Fußball und Meeresfrüchte - unterwegs auf der Costa Serena 2008 (2)

04.12.2008 – Funchal

Gegen 7 Uhr lief die Costa Serena in den Hafen von Funchal ein. Ein toller Anblick, v.a. wenn man dabei noch im Bett liegt. (Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass eine Balkonkabine etwas tolles ist?^^)



Funchal ist die Hauptstadt der portugiesischen Insel Madeira, die ca. 1.000 km südwestlich von Lissabon und ca. 700 km westlich der marokkanischen Küste im Atlantik liegt. Madeira ist v.a. für seine üppige Vegetation bekannt.

Nachdem auch Gerald endlich aufgestanden war begaben wir uns zum Frühstücken auf Deck 9 und später auch auf Deck 10, wo wir uns dann auch die Zeit bis zum Mittagessen mit Schreiben und Lesen vertrieben. Mit uns im Hafen lagen die „Splendour of the Seas“ und die „AIDAcara“. Das Wetter war wirklich traumhaft: blauer Himmel, Sonnenschein und bis zu 20°C warm. So muss ein Urlaub sein! Ich wäre in der Sonne auf Deck 10 beinahe eingeschlafen.


Mittags gab es „mediterrane Spezialitäten“: Muscheln und Tintenfisch bis zum Abwinken! Lecker! Wieder einmal stellte sich mir die Frage, wie viel ein Mensch eigentlich essen kann bevor er platzt. An diesem Tag war ich nahe dran das heraus zu finden.

Leider zogen bis zum Nachmittag ein paar dunkle Wolken auf, es blieb aber dennoch schön und angenehm warm. Wir gingen gegen 14 Uhr von Bord um Funchal etwas zu erkunden. Obwohl ich gerne etwas mehr von der Stadt gesehen hätte kamen wir leider nicht all zu weit, da es Gerald nicht so gut ging und er nach kurzer Zeit doch arg zu schwanken begann. Also spazierten wir lediglich ein bisschen in Hafennähe herum, begutachteten die AIDAcara und die Splendour otS und verzogen uns schließlich wieder auf Deck 10 in die Sonne.

Ich muss schon sagen, Anfang Dezember im kurzen Rock und Top in der Sonne zu liegen hat wirklich was. Nachdem ich meinen mitgebrachten Roman von Dan Brown innerhalb kürzester Zeit gelesen hatte beschränkte ich mich die letzten Tage der Fahrt darauf einfach nur Musik zu hören und die Sonne zu genießen.

Gegen 18 Uhr verließen wir den Hafen von Funchal wieder und nahmen Kurs auf Malaga. In der Abendsonne sah die Stadt wirklich schön aus.
Nach einem wie immer äußerst üppigen Abendessen gingen wir auf Deck 9, um dort eine Tasse Tee bzw. Kaffee zu trinken. Der Tee bzw. Kaffee dort ist umsonst und besonders der Kaffee soll nicht so unbedingt der Brüller sein. Über den Tee kann ich mich nicht beklagen, schmeckte bei mir eh meist nur nach Zitrone.
Anschließend erstanden wir ein paar Fotos vom ersten Galaabend und gönnten uns einen Cocktail des Tages („Planters Punch“) in der Mittelbar. Ich lese ja immer wieder in Berichten, dass die Fotografen an Bord so schrecklich aufdringlich und die Preise für die Fotos fürchterlich überzogen wären. Mit den Fotografen hatte ich noch auf keinem Costa-Schiff Probleme (wobei sie auf der Mediterranea manchmal schon nervten), man sagt einfach höflich „nein danke“ und gut ist es oder lächelt einfach in die Kamera. Klar sind die Bilder schweineteuer, aber man MUSS sie ja auch nicht kaufen. Wir gönnen uns eigentlich von jeder Fahrt das ein oder andere Bild, v.a. die mit der Reiseroute drauf haben es mir angetan, die machen sich so schön im Eingangsbereich unserer Wohnung.
Da Gerald an diesem Tag etwas schwächelte ging er früh zurück auf unsere Kabine während ich endlich meine Postkarten zum Fotoshop brachte, ein wenig durchs Schiff schlenderte, einen Italiener abblitzen ließ und mir zum Schluss noch die „Tropical Party“ (mit „warmen Sommer-Rhythmen“ und bunten Blumenketten für die Gäste) auf Deck 9 gab. Da sich meine Feierlaune aber irgendwie auch in Grenzen hielt war mein Aufenthalt nur von kurzer Dauer. Die anderen Leute schienen aber ihren Spaß zu haben, v.a. die Italienerin mit der Pferdefresse am Nebentisch. Ich glaube, jeder 25jährige Ackergaul hat bessere Zähne als diese Tante. Eigentlich wollte ich ja noch das „Buffet unter den Sternen“ plündern, aber in meinem Magen war leider kein Platz mehr. So schlenderte ich nach einem Cocktail mitsamt meiner Beute (geschenktes Cocktailglas vom netten Kellner) Richtung Kabine.

