Dieser Reisebericht
beinhaltet meine persönlichen Erlebnisse und Gedanken während unserer
Kreuzfahrt. Wer technische Details bzw. landeskundliche Informationen sucht
möchte bitte die einschlägigen Internetseiten aufsuchen.
Vorfreude
Kurz nach unserer letzten
Kreuzfahrt flatterte uns mal wieder ein supertolles Angebot von Costa ins Haus.
Die Fahrt, die meinem Mann Gerald und mir besonders ins Auge fiel, war zwar
nahezu dieselbe Route wie 2008 (nur eine Insel mehr), aber das Schiff, die
Costa Luminosa, wollte uns nicht mehr aus dem Kopf gehen. Zu diesem Zeitpunkt
war sie zwar noch nicht einmal in Betrieb, aber alleine schon die
Vorankündigungen waren vielversprechend. Das Schiff im Zeichen des Lichts sollte
ein ganz besonderes Schmuckstück der Costa-Flotte werden und nach einer nur
kurzen Diskussion entschlossen wir uns, die Fahrt einfach zu buchen – was wir
auch keine Sekunde bereuen sollten. (Ich gestatte mir an dieser Stelle einen
kleinen Hinweis an all diejenigen, die meinten es wäre doch langweilig, noch
einmal nahezu dieselbe Route zu fahren: Wer keine Ahnung hat sollte öfter mal
die Klappe halten!!!)
Im Internet recherchierten
wir regelmäßig nach den neusten Fotos „unserer“ Luminosa und waren sprachlos
als wir die ersten Bilder der Inneneinrichtung sahen. Das war mal so gar nicht
„Costa-bunt“. Am 05.06.2009 wurde die Costa Luminosa dann gemeinsam mit der
Costa Pacifica in Genua im Rahmen einer spektakulären Zeremonie getauft, diese
bisher einzigartige Doppeltaufe wurde sogar in das Guinness-Buch der Rekorde
aufgenommen.
Erst längere Zeit nach
unserer Buchung erfuhren wir, dass es sich bei unserer Fahrt um „Die erste
große Kreuzfahrt des CostaClub“ handeln würde. Laut Mitteilung sollten uns
„besondere Überraschungen, außergewöhnliche kulinarische Highlights, glamouröse
Galas und Shows“ erwarten. Was das genau bedeuten sollte konnten wir zu diesem
Zeitpunkt nicht mal erahnen. (Und eigentlich war es uns auch völlig egal, für
uns war eine Kreuzfahrt immer etwas ganz besonderes.)
Nun noch ein paar
Kleinigkeiten zu Schiff und Route:
Die Costa Luminosa ist 294m
lang, 32,3m breit und hat Platz für maximal 2826 Passagiere. Sie verfügt u.a.
über ein Wellness-Center, 2 Swimmingpools, einer davon mit einfahrbarem
Glasdach, 4 Whirlpools, ein Theater und einen Formel 1- sowie einen
18-Loch-Golf-Simulator.
Savona/Italien – Barcelona/Spanien – Casablanca/Marokko –
Arrecife/Lanzarote – Santa Cruiz de Teneriffe/Teneriffa – Funchal/Madeira –
Malaga/Spanien – Savona/Italien
31.10.2009 – Tag der
Abreise
Nach einem Sommer mit nur
wenigen Highlights (dafür umso mehr Qualen) war es schließlich endlich soweit
und wir packten wieder einmal unsere Koffer. Meiner war erstaunlich leer –
hatte ich wirklich alles Wichtige eingepackt??
Um 21.30 Uhr machten wir uns
dann mit meiner Mutter auf den Weg Richtung München (Danke Mama!!) und nach
einer kleinen Irrfahrt erreichten wir schließlich den Busbahnhof in
München/Fröttmaning. Mit einer kleinen Verspätung trafen schließlich auch die
Busse ein, die die wartenden Passagiere zu ihren Schiffen sowohl nach Savona
als auch nach Venedig bringen würden.
