Vorfreude
Obwohl
mein Mann Gerald nach seiner schweren Erkrankung noch nicht einmal
richtig gehen konnte musste ich ihm bereits Ende 2007 Prospekte über
Kreuzfahrten ins Krankenhaus bringen, da er unbedingt 2008 wieder
eine Fahrt machen wollte. Unseren Gedanken an die ursprünglich
geplante Atlantiküberquerung mussten wir zwar vorerst auf Eis legen,
aber der Wunsch wieder in See zu stechen war groß. Ich wollte gerne
den Atlantik wieder sehen und Gerald träumte davon, mir in
Casablanca in die Augen zu schauen. Als im Frühjahr 2008 dann ein
supertolles, megagünstiges Angebot von Costa ins Haus flatterte
schob ich alle Bedenken bzgl. des Gesundheitszustands meines Mannes
beiseite und die Reise „Mittelmeer und atlantische Inseln“ wurde
gebucht. Für mich würde sogar ein zweimaliges Highlight dabei sein
– die Passage durch die Straße von Gibraltar! Würde es mir wohl
auf dieser Kreuzfahrt vergönnt sein, endlich einmal mehr als nur
Nebel zu sehen?
Unser
Schiff, die Costa Serena, die erst im Mai 2007 getauft wurde, ist
290m lang, 35,5m breit und bietet Platz für 3780 Passagiere. Hatten
wir nicht im vergangenen Jahr die Costa Magica als schon fast zu groß
empfunden? Nun sollte es also noch mal eine Nummer größer werden...
Die
Wochen vergingen und als wir schließlich unsere Reiseunterlagen
erhielten wurde mir erstmals so richtig bewusst, dass wir in Kürze
wieder auf Kreuzfahrt gehen würden. Endlich wieder das Meer sehen,
endlich wieder den Luxus an Bord genießen, endlich wieder zur Ruhe
kommen...
27.11.2008
– Tag der Abfahrt
Um 20
Uhr waren die Koffer endlich gepackt und meine Mutter fuhr uns zum
Regensburger Bahnhof. Hier schloss sich uns ein netter junger Mann
an, der unser Bayern-Ticket mit nutzen wollte. Geld wollten wir
keines dafür, allerdings wurde Johannes zwangsverpflichtet, uns mit
unseren Koffern zu helfen. Hat er gut gemacht!
Am
Hauptbahnhof in München stärkten wir uns erst einmal mit Bier und
Fleischpflanzlsemmeln bevor wir mit dem Taxi nach Fröttmaning
fuhren. Am Busparkplatz angekommen mussten wir zunächst einen guten
Platz im Bus ergattern, den wir dank Geralds Behinderung auch
bekamen. Gemeinsam an einem Tisch mit Sebastian und Karin aus Wörth
a.d. Donau ging gegen Mitternacht die Fahrt Richtung Savona los.
28.11.2008
– Fahrt nach Savona
Die
Nacht verbrachte ich im Halbschlaf und bewunderte am San Bernadino
Pass die wunderschöne Winterlandschaft. Da fand ich Schnee auch noch
toll, was sich in der Früh allerdings ändern sollte – in Italien
herrschte nämlich das ultimative Chaos aufgrund eines
Wintereinbruchs.
Bei der
Rast auf einer Tankstelle konnten wir die italienischen Angestellten
bei einer Schneeballschlacht beobachten und erstanden coole
Lazio-Caps. Da die Autobahnen für Busse und Lkws gesperrt wurden
versuchten uns unsere Busfahrer über Schleichwege nach Savona zu
bringen, aber ca. 60km vor unserem Ziel war Schluss – angeblich war
die Landstraße für uns nicht passierbar. Ich hätte heulen können.
Ab
Mittag saßen wir an der Mautstelle bei Ovada fest. Zwar wurde der
Schneefall weniger, doch die Carabinieri verweigerten uns die
Durchfahrt auf die Autobahn. Stunde um Stunde verging und langsam
machte sich Verzweiflung breit. Sollte die Fahrt wirklich 60km vor
dem Ziel zu Ende sein? Ein paar Mitreisende älteren Semesters waren
natürlich die ganze Zeit über schlauer als die Busfahrer, die
wirklich bemüht waren einen Weg nach Savona zu finden und selbst vor
Bestechung der Carabinieri mit Kaffee nicht zurückschreckten. Um 17
Uhr hätte die Costa Serena normalerweise abgelegt, da aber noch etwa
die Hälfte der Passagiere fehlte wurde dies verschoben. Ich war
nervlich und körperlich am Ende, zu Rücken- und Knieschmerzen kam
die Befürchtung, dass wir wieder nach Hause fahren müssten.