05.12.2008 – 3. Seetag

Während die Costa Serena auf dem offenen Meer mit Kurs auf die Straße von Gibraltar navigierte war bei uns mal wieder (oder wie immer?) Erholung und Entspannung angesagt. Wie schliefen relativ lange – uns wurde ja auch in der Nacht eine Stunde „geklaut“ - und machten es uns es nach dem Frühstück auf Deck 9 beim Pool Lido Urano bequem. Zu unserer Belustigung gab es Wassergymnastik und auch unser Freund Gully leistete uns mal wieder Gesellschaft (*kicher*). Während Gerald auf einer der Ligen am Pool etwas döste verzog ich mich auf eine Liege einen Stock höher in der Sonne. Es war einfach herrlich – Sonnenschein, der Atlantik, der frische Wind! Immer mehr Menschen lockte die Sonne auf die oberen Decks – teilweise im Badeanzug, aber auch mit Winterjacke und Mütze (Italiener sind Weicheier!!).


Mittags gab es im Buffetrestaurant laut „Today“ indianische Spezialitäten (Oder sollten eigentlich indische gemeint sein? Danach sah es jedenfalls eher aus^^). Bei Gerald gab es an diesem Tag ausnahmsweise amerikanische Spezialitäten: Burger und Hot Dog. Ist auch mal ganz lecker, allerdings bevorzuge ich im Urlaub generell die Speisen, die ich zu Hause nicht bekomme.
Leider verschwand die Sonne im Laufe des Nachmittags und es wurde immer dunkler. So wurde es nichts aus einem erneuten Sonnenbad und Gerald hoffte wie immer (vergeblich) auf einen schweren Sturm. Nun gut, Kotztüten waren ja überall auf in den Treppenhäusern und Gängen verteilt (eignen sich hervorragend als Mitbringsel^^). Leider hatten wir um 13 Uhr die Vorführung mit den Eisskulpturen-Schnitzereien verpasst, da ich da noch in der Sonne gelegen hatte.
Was also tun an diesem Seetag? Da ich generell kein Fan von Spielen und sonstigen Animationsgeschichten bin entschloss ich mich einfach gar nichts zu tun und mich nebenbei über die anderen Passagiere zu amüsieren - wie über den Typ mit dem Flachmann am Tisch nebenan (kein Witz! Der hatte echt einen in seiner Jacke^^) sowie immer wieder neue Dinge auf dem Schiff zu entdecken (Waaaas, da ist auch ein Klo? Und ich renne immer quer durchs ganze Schiff!^^).
Dass Italiener immer in lärmenden Horden auftreten und nach dem Essen einen riesigen Saustall mit lauter noch halb vollen Tellern hinter lassen hatten wir ja bereits bei unseren letzten beiden Kreuzfahrten mit Costa bemerkt. Daran hatte sich auch nichts geändert. Aber so sind sie eben und mich darüber aufzuregen ist mir prinzipiell zu dumm. Es wäre allerdings echt mal schön, wenn sie ihre Kinder nicht ständig in den für Erwachsene reservierten Pool lassen würden. Auffällig war auch, dass sich die Wahl der Kleidung insgesamt eindeutig zum schlechteren gewandelt hatte. Gerade von den Italienern war ich da besseres gewohnt. Es befanden sich auch relativ viele deutsche Passagiere an Bord (v.a. aus der Generation 50+), die aber kaum auffällig wurden. Insgesamt konnte man mit allen Passagieren gut auskommen. Wer nervte wurde ignoriert oder ihm wurde einfach ein Ohr abgeschnitten. Als sehr angenehm empfand ich, dass man immer irgendwo ein stilles Plätzchen finden konnte, auch an Seetagen. Ja, ihr ewig nörgelnden Mitreisenden, wer suchet der findet – sogar ein stilles Plätzchen (und damit meine ich nicht die Toiletten^^). Wenn ich mich allerdings direkt dort hinlege, wo die Animatösen ihre Auftritte haben brauche ich mich auch nicht über die laute Musik etc. beschweren.
Und weil wir schon mal bei Beobachtungen sind, das Personal war wie gewohnt immer äußerst freundlich und bemüht, uns den Aufenthalt auf dem Schiff möglichst angenehm zu machen. Großes Lob an dieser Stelle! Sauberkeit wurde groß geschrieben, immer war irgendwo einer am Putzen. Das Essen war auch einfach gigantisch. Wer hier nicht satt wurde, dem ist nicht mehr zu helfen. Wie viel Kilo ich mir letztendlich auf dieser Reise angefressen hatte wird nicht verraten. Besonders mit den Kellnern in unseren „Stammbars“ hatten wir immer unseren Spaß (ich denke hier besonders an den netten Kellner aus der Sport-Bar, der nun weiß, dass Hefe wichtig für die Schönheit ist^^).
Das Schiff selber ist einfach riesig! Was aber nicht von Nachteil ist, da man so ausreichend Bewegung hat (Wenn ich jetzt eine Runde drehe, dann müsste eigentlich noch ein Stück Pizza in mich rein passen^^). Die Einrichtung mag manchen zu bunt sein, mir persönlich gefiel sie total gut (die Costa Mediterranea fand ich da schlimmer). Ich bin ja hier schließlich im Urlaub und nicht auf einer Trauerfeier. Ich werde es auf alle Fälle niemals bereuen, dass ich mich für eine Fahrt mit der Costa Serena entschieden hatte. Mit diesem Schiff würde ich jederzeit wieder eine Kreuzfahrt machen.

