22.12. 2011 – Palma de Mallorca
An diesem Morgen erreichten wir gegen 8
Uhr Palma de Mallorca, die Hauptstadt der spanischen Mittelmeerinsel
Mallorca.
Im Gegensatz zu unseren „älteren
Herrschaften“, sich zeitig auf den Weg Richtung Altstadt machten,
wo sie sich u.a. die Kathedrale „La Seu“ ansehen wollten,
bequemten wir uns erst gegen 13 Uhr von Bord. Anstatt Kultur stand
bei uns „shopping“ und „relaxing“ auf dem Programm. In
Hafennähe machten wir auch schnell ein mögliches späteres Ziel in
Form einer kleinen Kneipe mit Freisitzen aus. Aber zuerst spazierten
wir gemütlich einen kleinen Hügel hinauf, wo wir oben ein
Einkaufszentrum entdeckten und von dort aus den schönen Ausblick
genossen. Der blaue Himmel und die Sonne – ein Traum! Nun war mir
auch klar, warum einige Rentner gerne mal auf Malle überwintern...
20°C im Dezember sind durchaus angenehm. Nachdem wir Kippen und eine
Bild-Zeitung (Schande über uns, aber wir wollten unbedingt die
Pokal-Ergebnisse wissen) erstanden hatten, okkupierten wir einen
Tisch vor der Kneipe, die uns zuvor bereits ins Auge gestochen war
und bestellten erst mal eine Runde Bier. (Dafür zumindest reichten
meine rudimentären Spanischkenntnisse^^)
Die Kneipe selber war ein wahrer
Alkoholiker-Traum – Schnapsflaschen über Schnapsflaschen und zu
unserer großen Freude gab es auch Jägermeister. Nach einiger Zeit
setzten sich Franzosen an den Nebentisch und wir stellten fest, dass
die beiden auch Passagiere auf der Costa Concordia waren. Wir
verstanden uns auf Anhieb gut und Patrice fand großen Gefallen an
unserem geliebten Hustenmittel. (Dafür bekam er aber von der
Bedienung kein großes Bier. Recht hat sie, für den Franzmann tut’s
auch ein kleines. Höhöhöhöhö!) Es stellte sich heraus, dass
Linda und Patrice aus Clermont-Ferrand, einer der Partnerstädte
unserer Heimatstadt Regenburg, stammten. Welch ein Zufall! Wir hatten
viel Spaß zusammen und es flossen einige Biere und Jägermeister
unsere trockenen Kehlen hinunter. (Anmerkung am Rande: Unser
20€-Paket wird/wurde anscheinend in Frankreich nicht angeboten.)
Nachdem uns unsere neuen Freunde wieder verlassen hatten, machten wir
auch noch die Bekanntschaft von Anna, einer Freundin der Bedienung,
die im Gegensatz zu dieser der englischen Sprache mächtig war, und
ich erfuhr wie man sich auf Malle richtig begrüßt. Hähä!
Irgendwann mussten wir uns dann aber doch wieder zurück auf den Weg
zum Schiff machen (nachdem wir unsere Zeche von 70€ inkl. Trinkgeld
und Freischnaps beglichen hatten), wo uns unsere Freunde von der
Security schon sehnsüchtig erwarteten. Als die letzten Passagiere
gingen wir um 17.25 Uhr an Bord und dann wurde auch schon die Gangway
eingeklappt. Das war knapp!
An diesem Abend war „Gala-Abendessen
des Kapitäns“ und so musste ich mich in kürzester Zeit in Schale
werfen und aufbrezeln. Das Abendessen war lecker und auch der Service
passte und am Ende bekam ich sogar ein Foto mit dem Maitre. (Da hilft
das ganze Ignorieren nix, wenn ich mir was in den Kopf gesetzt hab...
gell Herr Stinkstiefel^^) Später zogen wir wie immer noch durch die
Bars und ich setzte mich in der „Grand Bar Berlino“ eine Weile zu
den Leuten aus dem KF-Forum. Die Zecherei auf Malle zeigte allerdings
auch bald ihre Wirkung und so gingen bei mir an diesem Abend auch
relativ früh die Lichter aus.
(3)
23.12.2011 – Seetag
Der übermäßig Alkoholkonsum des
Vortages zeigte an diesem Morgen (oder besser Vormittag) deutlich
seine Wirkung und ich war mehr als froh, dass wir den ganzen Tag auf
See (im Meer von Sardinien) verbringen würden. Ich verließ mein Bett
erst, als mich der Hunger gegen Mittag quälte und verschwand nach
der Nahrungsaufnahme auch bald wieder in unsere Kabine. (Also
schlafen kann man in so einem Loch bei völliger Dunkelheit ziemlich
gut.)