Besonders die älteren Mitreisenden wollten nicht noch eine Nacht im
Bus verbringen und meuterten, worauf der Bus sich auf den Weg zu
einer Pizzeria mit Hotel in Ovada machte. Unser Busfahrer bekam
allerdings von seinem Chef telefonisch die Anweisung, uns unter allen
Umständen nach Savona zu bringen und da wir mittlerweile auch
erfahren hatten, dass die Landstraße eventuell doch für uns
passierbar war begaben wir uns auf eine abenteuerliche Fahrt über
einen verschneiten Pass - landschaftlich äußerst reizvoll und unter
anderen Umständen hätte mir diese winterliche Berglandschaft auch
sehr gefallen. Aber so wollte ich nur noch aufs Schiff. Alles an mir
klebte, da die Temperatur im Bus bei gefühlten 38°C lag und ich
hatte Hunger und war müde.
Unser
Busfahrer schaffte tatsächlich das Wunder, wir überlebten die Fahrt
und konnten schließlich endlich auf die Autobahn nach Savona.
Seltsamerweise war nach kurzer Zeit kein bisschen Schnee mehr zu
sehen. Hmpf! Gegen 19 Uhr erreichten wir schließlich Savona, die
drittgrößte Stadt Liguriens an der italienischen Riviera, und beim
Anblick der Costa Serena waren auf den Schlag alle Strapazen der
letzten Stunden vergessen.
Das
Einschiffen verlief extrem schnell (ein Zollbeamter grinste mich bei
der Passkontrolle mit den Worten: „Bayern Munchen“ an – dem
gefiel wohl mein Schal) und innerhalb kürzester Zeit waren wir an
Bord und in unserer Kabine. Ich konnte es kaum fassen, wir hatten es
tatsächlich geschafft! Erst einmal gönnte ich mir eine Kippe auf
dem Balkon, nachdem ich mir schnell bei unserer Kabinen-Stewardess
einen Aschenbecher organisiert hatte. Da unsere Koffer noch nicht auf
der Kabine waren gingen wir asozial wie wir waren auf Deck 9 zum
Buffetrestaurant „Prometeo“, um uns die Mägen mit Pizza und
Salat zu füllen. Das Abendessen im Restaurant „Ceres“ hatten wir
ja aufgrund unserer „etwas“ verspäteten Ankunft verpasst, was
uns aber ziemlich egal war – Hauptsache wir waren überhaupt an
Bord. Beim Blick aus dem Fenster entdeckten wir die Costa Atlantica,
die neben uns im Hafen lag. Ein toller Anblick!
Nachdem
also das „Wichtigste“ erledigt war gingen wir noch mal kurz auf
unsere Kabine, um endlich die Klamotten zu wechseln (zwei Koffer
waren mittlerweile da, die beiden anderen organisierte ich kurzer
Hand selber). Dann war es Zeit für einen kleinen Rundgang zur
allgemeinen Orientierung - die Schokoladen-Bar „Juventas“(kaum zu
verfehlen aufgrund des intensiven Schokoladengeruchs) sowie die
Sport-Bar „Victoria“ waren schnell gefunden - und einen Cocktail
des Tages („Vento di Ponente“) an der „Bar Pantheon“. Diese
Bar im Atrium wird künftig von mir meist als Mittelbar bezeichnet.
Immer
noch kamen Passagiere an Bord und das Auslaufen des Schiffes wurde
immer wieder verschoben bis wir schließlich gegen 22 Uhr (?) den
Hafen von Savona verließen und Kurs auf Barcelona nahmen.
Da wir
beide ziemlich kaputt waren wurde es nur ein kurzer Abend an der Bar.
Um Mitternacht organisierten wir uns noch schnell ein paar
Überraschungshäppchen auf Deck 5 bevor wir ins Bett und in einen
tiefen Schlaf fielen.
29.11.2008
– Barcelona
Noch
vor 8 Uhr wurde ich wach und genoss bei frischen 11°C den grandiosen
Ausblick auf dem Balkon. Leider erfuhren wir, dass unser Ausflug zum
Camp Nou ausfallen musste, da wir später als eigentlich geplant in
Barcelona einlaufen würden. Gerade auf diesen Ausflug hatte ich mich
so gefreut.