Um 17.30 Uhr waren wir zum CostaClub-Cocktail eingeladen. Kapitän Paolo Benini begrüßte seine Gäste in den verschiedenen Sprachen, deutsch muss er allerdings noch etwas üben. Es gab wie immer Gratis-Getränke und Häppchen.
Im Anschluss war italienischer Abend im Restaurant Ceres. Natürlich dufte die Show der Kellner am Ende des Essens nicht fehlen (immer wieder nett anzusehen, v.a. die „sexy“ Tanzeinlage).

Danach verschwanden wir schnell in unserer Kabine, um Anzug bzw. Abendkleid gegen ein bequemes Outfit zu tauschen, denn heute stand das Bundesliga-Spitzenspiel FC Bayern gegen Hoffenheim auf dem Plan – sofern es übertragen werden sollte. In der Sport-Bar warteten auch schon ein paar deutsche Gäste und wir erfuhren, dass alles davon abhängen würde, welcher Satellit angesteuert werden würde. Also Daumendrücken und die Rezeption mit Anrufen bombardieren! Und es klappte tatsächlich - wir konnten das Spiel auf „Dubai Sports“ verfolgen! Es war einfach zum Brüllen! (und ich bin mir sicher, der Kommentator sagte „Scheißdreck“^^) Das Spiel selber war spannend, das Ergebnis in Ordnung und die Stimmung einfach toll. Man muss sich das einmal vorstellen: wir mitten im Atlantik auf einem italienischen Schiff, der Kellner kam von den Philippinen und wir gucken deutsche Bundesliga auf einem Sender aus Dubai! Zu meiner besonderen Freude gewannen die Bayern das Spiel 2:1 nach einem späten Treffer von meinem Liebling Luca Toni.


Nach dem Spiel versumpften wir noch in der Mittelbar bei Bier und einigen Cocktails des Tages („Tequila Sunrise“) und ich lies sämtliche anderen Passagiere und Angestellte an meiner guten Laune teilhaben.

06.12.2008 - Malaga

In der Nacht passierten wir erneut die Straße von Gibraltar und die Sicht war wie ein paar Tage zuvor wieder ausgezeichnet. Ich war erneut beeindruckt von der Passage und beobachtete die Lichter an beiden Ufern von Deck 9 aus. Ein einfach grandioser Anblick!

Nach nur wenig Schlaf bewunderte ich in der Früh den tollen Sonnenaufgang und das Einlaufen in den Hafen von Malaga, der zweitgrößten Stadt Andalusiens und sechstgrößten Stadt Spaniens.