01.11.2009 – Savona /
Italien
Um 0.30 Uhr waren alle
Fahrgäste und ihr Gepäck in den Bussen verstaut und wir konnten los fahren. Bis
zur ersten Pause in der Nähe von Innsbruck verbrachte ich die Zeit mit Lesen
und Musik hören, später schlief ich dann schnell ein. Als ich im Morgengrauen
erwachte traf mich zunächst fast der Schlag. Alles weiß!!! Böse Erinnerungen an
das Schneechaos vom vergangenen Jahr kamen hoch bis ich erkannte, dass es sich
nur um extrem dicken Nebel handelte. Dieser verschwand aber später und als wir
noch vor 10 Uhr Savona erreichten lachte die Sonne vom zunächst nahezu
wolkenlosen Himmel. Es war ein wirklich beeindruckender Anblick, der sich uns
bei der Einfahrt in den Hafen bot – dort lagen neben „unserer“ Costa Luminosa
noch die Costa Mediterranea und die Costa Concordia.
Meine dicke Winterjacke
stopfte ich dann auch schnell in den Rucksack, für die hatte ich bei 17°C
keinerlei Verwendung mehr. Im Hafenterminal warteten wir auf die Einschiffung,
die um 12 Uhr begann. Zur Unterhaltung der Passagiere gab es Tanzvorführungen,
wobei wir ja nicht all zu lange warten mussten, da wir Einschiffungsnummer 2
hatten. Alles ging sehr zügig vonstatten und gegen 12.30 waren wir bereits an
Bord. (Und das sogar ohne die uns eigentlich zustehende bevorzugte
Einschiffung!)
Mein erster Eindruck der Costa Luminosa lässt sich wohl am besten mit „wow“ beschreiben! Alleine schon das Atrium mit den gläsernen Aufzügen und der 910 kg schwere Bronzestatue "Donna sdraiata 2004" von Fernando Botero in der Mitte ist einfach der Wahnsinn.
Da wir bewusst auf ein
Frühstück verzichtet hatten war unser erster Weg auf Deck 9 ins
Buffetrestaurant Andromeda. Schnell fand ich auch meine geliebten Pizzastücke
und musste feststellen, dass diese noch besser als im vergangenen Jahr auf der
Costa Serena schmeckten.
Später machten wir uns auf
die Suche nach unserer Kabine mit der Nummer 4397, wo wir zeitgleich mit
unserem Gepäck eintrafen. Perfektes timing nenne ich das!
Unsere Kabine war sehr
geschmackvoll eingerichtet (nicht das gewohnte Costa-Orange!) und auch das Bad
war nicht wie gewohnt türkis, sondern dunkelrot. Aber das wirklich
beeindruckendste war der riesige Balkon. Ist schon was tolles, wenn man
preisgleich eine höhere Kabinenkategorie bekommt. Danke Costa!
Als nächstes stand eine
kleine Besichtigungstour auf unserem Plan. Hier wurde uns dann auch die Länge
der Luminosa so richtig bewusst, was ja nicht unbedingt ein Nachteil ist, wenn
man sich wegen des leckeren Essens etwas bewegen will. Das gesamte Schiff ist
wunderschön eingerichtet und weniger bunt als die Costa-Schiffe, die wir
bereits kennen.
Leider wurde das Wetter
immer schlechter, was uns aber kaum interessierte. Während in der Heimat die
Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt lagen war auf der Luminosa das Dach am
Lido Dorado sogar teilweise geöffnet – was will man mehr? Dort gönnten wir uns
dann auch ein Weißbier an der Bar – zu unserem Schrecken gab es leider kein
Fanziskaner mehr, sondern lediglich Paulaner-Plörre. War uns aber auch egal!