Wir
begaben uns auf Deck 9 um zu frühstücken und waren gerade damit
fertig als der Aufruf zur obligatorischen Rettungsübung kam. Also
diese schnell hinter uns gebracht und dann wieder auf Deck 9 zum
Lesen, Schreiben und Relaxen. Es war auch einiges an „Unterhaltung“
geboten: zunächst wurde erklärt wie man diverse Cocktails mixt,
danach wurde so eine Art „Reise nach Jerusalem“ gespielt: Leute
mit selten bescheuerten grünen und orangen Hüten tanzten in einer
Art Polonaise um den Pool rum bis die Musik gestoppt wurde, dann
mussten sie zurück zu den Stühlen. Ich hätte vor lachen beinahe
meine Kippe gefressen. Das Treiben wurde natürlich vom typischen
Italiener mit Schmalzfrisur und Sonnenbrille beobachtet. Hier sei
erwähnt, dass wir zu diesem Zeitpunkt gerade durch eine dunkle Wolke
fuhren und es regnete.
Mittags
gab es im Buffetrestaurant mexikanische Spezialitäten. Ich hätte am
liebsten gar nicht mehr zu essen aufgehört. Das Frühstück wie auch
das Mittagessen würden wir die ganze Reise über immer im
Buffetrestaurant einnehmen. Man könnte dazu auch ins Restaurant
„Ceres“ gehen, aber wir bevorzugen eindeutig das Buffet mit den
täglich wechselnden Spezialitäten und traumhaften Pastagerichten.
(Zum Thema Abendessen auf der Costa Serena folgen an späterer Stelle
noch ein paar Infos.)
Im
Anschluss ging es zum Registrieren unserer Kreditkarten bevor wir
einen Verdauungsspaziergang über die oberen Decks machten, wo wir
auch den Formel1-Simulator entdeckten. Es war ganz schön windig, als
ich kurz mit meiner Mutter telefonierte flog sogar ein Stuhl an mir
vorbei. Während das Schiff immer mehr schwankte fuhren wir in die
„Mittelbar“, wobei der Aufzug auf einmal so krachte, dass mir
ganz anders wurde. Dafür schmeckte das Franziskaner danach umso
besser.
Aufgrund
der Verzögerungen in Savona liefen wir erst gegen 16 Uhr in den
Hafen von Barcelona, der Hauptstadt der Autonomen Region Katalonien
und zweitgrößten Stadt Spaniens, ein.
Wir
entschlossen uns an Bord zu bleiben. Um wirklich etwas von der Stadt
zu sehen war die Zeit einfach zu kurz, da wir nicht schon wieder das
Abendessen verpassen wollten, das für uns um 18.45 Uhr im Restaurant
„Ceres“ auf dem Programm stand. Außerdem war Gerald noch
ziemlich fertig von der strapaziösen Anreise und auch ich fühlte
mich nicht wirklich fit. Eigentlich schade, Barcelona soll wirklich
eine schöne Stadt sein. Ich hoffe aber, dass wir hier wieder einmal
vorbei kommen.
Wir
spazierten über die oberen Decks, um Fotos zu machen. Das Wetter war
auch wieder besser geworden und die Sonne kam durch. Hinter uns (Oder
vor uns? Wo zur Hölle ist bei diesem Schiff eigentlich vorn und
hinten?) lagen zwei weitere Kreuzfahrtschiffe (die Oceanic und
möglicherweise die Voyager of the Seas, konnte ich von Bord aus
nicht erkennen). Nach einem Stückchen Pizza sowie Tee und Kaffee
lauschten wir den Geschichten über Seekrankheit vom Nebentisch, die
von mir mit einem dreckigen Grinsen kommentiert wurden.
Danach
ging es schnell in die Kabine zum Umziehen und dann in die Sport-Bar,
um vor dem Abendessen noch einen Cocktail des Tages zu testen („Costa
Brava“). Leicht angedüdelt begaben wir uns ins Restaurant „Ceres“
zum Abendessen und im Anschluss ging es auf Bar-Tour: Mittelbar,
Sport-Bar und „Discoteca Pan“, wo uns DJ Luca mit seiner
Musikauswahl „erfreute“. Ganz ehrlich, nüchtern war ich an
diesem Abend nicht.