Da Gerald ja am Vortag etwas geschwächelt hatte, gab es keine Pläne für einen Landgang. Nach dem Frühstück legten wir uns auf Deck 10 in die Sonne – eingehüllt in schwarz-gelbe Wolldecken – und genossen die Sonne. Der Hafen von Malaga wurde seit letztem Jahr anscheinend umgebaut, jedenfalls kannte ich dieses neue Terminal noch nicht. Eigentlich wäre ich ja gerne zu dem Strand in Sichtweite spaziert, aber in der Sonne war es so schön und entspannend und so lies ich nach einem Telefonat mit meiner Mutter den Strand Strand sein und kuschelte mich in meine Decke (besser gesagt Wullis Decke^^).


Mittags gab es spanische Spezialitäten im Buffetrestaurant: Paella bis zum Abwinken! Fein!
Leider verließen wir um 13.15 Uhr den Hafen von Malaga bereits wieder.
Der Magen voll, die letzte Nacht kurz – da gibt es doch nichts schöneres als sich in die Sonne zu legen, was ich auch tat. Das Ende vom Lied war natürlich ein ziemlich rotes Gesicht zum Abendessen! Aufgrund der Temperaturen von ca. 18°C war auch keine Wolldecke mehr notwendig.
Um 15.30 Uhr gab es einen Vortrag zur Ausschiffung in Savona, die wie immer ablaufen sollte: farbiger Kofferanhänger in der Kabine und die jeweiligen Treffpunkte im Today. Im Anschluss holte ich unser kostenloses Foto vom CostaClub-Cocktail. Maaaann, warum müssen manche Leute immer drängeln und schieben, davon geht es auch nicht schneller. Das Foto nimmt einem ja keiner weg. Immer wieder dasselbe!
Zum „Auf Wiedersehen-Gala-Abendessen“ war mal wieder elegante Kleidung angesagt. Da ich aber mein Abendkleid bereits drei Mal an hatte entschied ich mich für mein Dirndl (= mein Hochzeitskleid). Auf unseren letzten beiden Kreuzfahrten hatten ja viele aus unserer Gruppe Tracht getragen (auf der Costa Mediterranea auch die Schotten^^), hier aber war ich so ziemlich die einzige und wurde auch dementsprechend angestarrt. Besonders zwei ältere italienische Damen auf der Toilette waren begeistert, während eine der deutschen Gäste bei meinem Anblick etwas pikiert schaute und sich einen entsprechenden Kommentar nicht verkneifen konnte. Mein Dirndl war ihr wohl nicht „Gala“ genug – egal, ihr „topschickes“ Twinset war auch nicht gerade der Reißer.
Vor dem Essen gönnten wir uns einen Cocktail des Tages an der Mittelbar (Mamas Lieblingscocktail „Sex in the Beach“). Der Pianospieler Valerio konnte es nicht lassen, sich über mich lustig zu machen und hauchte grinsend „Luca Toni! Amore!“ in sein Mikro als er mich sah. Ich sollte im Suff einfach meine Klappe halten!
Das Essen selber war an diesem Abend einfach traumhaft. Seit über einem Jahr hatte ich mich auf das Jakobsmuschel-Gratin gefreut. Wahnsinn, ich könnte das Zeug tonnenweise in mich rein schaufeln! Am Ende des Essens gab es die obligatorische Eisbombe mit Wunderkerzen (und Zuckerschock-Gefahr). Das Eis ist ja ganz lecker, aber dieses Zuckerzeug – wähhh! Gehört nun aber dazu, also einfach runter mit den Kalorien!
An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte zu den Franzosen am Nebentisch sagen: Ich verstehe es wirklich, dass man nicht so leicht schicke Abendgarderobe für Schwangere bekommt, auch dass man in diesem „Zustand“ nicht unbedingt gerne hohe Schuhe trägt. ABER jeden Abend diese grässlichen roten Turnschuhe? Und eine weiße, knielange Sporthose hat nun wirklich nichts mit Gala-Kleidung zu tun!!! Außerdem gehört es sich nicht, permanent eine halbe Stunde zu spät zum Essen zu kommen. So nicht, Froschfresser-Lady! Über die Tischmanieren und das ständige Gemotze will ich jetzt mal lieber gar nichts sagen.
Nach dem Essen gingen wir auf Shopping-Tour, gönnten uns einen Cocktail in der Mittelbar und bespaßten uns beim „Spiel des Apollo“. Es sollte der jeweilige Rhythmus verschiedener Lieder erraten werden und ich musste mich natürlich blamieren, da ich von zwei Leuten falsche Informationen bekam (nix Rumba, das war ein fucking Bossa Nova!!). Dann ging es weiter in die Sport-Bar, wo das Spiel Lazio gegen Inter lief und Lazio leider 0:3 verlor. Gut, dass wir nur den Schluss sahen. Dafür hatten wir mal wieder das Vergnügen mit unserem besoffenen Engländer. Dieser war uns schon öfter aufgefallen, besonders mir nachdem er mich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ein großes Tier auf meinem Rücken rumkrabbeln würde (*kicher*). Leider hatte der Typ einen fürchterlichen Dialekt und ich verstand ihn fast nicht. Konnte aber auch daran liegen, dass er einfach nur aufgrund seines Alkoholkonsums „etwas“ lallte. Nach ein paar Mitternachtssnacks gönnten wir uns noch einen Absacker in der Mittelbar und gingen dann auf unsere Kabine.