Was ab 16 Uhr am Hauptpool
auf Deck 9 stattfand lässt sich nur schwer in Worte fassen. Ich zitiere mal die
Bordzeitung „Today“: „Party zur Abfahrt des Schiffes mit vielen speziellen
CostaClub-Überraschungen! Leinen Los! - CostaClub Party unter Mitwirkung
unseres Kapitäns Mauro Bellomo“. So etwas habe ich noch nie in meinem Leben
erlebt! Der Kapitän begrüßte persönlich die Passagiere und es wurden Videogrüße
von allen (!!) Kapitänen der Costa-Flotte gezeigt. Zudem bekam jeder einen
Luftballon, an den er einen Zettel mit seinen Wünschen hängen konnte. Als wir
um 17 Uhr zu „Time to say goodbye“ ablegten (auf der Leinwand wurde live die
Brücke gezeigt) ließen alle ihre Luftballons fliegen und die Mediterranea und
die Concordia verabschiedeten uns lautstark. Dieser Moment war so emotional
aufgeladen, dass ich Tränen in den Augen hatte. (Wer wissen will, was auf
meinem „Wunschzettel“ stand – ich werde es nicht verraten^^)
Danach war es auch schon an der Zeit, uns fürs Abendessen her zu richten und das Restaurant Taurus zu suchen. Auf dem Weg ins Restaurant lernten wir auch noch unseren Kabinensteward Kamaludin kennen, der uns die gesamte Reise über immer wieder mit seinem perfekten Service und kleinen Aufmerksamkeiten erstaunte.
Das Abendessen war wie
gewohnt superlecker und auch mit unseren Tischnachbarn - einem lustigen Ehepaar
aus Berlin sowie zwei netten Herren (Bill + Johnny?^^) - verstanden wir uns auf
Anhieb gut (bis auf die etwas reservierteren Kärntner, die allerdings nur an
diesem Abend gemeinsam mit uns am Tisch speisten).
Nach dem Essen gönnten wir
uns noch Weißbiere an der Bar Atrium Supernova (wird künftig von mir als
„Mittelbar“ bezeichnet) und ich schoss mir dann letztendlich an der Bar Lido
Dorado auf Deck 9 mit einem Long Island Iced Tea die Lichter aus, da ich etwas
verstimmt war, nachdem ich erfahren hatte, dass unser Ausflug ins Camp Nou
ausfallen würde. (Würde ich es wohl jemals schaffen, in dieses verd*****
Stadion zu ******????)
02.11.2009 – Barcelona /
Spanien
Nachdem ich in der Nacht wie
ein Baby geschlafen hatte (bei offener Balkontüre!!!) begaben wir uns in der
Früh zunächst zum Tour Office. Leider erfuhren wir dort, dass unser Ausflug
komplett abgesagt worden war und auch in keiner anderen Sprache stattfinden
würde. Da ich keine Lust auf einen anderen Ausflug hatte erstand ich lediglich
zwei Tickets für den Shuttle-Bus. Gegen 9.45 Uhr fand die obligatorische
Rettungsübung statt - langweilig wie immer und natürlich konnten es auch mal
wieder ein paar Italiener nicht lassen, sich die Pfeifen ins Maul zu stecken.
Bähh! Da sich der Hunger bei mir nun deutlich bemerkbar machte begaben wir uns
im Anschluss auf Deck 9 und füllten unsere Mägen. Lachs zum Frühstück ist echt
was feines! Die kurze Zeit bis zur Mittagsfütterung verbrachten wir mit Lesen
und Schreiben auf Deck 9 und beobachteten wie wir uns dem Hafen von Barcelona
näherten, den wir gegen 13 Uhr erreichen sollten. Als ich für meinen Gatten
Sushi (jaaaaa, es gab Sushi!!!) organisieren wollte musste ich mich einmal
wieder über das seltsame Verhalten einiger italienischer Passagiere wundern.
Glauben die, dass es schneller geht, wenn man seinem Vordermann permanent das
Tablett in den Rücken rammt? Abstellen lässt sich so was allerdings ganz
einfach indem man seinem Hintermann so ganz aus Versehen auf den Fuß tritt.
Hähä!
Um 13.15 Uhr erhielten wir
unsere Aufkleber im Theater Phoenix und verließen das Schiff (die Aufkleber
waren allerdings komplett fürn Arsch, hatte nichts mit der Verteilung in die
Shuttlebusse zu tun, jeder steigt halt irgendwo ein). Neben uns im Hafen sahen
wir die Wind Surf, die MSC Splendida und die MSC Orchestra.