30.11.2008
– 1. Seetag
Nach
einem langen, erholsamen Schlaf standen wir spät auf und ließen das
Frühstück fast nahtlos ins Mittagessen (Griechische Spezialitäten)
übergehen.
Gerald
beschloss mir eine Ohrenkette zu basteln – jeder Passagier, der uns
blöd anglotzte würde dafür ein Ohr „spendieren“. Höhöhö!
Die
Wellen schienen etwas höher zu werden, wovon man aber zunächst auf
dem Schiff so gut wie nichts merkte. Die Temperatur lag heute bei ca.
15°C und Sonne und Wolken wechselten sich ab.
Den
restlichen Nachmittag verbrachten wir auf Deck 9 bzw. auf unserer
Kabine. Leider sollten Geralds Hemden erst um 18 Uhr von der
Wäscherei gebracht werden, daher beschlossen wir auf den
Kapitäns-Gala-Cocktail zu verzichten, wir würden Kapitän Paolo
Benini ja beim CostaClub-Cocktail noch sehen. Zum
Willkommens-Gala-Abendessen musste der Anzug mit T-Shirt genügen -
etwas ärgerlich, aber auch kein Beinbruch. Wir nahmen es mit Humor
und Geralds Outfit war immer noch besser als das manch anderer
Passagiere. Beim Essen lernten wir auch endlich unsere Tischgenossen,
die am Abend zuvor in der Pizzeria gespeist hatten, kennen. Die
beiden waren sehr nett, kamen aus Thüringen und hatten bereits drei
Kreuzfahrten mit Costa hinter sich.
Nach
dem Essen gingen wir noch schnell in die Kabine, wo Geralds Hemden
schon warteten. So konnte er sein Outfit meinem anpassen. Dann aber
schnell in die Sport-Bar! Die anfänglichen Probleme mit dem
Fernsehempfang konnten schnell behoben werden und unserem
Fußball-Gala-Abend stand nichts mehr im Weg. Es spielten die
„Schwuchteln“ Palermo (in rosa Trikots!!) gegen den AC Mailand.
Mailand war erschreckend schwach und so überraschte das Ergebnis von
3:1 nicht.
Die Bar
war anscheinend voll mit Mailand-Fans, deren Gesichter während des
Spiels immer länger wurden. Besonders erstaunt hat mich, dass die
sonst ständig plappernden, lärmenden Italiener total still waren
und nur selten Kommentare zum Spiel abgaben. Ich hätte schon mit
etwas mehr Stimmung gerechnet. Gleichzeitig lief das Spiel Irgendwer
gegen die Glasgow Rangers, das ich allerdings nicht weiter verfolgte.
Im
Anschluss fuhren wir auf Deck 9 um die Fahrt durch die Straße von
Gibraltar, die Meerenge die das Mittelmeer mit dem Atlantik
verbindet, zu bewundern. Und unglaublich aber wahr - kein Nebel! Ich
hatte es also geschafft, ich war mitten zwischen Europa und Afrika
und konnte die Lichter auf beiden Seiten bestaunen (an der engsten
Stelle ist die Straße von Gibraltar lediglich 14km breit!). Ein
gigantischer Anblick!
Später
gönnten wir uns noch einen letzten Cocktail des Tages („Campari
Orange“) und gingen für unsere Verhältnisse früh ins Bett.
01.12.2008
- Casablanca
Ich
wurde relativ früh wach (jedenfalls für meine Verhältnisse und
wohl auch dank der Zeitumstellung) und konnte im Morgengrauen das
Einlaufen in den Hafen von Casablanca beobachten - und zwar vom Bett
aus, höhöhöhö! Nun waren wir also in Afrika!
Casablanca
ist die größte Stadt Marokkos und das wirtschaftliche Zentrum des
Landes. Wenn man über die Stadt blickt fällt einem sofort die
Hassan-II.-Moschee ins Auge, die das höchste Minarett der Welt
besitzt.
Wir
hatten hier keinen Ausflug gebucht (v.a. da hauptsächlich Touren von
10 und mehr Stunden angeboten wurden) und wollten nur ein wenig den
Hafen erkunden. Aber zunächst war Frühstück, Entspannung und
Mittagessen (orientalische Spezialitäten) angesagt und ich konnte
fast spüren wie sich die Kilos um meine Hüften legten.
Nachdem
wir einen kurzen Regenschauer abgewartet hatten gingen wir von Bord.