07.12.2008 – 4. Seetag

Für unseren letzten Tag auf der Costa Serena hatte uns Kapitän Paolo Benini etwas ganz besonderes versprochen: er würde uns ganz nahe an Mallorca vorbei fahren! Daher zog es mich auch verhältnismäßig früh aus dem Bett und ins Freie. Gegen 10 Uhr erschien tatsächlich die bekannte Urlaubsinsel vor uns. Obwohl es etwas frisch war waren viele Leute auf den oberen Decks, um den Ausblick zu bewundern. Ich schnappte mir eine Decke und machte zahlreiche Fotos bis mir der Akku „finito“ meldete. So was muss natürlich immer dann passieren, wenn man es am wenigsten braucht.


Ich holte Gerald, der ein bisschen länger geschlafen hatte, in der Kabine ab und begab mich wieder „nach oben“, um eine Kleinigkeit zu frühstücken während wir an Mallorca vorbei schipperten. Beim Pool Lido Urano trafen wir auch wieder auf unseren englischen Freund, der zunächst am Pool schlief und sich dann an der Wassergymnastik erfreute (Der alte Spanner!!^^).

Mittags gab es italienische Spezialitäten, was für uns Muscheln, Calamari und Meeresfrüchtesalat ohne Ende bedeutete. Dieses Leckereien würde ich zu Hause wirklich vermissen!
Eigentlich hatte ich ja vor den Rest des Tages bratend in der Sonne zu verbringen, aber leider war es mir draußen doch etwas zu windig und so beschloss ich, einfach ein wenig durch das Schiff zu schleichen. Später war es dann auch Zeit, die Koffer zu packen.


Nach dem Abendessen verabschiedeten wir uns von unseren Kellnern im Restaurant Ceres (deren Namen ich mir leider die ganze Fahrt über nicht merken konnte) und gingen ins Buffetrestaurant. Nein, wir hatten keinen Hunger mehr, nur einfach Lust auf ein letztes Stück Pizza und auf eine weitere Ladung von dem leckeren Meeresfrüchtesalat. Zum krönenden Abschluss durfte natürlich ein Cocktail an der Bar Lido Sole nicht fehlen. Da mir der Cocktail des Tages nicht zusagte („Pina Colada“) gab es für mich „Margarita“ und für Gerald Gin Tonic.
In der Sport-Bar wurde das Spiel irgendwer (ich nannte die Mannschaft der Einfachheit halber „Schalke“) gegen Genua übertragen. Also ich muss schon sagen, von der Serie A hätte ich mehr erwartet. Total langweiliges Gekicke. Dafür konnten wir mal wieder unseren englischen Freund und seine besondere Art einen Cocktail zu trinken beobachten. Bei ihm lief das folgendermaßen ab: Früchtedekoration entfernen – Strohhalm entfernen – Glas zwei Mal schwenken – runter mit der Plörre und zwar auf ex! Da war es natürlich auch kein Wunder, dass der gute Mann auffallend oft einen sitzen hatte. Ich labte mich derweilen an „Long Island Iced Tea“ und es war ein Wunder, dass ich noch halbwegs gerade durchs Schiff laufen konnte.
Zwischendurch musste ich noch in unsere Kabine, um mich umzuziehen (bequeme Klamotten für die Heimreise) und die Koffer vor die Kabine zu stellen (werden in der Nacht abgeholt).
Unseren letzten Abend ließen wir in der Mittelbar ausklingen. Nachdem wir noch ein paar Fotos mit unseren Kellnern und natürlich auch mit Valerio gemacht hatten hieß es schließlich endgültig von allen Abschied nehmen.


