. Verdammt! Ich hätte mich am liebsten irgendwo festgekettet. Das einzige, was meine Stimmung ein wenig (aber wirklich nur ein wenig) aufheiterte war die Tatsache, dass wir unserer nächste Kreuzfahrt bereits gebucht hatten und ich wusste, dass ich in ein paar Monaten wieder an Bord gehen würde (Fortuna – ich komme!!^^).

Unsere Koffer fanden wir dann relativ schnell und der Bus wartete auch schon auf uns. Welch geile Plätze!! Direkt hinter dem (sehr netten) Busfahrer. Dieser wechselte sich übrigens mit seiner Kollegin Barbara (auch sehr nett) beim Fahren ab. Die beiden halfen mir auch während der Fahrt bei meinen Problemen (immer wieder dasselbe Problem: Bier ist alle^^).

Die Fahrt nach München über den Brenner verlief ohne Komplikationen. Ich vertrieb mit die Zeit mit den üblichen Beschäftigungen, also Musik hören, lesen und schlafen.

Obwohl wir etwas früher als erwartet den Busbahnhof in München/Fröttmaning erreichten warte meine Mutter bereits auf uns. Ich war sehr froh, dass sie uns abholte und wir nicht wie im vergangenen Jahr auch noch mit dem Zug nach Regensburg fahren mussten. Ich war doch ziemlich fertig. Nach einem kleinen Abstecher zu McDonalds kamen wir schließlich zu Hause an und fielen recht bald ins Bett – hundemüde und voll mit wunderbaren Erinnerungen an eine traumhafte Kreuzfahrt.

Am Ende meines Berichts möchte ich mich bei Kapitän Mauro Bellomo und der gesamten Crew der Costa Luminosa recht herzlich für diese wirklich wundervolle Kreuzfahrt bedanken.

Ein besonderes Dankeschön an dieser Stelle auch an all die Menschen, die mir geholfen haben, die Monaten vor der Kreuzfahrt zu überstehen!

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit! Falls es die Götter gut mit uns meinen werde ich mich in Kürze mit „Welcome to my dream – TA 2010“ wieder melden…



© Sabine Lehner 2009