Meine Füßen betraten das erste Mal afrikanischen Boden, was ich
auch gleich bildlich festhalten musste. Bei teilweise blauem Himmel
und ca. 15°C spazierten wir im Hafen herum, unterhielten uns mit
einem lustigen Uniformierten (Polizei? Zoll?), der uns sofort als
Deutsche erkannte, und machten Fotos. Ebenfalls im Hafen lag die MTS
Coral, die im Vergleich zur Serena wie ein Spielzeug wirkte, und die
gesamte marokkanische Kriegsflotte (*kicher*).
Wieder
an Bord ging es zum Lesen, Schreiben und Entspannen zum Lido Urano am
Arsch des Schiffes. Ich merkte wie ich langsam immer ruhiger wurde
und der Stress der vergangenen 14 Monate von mir ab fiel.
Bevor
ich über die restlichen Aktivitäten des Tages besser gesagt Abends
berichte möchte ich gerne ein bisschen was zum Thema Abendessen auf
der Costa Serena erzählen. Gegessen wird im Allgemeinen in zwei
Sitzungen. In welcher Sitzung man ist und in welchem Restaurant
(„Ceres“ bzw. „Vesta“) sowie an welchem Tisch erfährt man
bei der Ankunft. Wir hatten bei unserer Buchung bereits angegeben,
dass wir die erste Sitzung bevorzugen, was auch berücksichtigt
wurde. Alternativ dazu kann man auch in die Pizzeria auf Deck 9 gehen
(bis 1 Uhr geöffnet). Zudem gibt es noch das Restaurant „Samsara“
(für die Gäste der Samsara-Kabinen) und den „Club Bacco“ (gegen
Aufpreis).
Das
„normale“ Abendessen steht meist unter einem bestimmten Motto und
besteht aus mehreren Gängen, pro Gang kann man aus zwei bis vier
unterschiedlichen Gerichten auswählen (es ist auch immer ein
vegetarisches Gericht dabei!). Mein typisches Abendessen bestand
meist „nur“ aus einer Vorspeise (z.B. Rinderfilet-Carpaccio),
einem Nudelgericht (z.B. ganz einfache Pasta mit Basilikumsauce) und
dem Hauptgericht (z.B. Ente à l’Orange oder Lachsfilet), für mehr
war in meinem Magen einfach kein Platz. Daneben werden noch Suppen,
Gemüse als Beilage, Salate und eine Auswahl an Käse angeboten. Und
natürlich diverse Desserts - verschiedene Eisbecher und Sorbets,
Obst und andere mehr oder weniger kalorienreiche Köstlichkeiten.
An
besonderen Abenden gibt es auch Showeinlagen des Personals.
Nach
dem „mediterranen Abendessen“ bespaßten wir uns in der Mittelbar
bei einem Cocktail des Tages („Blue Margarita“ YES!) und einem
seltsamen Spiel. Es ging wohl um das Erraten verschiedener Gewürze,
aber wie das Ganze genau funktionierte entzog sich unserer Kenntnis.
Satz des Abends wurde jedenfalls „schnuffel die Gewurze“ von
einer der Animationsdamen, was für uns einfach zum Brüllen klang.
Das
Auslaufen aus dem Hafen von Casablanca gegen 22 Uhr verfolgten wir im
„Salone Luna“, wo ich mir die Nase an der Fensterscheibe platt
drückte. Auch unser ständiger Begleiter, der uns in jede Bar zu
verfolgen schien, war wieder dabei: der mysteriöse Gestank, den wir
„Gully“ tauften! (Neeeeiiin, das werde ich jetzt nicht näher
erläutern^^). Da wir den nächsten Tag wieder auf See verbringen
würden sprach auch nichts dagegen etwas länger Party zu machen.
02.12.2008
– 2. Seetag
Der
zweite Seetag begann mit einem gigantischen Sonnenaufgang. So etwas
schönes hatte ich noch nie gesehen. Für einen solchen Ausblick
zahle ich gerne auch etwas mehr und bewundere ihn von meinem eigenen
Balkon aus.