08.12.2008 – Savona



An unserem letzten Morgen an Bord erreichte die Costa Serena gegen 9 Uhr den Hafen von Savona. Zuvor wurden wir bereits unsanft durch lautes Rufen und Klopfen geweckt. Mit unserem Handgepäck (die Koffer waren bereits in der Nacht geholt worden) verließen wir unsere Kabine und frühstückten schnell eine Kleinigkeit im Buffetrestaurant, wo natürlich ziemlicher Andrang herrschte, da sich wohl die meisten noch ein letztes Mal den Magen voll schlagen wollten. Im Salon Luna warteten wir anschließend auf unsere Ausschiffung, die wie immer schnell und problemlos ablief. Bevor wir es überhaupt richtig mitbekamen waren wir schon von Bord und unser Urlaub war endgültig vorbei. Schade!

Unsere Koffer fanden wir auch ziemlich schnell und nachdem wir die italienischen Horden vorbei gelassen hatten machte ich mich auf die Suche nach unserem Bus während Gerald vor dem Terminal auf mich wartete und das Gepäck bewachte. Die wartenden Busse waren gut sichtbar mit den einzelnen Haltepunkten beschildert und so hätte ich unseren Bus auch ohne die Hilfe einer netten Costa-Mitarbeiterin gefunden. Er war natürlich der letzte in der Reihe. Nach einem kurzen Gespräch mit den Busfahrern bekamen wir auch einen schönen Platz unten im äußerst komfortablen „Reisebus der neusten Generation“. Da wir die ersten Passagiere waren vertrieben wir uns die Wartezeit bis zur Abfahrt mit einem Spaziergang bei 12°C und strahlendem Sonnenschein durch den Hafen und bewunderten ein letztes Mal die Costa Serena . Ich wäre so gerne wieder an Bord gegangen!
Über den Brenner fuhren wir schließlich Richtung Heimat. Auf der problemlosen Fahrt vertrieb ich mir die Zeit mit Musik hören und dösen. Nebenbei liefen auch Filme und um 20 Uhr konnten wir dank Satellitenempfang auch die Tagesschau sehen. Gegen 21 Uhr erreichten wir München-Fröttmaning. Nachdem wir uns von unseren Mitreisenden verabschiedet hatten fuhren wir nach kurzer Wartezeit mit dem Taxi zum Hauptbahnhof. Da unser Zug erst um 22.44 Uhr abfahren sollte stopften wir uns während der Wartezeit beim Burger King die Mägen voll. Um 00.30 Uhr hatte uns schließlich die Heimat wieder und wir wurden von meiner Mutter am Regensburger Hauptbahnhof in Empfang genommen.

Jetzt, nachdem ein paar Wochen seit unserer Reise vergangen sind, kann ich rückblickend sagen, dass es eine wirklich schöne Kreuzfahrt auf einem tollen Schiff war. Auch wenn ich gerne mehr Ausflüge gemacht hätte so war es insgesamt ein nahezu perfekter Urlaub. Im Dezember in Sommerklamotten in der Sonne liegen und sich die Meerluft um die Nase wehen lassen – was will man mehr?


Am Ende meines „kleinen“ Reiseberichts möchte ich mich bei Kapitän Paolo Benini und der gesamten Crew der Costa Serena für diese unvergessliche, wunderschöne Kreuzfahrt bedanken.

Mein besonderer Dank gilt den Ärzten, Schwestern und Therapeuten, die meinen Mann nach seiner Erkrankung wieder auf die Beine gebracht haben, so dass er mit mir diese Reise machen konnte, sowie meiner Mutter und meinen Freunden, die mich in dieser schlimmen Zeit unterstützt haben.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit! Falls es die Götter gut mit uns meinen werde ich mich Ende des Jahres mit „Spanien, Marokko und Atlantische Inseln reloaded“ wieder melden... 
 




© 2008 – 2009 Sabine Lehner