Mit dem Bus wurden wir zum
World Trade Center gebracht. Auf dem Weg entdeckten wir noch die Rotterdam und
direkt beim WTC die Crystal Serenity und zu meiner großen Freude auch die
Seabourne Legend (sowie einen netten „Plan B“). Bei 22°C schlenderten wir
zunächst durchs WTC und setzten uns anschließend ans Wasser.
Später spazierten wir noch ein bisschen durch Barcelona und erstanden Postkarten. Der Weg zu Sagrada Familia war für meinen Mann leider zu anstrengend, aber wir werden sicher noch mal nach Barcelona kommen (allein schon wegen der Stadion-Sache).
Wieder an Bord registrierten
wir dann noch schnell unsere Kreditkarten an einem der Automaten – schneller
und einfacher geht es echt nicht.
Vor dem Abendessen gönnten
wir uns einen Cocktail of the Day („Andrea C“ mit Light Rum, Pfirsichlikör,
Orangen- und Zitronensaft) an der Mittelbar, wo wir freudig vom Gitarrenspieler
Alex begrüßt wurden – was besonders Gerald erstaute („Woher kennst jetzt den
schon wieder??“^^).
Während des Abendessens
verließen wir so gegen 19 Uhr den Hafen von Barcelona und nahmen Kurs auf unser
nächstes Ziel, den Hafen von Casablanca.
Nach dem Essen fanden wir
eine kleine Überraschung auf unserer Kabine: aus unseren Klamotten waren kleine
Kunstwerke entstanden und Wuschl hatte Geralds Sonnenbrille auf. Meinen
Lachanfall beim Anblick meines alten Hundes kann sich keiner vorstellen. Den
restlichen Abend verbrachten wir in den diversen Bars und der Disco Altair. (I need my dose! I
need my dose!^^)
03.11.2009 – Seetag
An diesem Tag fuhren wir
entlang der spanischen Küste Richtung Straße von Gibraltar. Für uns sollte es
ein Tag der Entspannung und Erholung werden.
Nach dem Frühstück
vertrieben wir uns die Zeit mit Lesen, Schreiben und Lästern bis um 12.50 Uhr
am Hauptpool das Neptunfest statt fand, bei dem das Animationsteam allerhand
Späße veranstaltete. Zum Beobachten einfach herrlich, mitmachen wäre aber
nichts für mich gewesen.
Zum Mittagessen gab es an
Buffet Muscheln bis zum Abwinken. Besonders gefallen hat mir hier die
Präsentation mit den vielen Früchteschnitzereien.
Im Anschluss legten wir uns am Lido Delphinus (am Arsch des Schiffes^^) in die Sonne. Herrlich! Der Himmel war nahezu wolkenlos und die Temperaturen lagen bei ca. 20°C. Allerdings war es sehr windig, was mich aber nicht im geringsten störte. Ich weiß gar nicht wie lange ich auf der Bank am Heck des Schiffes gesessen bin und einfach nur aufs Wasser gestarrt habe... jedenfalls lange genug, um all die Probleme und quälenden Gedanken abzuschütteln. (It’s so damned easy!)
Den Gala-Willkommenscocktail
ließen wir wie im Jahr zuvor ausfallen, uns fehlte einfach die Zeit und wir
wussten ja, dass es noch einen weiteren Cocktail-Empfang speziell für
CostaClub-Mitglieder geben würde. So zogen wir uns nach unserem Sonnenbad auf
unsere Kabine zurück und stylten uns in aller Ruhe für das Abendessen auf, was
eine gewisse Zeit dauerte, da an diesem Abend Galagarderobe angesagt war.
Beim
Gala-Willkommensabendessen gab es für mich Krebsauflauf mit Krabbensauce, Pasta
mit geräuchertem Lachs und Wodka und als Hauptgang gegrilltes frisches
Seebarschfilet an mediterraner Sauce serviert mit sautiertem Spinat,
Karottenpüree und Petersilienkartoffeln.