Dummerweise verpasste ich das
traumhafte, sonnige Wetter und um 11 Uhr das „Oktoberfest“ auf
dem Pooldeck. Okay, auf letzteres konnte ich auch gut verzichten.
Aber im Nachhinein ärgere ich mich doch über mich selber, schlafen
hätte ich auch draußen in der Sonne können. Aber egal, am Abend
war ich wieder fit und das war auch gut so.
Für 19 Uhr hatten wir einen Tisch im
„Club Concordia“ reserviert. Hach, Pearl-Mitgliedschaft im
CostaClub ist schon was Feines. Das Essen im Zuzahl-Restaurant (für
uns natürlich auf Kosten des Hauses^^) ist immer wieder ein
besonderes Highlight. Als Vorspeise gab es (wie immer) für Gerald
Riesengarnelen-Cocktail und für mich Büffelmozzarella mit Tomaten
(dieses mal eindeutig besser als auf der Pacifica). Als
„Zwischengang“ wählte ich bunte Ravioli. Ich hatte wohl einen
„Pastatag“ und konnte beim Hauptgang der Pilzlasagne nicht
widerstehen. Bereut habe ich es keine Sekunde. Einfach lecker!!!! Für
Gerald gab es (neben meinen Resten) sehr guten toten Fisch. Zum
Abschluss teilten wir uns dann noch mein Tiramisu. Was den Wein
betrifft, so hatte mein Gatte mal wieder eine hervorragende Wahl
getroffen, nur beim Preis hatte er es ein bisschen übertrieben.
Musikalisch wurde unser Abendmahl übrigens von Elena am Klavier
begleitet.
Später sammelten wir dann Jens ein und
gönnten uns ein paar Cocktails in der Sportbar und irgendwann muss
ich dann wohl auch ins Bett gegangen sein. xD
(3)
24.12.2011 – Cagliari
Gegen 8 Uhr erreichten wir an diesem
Morgen den Hafen von Cagliari, der größten Stadt der italienischen
Insel Sardinien.
Nach dem Frühstück gingen Jens und
ich zeitig von Bord, um ein wenig durch die Stadt zu bummeln. Ein
kostenloser Shuttelbus brachte uns vom Schiff zum Hafeneingang und
von dort aus schlenderten wir durch die kleinen Gassen der Altstadt,
die mich total an meine Heimatstadt Regensburg erinnerten. Bis ganz
hinauf auf den Hügel schaffen wir es aber leider nicht, da war die
Faulheit einfach stärker, aber der Ausblick von dort aus muss
wunderschön sein. In Hafennähe begutachteten wir noch eine Art
Weihnachtsmarkt, aber außer kalorienreichen Süßigkeiten und
billigem Plunder schien es dort nichts Interessantes zu geben. (Dafür
wissen wir jetzt, wo die dicken, italienischen Ärsche her kommen^^)
Wir entschlossen uns, zu Fuß zur
Concordia zurückzugehen (war ja nicht weit) und ich wollte einen
Blick auf den Rummelplatz (2 oder 3 Fahrgeschäfte) werfen, den wir
vom Shuttelbus aus gesehen hatten. Zunächst aber zogen ein paar
Fischer auf ihrem Kutter unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wir
beobachteten sie eine Weile und überlegten, ob die Kerle wohl jemals
den Fischgeruch los werden würden. An der Absperrung zum
eigentlichen Hafengelände erwartete uns dann eine böse
Überraschung: man kam nur mit dem Bus hinein, zu Fuß keine
Chance... also wieder zurück zur Haltestelle. Hmpf!!!!
Natürlich waren wir ziemlich hungrig
als wir endlich wieder an Bord waren und so führte uns unser erster
Weg ins Buffetrestaurant.
Um 12.45 Uhr fand beim zentralen Pool
das „Pasta Festival“ statt, das ich mir nicht entgehen lassen
konnte. Besonders ein leckerer Tänzer in grün erfreute mein Auge...
höhöhöhö! Nachdem ich genug Sabber auf Deck 9 verteilt hatte,
zerrte ich meinen Gatten aus dem Bett und schleifte ihn erst einmal
ins Helsinki auf einen leckeren irischen Kaffee. Im Anschluss gönnte
ich mir dann noch Mittagessen Nr. 2 bevor ich mich auf Deck 11 begab,
um dort die Sonne zu genießen. Es war zwar etwas frisch (bis 13°C)
und der Wind blies einem ganz schön um die Ohren, aber das störte
mich nicht im geringsten. Ganz im Gegenteil – ich fand es herrlich!