Nach
dem Frühstück besuchten wir das „gemütliche Bier Fest“ mit
deutschen gastronomischen Spezialitäten (*schauder* das einzige
Essen, das mir an Bord nicht geschmeckt hat) und Unterhaltungsmusik
am Lido Sole und gönnten uns dort ein paar Franziskaner. Ohne Bier
wäre das „Spektakel“ auch nicht zu ertragen gewesen. Falls das
deutsche Unterhaltungsmusik hätte sein sollen, müsste ich mich mal
mit den Verantwortlichen über die aktuellen Grenzen Deutschlands
unterhalten (*kicher*). Zumindest ein paar deutsche Klassiker hatten
sie im Programm: „Ja mir san mim Radl da“, „Rosamunde“ sowie
das eine Lied, von dem ich den Originaltext nicht kenne
(höhöhöhöhö!). Gesungen von einer Italienerin klang das alles
zum Abbrechen. Ich hatte mich sicherheitshalber mit meinem Lazio-Cap
getarnt, um nicht als Deutsche erkannt zu werden. Trotzdem wurde es
ein lustiger Vormittag, an dem wir uns gut amüsierten. Zu unserer
großen Freude war auch mein Skorpi mehrere Male auf der großen
Leinwand zu bewundern als wir gefilmt wurden.
Zum
Mittagessen gab es logischerweise dann auch deutsche Spezialitäten,
wir blieben allerdings beim Franziskaner (ist ja schließlich auch
eine deutsche Spezialität^^).
Am
Nachmittag legte sich Gerald ein wenig hin während ich auf
Shopping-Tour ging, von der ich mich anschließend in der Mittelbar
erholen musste. Dort traf ich zwei nette Engländer aus Manchester,
die jetzt in Marbella leben (gegenüber des geilen Yachthafens) und
die mich mit Schampus abfüllten. Wir hatten viel Spaß und
unterhielten uns über Tattoos („wow, lovely“), Fußball („You
like Arsenal??? It was nice to meet you, bye!“), unsere
Heimatländer und das Schiff. Leider verpasste ich dadurch den
Vortrag „Hinter den Kulissen der Costa Serena“, der mich wirklich
interessiert hätte. Aber man kann nicht alles haben und der
Nachmittag war auch so sehr schön. Die Temperaturen lagen übrigens
tagsüber bei ca. 16°C.
Nach
dem „Romantischen Abendessen“ gingen wir noch mit unseren
Tischgenossen in die Mittelbar, um den Tag dort ausklingen zu lassen.
Cocktail des Tages war „Harvey's Walbenger“.
Vielleicht
fragt sich ja manch einer, was generell auf einem Schiff so geboten
wird (außer Mahlzeiten vom Frühstück für Frühaufsteher bis zum
Mitternachtsbuffet^^). Eigentlich ist den ganzen Tag über immer
irgendwo etwas los, die Informationen zum Tagesprogramm entnimmt man
der Bordzeitung „Today“, die jeden Abend auf die Kabine gebracht
wird (da steht überhaupt ALLES drinnen, was man wissen sollte/muss,
von den Öffnungszeiten der Bordgeschäfte und Bars über
Wissenswertes zu den jeweiligen Landgängen bis hin zur
Kleiderempfehlung für den Abend). Für die Sportlichen gibt es neben
dem Fitnessstudio und dem Joggingparcours auch die verschiedensten
Gymnastikkurse oder z.B. Tanzunterricht oder Tischfußball- oder
Basketball-Tourniere. Auch die verschiedensten Wellnessangebote kann
man gegen Aufpreis nutzen. Quizspiele, Italienischunterricht, Bingo,
Bastel-Kurse, Eis- bzw. Gemüseskulptur-Demonstrationen, Modenschauen
u.v.m. werden ebenfalls angeboten. Oder man verzockt einfach seine
Ersparnisse im Casino oder gibt sie beim Shopping in den
Bordgeschäften aus. Man findet aber auch tagsüber immer irgendwo
ein Plätzchen wo man seine Ruhe hat. Mir gefällt auf Costa-Schiffen
besonders, dass man alles kann, aber nichts muss.
Abends
ist im Theater immer Showtime mit einem täglich wechselnden Programm
– vom klassischen Konzert bis zur Big Band Show, es ist für jeden
Geschmack etwas dabei. Zudem gibt es in diversen Bars Livemusik und
verschiedenste Veranstaltungen wie Masken-Paraden, Karaoke,
Tanzwettbewerbe oder Bauchtanzvorführungen. Wer will kann aber auch
ganz in Ruhe seinen Cocktail genießen oder Fußball gucken – so
wie wir meistens.
03.12.2008
– Santa Cruz de Tenerife
Diesen
Morgen liefen wir gegen 8 Uhr in den Hafen von Santa Cruz de Tenerife
ein. Das Wetter war zwar nicht so berauschend (bedeckt, ab und zu ein
bisschen Regen), aber dennoch waren die Temperaturen angenehm bei bis
zu 18°C.