An diesem Abend passierten
wir übrigens (mal wieder^^) die Straße von Gibraltar – immer wieder ein
gigantischer Anblick (v.a. so ganz ohne Nebel^^)!
Später gönnten wir uns
Cocktails in der Mittelbar, der Piano Bar Libra (bei netter musikalischer
Unterhaltung durch Francesco bzw. Bani) und der Bar Lido Dorado am Hauptpool
und gingen zeitig ins Bett, da wir am nächsten Tag früh raus mussten.
Wie bereits erwähnt handelte
es sich bei dieser Fahrt um „Die erste große Kreuzfahrt des CostaClub“. Was
waren aber nun die Überraschungen und Highlights konkret? Als erstes fällt mir
da der Tanzwettbewerb „Dance with the Stars“ ein. Ähnlich wie in den diversen
Fernsehshows (denk ich mir mal, ich guck die Kacke nicht^^) konnte man sich in
Castings bewerben und dann gemeinsam mit Profitänzern sein Können in Shows
unter Beweis stellen. Speziell für die deutschen Gäste war Anna Karina Mosmann
an Bord. Es gab auch die Möglichkeit, privaten Tanzunterricht zu nehmen oder an
öffentlichen Tanzstunden teilzunehmen. Für mich war das zwar nichts, dennoch
verfolgte ich teilweise die Wiederholungen der Shows im Bord-TV. Des weiteren
gab es die Möglichkeit zur Teilnahme an diversen Kursen aus dem kreativen
Bereich z.B. malen, Schmuck gestalten etc. Es fanden auch viele, interessante
Vorträge statt wie z.B. über Astronomie. Leider waren diese entweder zu früh
oder zu spät für mich. Hmpf! Besonders erwähnenswert sind auch die vielen
speziellen Buffets auf Deck 9 mit wunderbaren Früchte- bzw. Eisskulpturen.
Insgesamt war das Essen auf dieser Reise einfach himmlisch – Sushi, Austern,
Hummer hatte ich bis jetzt noch auf keiner Fahrt mit Costa! Und auf Deck 2 gab
es eine Austellung mit vielen Illustrationen zur Geschichte von Costa. Über
sämtliche spezielle Angebote wurden wir durch ein Beiblatt zur täglichen
Bordzeitung „Today“ informiert.
04.11.2009 – Casablanca /
Marokko
In der Nacht waren die Uhren
umgestellt worden und wir hatten eine Stunde zusätzlich bekommen – daher fand
ich das frühe Aufstehen auch gar nicht so schlimm. Gegen 7.30 Uhr kamen wir im
Hafen von Casablanca an und bereits um 7.45 Uhr mussten wir uns wegen unseres
Ausflugs „Casablanca und Moschee Hassan II.“ in der Grand Bar Elettra
einfinden. Zuvor aber eilte ich noch schnell ins Buffetrestaurant, um uns etwas
Marschverpflegung zu organisieren (Notiz an mich: das nächste Mal die Semmeln
in eine Kotztüte packen. Kommt sicher gut an^^).
Im Hafen wartete schon unser
Bus mitsamt unserem Führer Nasser auf uns. Der Bus, nun ja, was soll man
sagen... es war eben kein Reisebus der neusten Generation, sondern ein älteres
Gefährt, das innen arg nach Kamelkacke duftete. Uns störte das nicht, aber
andere Passagiere hatten damit ein Problem und so wurde der Bus später während
unserer Rundfahrt auch ausgetauscht. Zunächst aber fuhren wir entlang der
Küstenstraße (wir sahen u.a. auch Rick’s Cafe aus dem Film „Casablanca“!!) und
bewunderten die Hotels, Villen, Restaurants sowie die zahlreichen in den Fels
gehauenen Swimmingpools. Bei einem kleinen Stop hatten wir auch Gelegenheit
Fotos zu machen.
Im Hintergrund war auch immer die berühmte Moschee Hassan II. zu sehen, die wir als nächstes ansteuerten. Sie ist nach der Moschee in Mekka die zweitgrößte der islamischen Welt, ihr Minarett ist mit seinen 210m sogar das höchste. Einfach nur noch beeindruckend! Die Größe, die Höhe, die Inneneinrichtung! Gigantisch – mehr kann man dazu einfach nicht sagen. Alleine in der Moschee ist Platz für bis zu 25.000 Gläubige!! Wie viele zusätzlich noch auf dem riesigen Vorplatz passen habe ich vergessen. (Infos zur Moschee kann man ja massig im Internet finden, da muss ich nicht auch noch meinen Senf dazu geben.) Wir besichtigten die Moschee mitsamt darunter liegendem Waschraum und unser Führer erzählte uns allerhand Wichtiges zur Moschee selbst und zum Islam im allgemeinen.
Im Anschluss fuhren wir (mit einem neuen Bus, der nicht mehr so intensiv nach Kamelkacke duftete^^) zu einer Art „Apotheke“. Man könnte das ganze vielleicht auch Verkaufsveranstaltung nennen, ich fand die Erklärungen zu typischen Gewürzen, Kräutern und Heilmitteln aller Art allerdings recht interessant. Und kaufen musste man ja schließlich nichts – ich konnte es aber natürlich nicht lassen und erstand eine Gewürzmischung für Fleisch sowie eine Antischnarch-Kräutermischung. Beinahe wäre ich auch den Bayern-Anhänger an meinem Rucksack los geworden, auf den war nämlich einer der Angestellten ganz scharf. Weiter ging es dann zu diversen Palästen, von denen wir einen besichtigten. Ein kleiner Spaziergang durch die Altstadt durfte auf unserer Besichtigungstour natürlich auch nicht fehlen, genauso wenig wie ein Stopp an einem Souvenirladen. Was ist mir nun neben der Moschee Hassan II. besonders im Gedächtnis geblieben? Auf alle Fälle der Verkehr – ein einziges Chaos und die Zebrastreifen in Casablanca sind anscheinend nur Dekoration. Außerdem noch die kleine Straße in der Altstadt, wo sich ein muslimisches Haus direkt gegenüber eines jüdischen Hauses befand. Laut unserem Führer leben in Casablanca Moslems und Juden friedlich neben einander. Kann es nicht auf der ganzen Welt so sein?
Da es am Ende doch recht
schwül im Bus geworden war, war ich recht froh als wir gegen Mittag wieder an
Bord gingen. Nach dem Mittagessen (Indische Spezialitäten^^) war zunächst
Entspannung auf Deck 9 angesagt. Die Temperaturen lagen an diesem Tag bei bis
zu 23°C.
Um 16.30 Uhr begaben wir uns
in die Grand Bar Elettra zum Quiz „Danke liebe Welt“. Unser Ziel war es, eine
Bauchtasche für Gerald zu ergattern und dafür wollten wir auf dieser Fahrt
möglichst viele Spiele mit Gewinnmöglichkeiten mitmachen. Bei diesem Quiz
nannte der Quizmaster das Wort „danke“ in verschiedenen Sprachen und die
Teilnehmer mussten die jeweilige Sprache wissen bzw. erraten und auf ein Blatt
notieren. Wir waren relativ gut, für den Sieg reichte es leider trotzdem nicht.
Unseren Spaß hatten wir trotzdem v.a. bei „kiitos“ – lauter unwissende
Gesichter, nur bei mir machte sich ein Grinsen von einem Ohr bis zum anderen
breit. Wir entschieden uns dann auch noch am Quiz „Geschichte“ teilzunehmen, wo
wir wiederum ganz gut, aber nicht erfolgreich waren.
Zur Geralds großer Freude
gab es beim Abendessen Austern als Vorspeise. Ich verzichtete auf diesen
„Genuss“ gerne, die Viecher sind einfach gruselig (wobei, das sagt Mama auch
von meinen geliebten Tintenfischen^^).