Santa
Cruz de Tenerife ist die Hauptstadt der spanischen Insel Teneriffa,
der größten der Kanarischen Inseln. Die Insel liegt vor der Küste
Marokkos und ist ca. 1300 km vom spanischen Festland entfernt.
Für
diesen Tag hatten wir einen Ausflug gebucht: „Teneriffa: Eine
Kostprobe seiner Kultur, Landschaft und typischen Produkte“. Mit
dem Bus fuhren wir um ca. 9 Uhr zuerst nach La Laguna, wo wir zu Fuß
die Stadt erkundeten. Wir spazierten durch die Calle Obispo Rey, eine
schöne, von Adelspalästen des 18. Jahrhunderts mit prächtigen
Fassaden gesäumte Straße und konnten in einen wunderschönen
Innenhof blicken, wo uns zwei kostümierte Damen grüßten. Zum
Abschluss hatten wir ein bisschen freie Zeit in einer Markthalle.
Komische Tiere blickten uns aus den diversen Auslagen an und
zahlreiche seltsame Früchte und Gemüse wurden angeboten. Vielleicht
hätten wir sogar etwas gekauft, aber wir Idioten hatten beide (!!!)
unsere Geldbörsen an Bord vergessen. Wie blöd kann man eigentlich
sein?
Von La
Laguna aus fuhren wir durch üppige Gebirgsvegetation und typische
kanarische Pinienwälder zum Naturschutzgebiet „Las Mercedes“. In
circa 1000 m Höhe konnten wir bei den Aussichtspunkten „Mirador
Jardina“ und „Pico del Ingles“ den grandiosen Ausblick über
Wälder, Berge und Täler bis zum Atlantik genießen und Fotos
machen. Hier hätte ich mir allerdings ein etwas besseres Wetter
gewünscht.
Wieder
zurück in der „Zivilisation“ kamen wir zur letzten Station des
Ausflugs, einer typischen „bodega“. Umgeben von alten Weinfässern
und zum Trocknen aufgehängten Schinken und Käsen durften wir
verschiedene Sorten Wein probieren und bekamen belegte Brote und
Kartoffeln mit einer leckeren, scharfen Sauce zu essen. Mir
persönlich mundete v.a. der Rose. Nach Wein und Häppchen bis zum
Abwinken war es viel zu schnell wieder Zeit zu fahren. Schade, hier
hätte ich es länger ausgehalten. Wahrscheinlich hätte ich mir auch
die ein oder andere Flasche Wein gekauft, aber ich bin ja blöd!
Zurück
im Hafen gingen wir nicht gleich wieder an Bord sondern erklommen die
Hafenmauer, wobei eine verschlossene Tür kein Hindernis darstellte.
Von der Mauer aus hatte man einen guten Blick auf die Costa Serena
oder konnte auch einfach nur auf das Meer schauen und die Wellen
beobachten. Nachdem wir es vorgemacht hatten kletterten immer mehr
Leute über die versperrte Tür und spazierten auf der Mauer herum.
Zurück
an Bord hatten wir sogar noch Zeit für ein spätes Mittagessen
(französische Spezialitäten). Total überfressen mit Oktopus legte
ich mich auf eine Liege am Lido Urano und schlief dort schließlich
ein.
Abends
stand Captains Dinner auf dem Programm, also Bauch einziehen und
wieder mal rein ins Abendkleid. Der Übersetzer der Speisekarte hatte
anscheinend keinen so guten Tag, so entdeckten wir u.a. die besondere
Spezialität: „Vollgestopfter Huhnbrust Costa füllte sich mit Pilz
Duxelle und Ricotta käse, serviert mit einer reichen weißen Wein
Soße, Kartoffelpüree, Erbsen und Karotten“. (*kicher*)
Nach
dem Essen gönnten wir uns einen Cocktail des Tages („Mai Tai“)
und sahen das Spiel AC Mailand gegen Lazio Rom an. Wir waren als
Lazio-Fans eindeutig in der Unterzahl, was uns aber nicht im
geringsten störte. Zurück auf unserer Kabine erwartete uns dann
noch eine kleine Überraschung: Eine Falsche Sekt! (Geschenk des
CostaClubs, da lohnt sich die kostenlose Mitgliedschaft^^)
Fortsetzung folgt...