Um 20.30 Uhr zog es uns
wieder in die Grand Bar Elettra, wo das „Kamelrennen“ statt fand – zwar keine
wirklich anspruchsvolle Unterhaltung, aber trotzdem lustig. Ich konnte sogar
Gerald zur Teilnahme überreden und nachdem er zu Beginn weit zurück lag gewann
er das Rennen am Ende doch. Der Preis: eine Bauchtasche!!! Ziel erreicht! (Eine
Beschreibung wie das Kamelrennen genau ablief schenke ich mir mal^^)
Gerald besuchte später noch
das „Klassische Konzert“ mit dem „Duo Armonia Strauss“ unter Mitwirkung des
Tenors Antonio Colamorea im Theater und war begeistert. Ich hatte darauf wenig
Lust und vergnügte mich lieber im Atrium und in der Bar Libra.
Gegen 22 Uhr verließen wir
den Hafen von Casablanca und nahmen Kurs auf Lanzarote.
Später gönnten wir uns noch
das ganz teure Zeug (einen Cognac für Gerald und einen Whiskey für mich) in der
Cigar Lounge Bar, stilecht mit einer Zigarre natürlich. Also das hat echt was!
Es ist relativ ruhig dort, nur leise Hintergrundmusik – also perfekt zum
Entspannen. Zum Abschluss gingen wir dann noch auf einen Sprung in die Disco,
wo ich eine nette Unterhaltung mit DJ Jack hatte. Ein echt sympathischer Kerl,
der eindeutig bessere Musik auflegt als unser „Freund“ DJ Luca.
05.11.2009 – Seetag
Diesen Tag würden wir wieder
komplett auf See verbringen. Trotzdem standen wir zeitig auf, um den Lichtbildvortrag „Atlantische Inseln –
Lanzarote, Teneriffa und Madeira“ von Richard Wünsch im Theater Phoenix zu
besuchen. Wirklich sehr interessant mit vielen landeskundlichen Informationen
und schönen Bildern. Bei mir wurden da Erinnerungen an einige
Landeskundevorlesungen während meines Studiums wach. Im Anschluss war es dann
auch dringend an der Zeit, das Loch in unseren Mägen mit einem kleinen
Frühstück zu füllen. Bis zum Mittagessen war dann mal wieder Entspannung
angesagt, also lesen, schreiben, über die anderen Passagiere lästern etc.
Mittags traf uns dann fast
der Schlag – am Poolbuffet gab es nämlich Austern bis zum Abwinken! Nichts für
mich, aber Gerald futterte 13 Stück davon!!
Danach war dann auch schon wieder Erholung angesagt, diesmal am Lido Delphinus in der Sonne. Dort konnte man es bei bis zu 22°C auch gut aushalten. Um 15 Uhr gingen wir ins Theater zum Vortrag „Hinter den Kulissen der Costa Luminosa“ von der deutschen Hostess Nadine. Wir erfuhren allerhand Wissenswertes über die Geschichte von Costa Kreuzfahrten und über unser Schiff (u.a. dass die Crewmitglieder aus 44 verschiedenen Ländern kamen und dass alleine 150 Personen in der Küche arbeiten). Zum Abschluss wurde auch noch ein interessantes Video gezeigt.
Der Abend lief wie üblich ab. Nach dem wie immer leckeren Abendessen zogen wir durch die Bars. Leider gibt es auf der Luminosa keine Sportbar, aber wir entdeckten, dass in der Bar Scuderia Costa auf Deck 10 Fußball gezeigt wurde und so machten wir es uns an diesem Abend zunächst dort an der Bar bequem. Es war nur wenig los, was uns aber nicht im geringsten störte. Es stellte sich auch heraus, dass der Kellner im vergangenen Jahr auf der Costa Serena war – leider in der Bar, in der wir uns kaum aufhielten. Später gingen wir noch in die Piano Bar Antares, wo wir Annika kennen lernten, die an der Hochschule Bremerhaven „Cruise Industry Management“ studiert hatte. Um 23 Uhr zog es mich dann in die Bar Libra, wo Bani Lieder von Elvis (the one and only KING!) zum besten gab – leider viel zu wenige! Bei einem letzten Drink (es gab ja auch einen Grund zum anstoßen^^) an der Mittelbar ließen wir den Abend ausklingen.
Fortsetzung folgt...