(Danke Mama, deine Idee mit der Kreuzfahrt war supergeil!!)
Ich hätte noch stundenlang auf den
oberen Decks rumlungern könnten, aber ich hatte ja ein Date mit
„Joulupukki“ um 16.30 Uhr. Um das Today zu zitieren: „Der
Weihnachtsmann ist da. Wir erwarten alle unsere Costa Concordia
Kinder!“
Wahnsinn!! Obwohl wir zeitig im Atrium
waren, war auf Deck 3 bereits alles voller Kinder! Wo kamen die denn
alle so plötzlich her??? Mir war die vergangenen Tage definitiv
nicht aufgefallen, dass sich soooooo viele Kinder an Bord befanden.
Wenn ich da an unsere ersten Kreuzfahrten und die brüllenden
italienischen Kinder denke... kein Vergleich. Da unten im Atrium kein
Durchkommen war, entschloss ich mich, das Spektakel von Deck 5 aus
anzusehen, was sich als sehr gute Idee heraus stellte. Ich hatte
nicht nur einen guten Blick auf den Weihnachtsmann, sondern auch auf
den „Schneemann ohne Arsch“, der direkt neben mir Schneeflocken
ins Atrium rieseln lies. Geschenke für die Kinder, was zum Glotzen
für mich – ich liebe Weihnachten!!!!
Nach einem kurzen Abstecher ins
Helsinki auf einen irischen Kaffee war dann „aufwendiges“ Styling
für das „Weihnachts-Gala-Abendessen“ angesagt.
Die Tische im Restaurant waren festlich
dekoriert (sogar mit Kerze) und es herrschte richtig weihnachtliche
Stimmung. Auch die Speisekarte lies keine Wünsche offen und so
gönnte ich mir an diesem Abend als Vorspeise Hummer und nach dem
obligatorischen Pastagang folgte ein sehr leckeres Stück von der
toten Kuh.
Nach dem Essen gab es noch ein Gläschen
Sekt und einen Teller mit weihnachtlichen Spezialitäten aus dem
Hüftgold-Sektor. Der Kuchen war echt lecker, die getrockneten
Aprikosen auch (hatten auch nicht die befürchteten Auswirkungen^^),
der Mörtel mit Nüssen schmeckte wie... na ja... Mörtel eben und
die Hoden... nun... die habe ich nicht probiert. Auf alle Fälle war
die Stimmung an unserem Tisch festlich bis albern und ich war
zufrieden.
Später gingen wir dann in die
Arschbar, wo Mama und ich eine Rose geschenkt bekamen, und in die
Sportbar. Um Mitternacht fielen mir dann fast die Augen aus dem Kopf
– sowohl auf Deck 5 als auch auf Deck 3 im Atrium waren aufwendige,
weihnachtliche Dekorationen aus Teig, Früchten etc. aufgebaut.
Wunderschön! Man merkte richtig, wie viel Mühe sich die Crew
gegeben hatte. Mit gezückter Digicam schlenderte ich an den
Kunstwerken vorbei und genoss die festliche Stimmung. Das war
eindeutig der schönste Heilige Abend seit Jahren!
Für Erheiterung sorgte dann auch noch
der ultimative Melonenmann, bei dessen Anblick ich einen dezenten
Lachanfall bekam. In der Mittelbar lies ich dann gemeinsam mit Jens,
Roselle und meinem Weihnachtsgeschenk den Abend ausklingen. („Ohhh,
that’s no rat... that’s a...“ * eindeutige Handbewegung *)
(2,5)
25.12.2011 – La Valletta
An diesem Vormittag liefen wir gegen 10
Uhr in den Hafen von La Valletta, der Hauptstadt der Republik Malta
ein. Die Stadt gilt als eine der bestgesichertsten der Welt und wird
von einem Ring aus Bastionen umgeben. Malta stand ja schon länger
auf meiner Liste (v.a. nachdem Mama mir so sehr davon vorgeschwärmt
hatte) und ich wurde nicht enttäuscht. Schon vom Schiff aus war der
Anblick der Gebäude und Mauern ziemlich beeindruckend. Im Hafen
wartete auch noch eine besondere „Überraschung“ auf uns... ich
sag nur: „Gerald, guck mal, ein U-Boot!“ xD
Wir hatten beschlossen, dass sich die
ganze Familie gemeinsam auf Erkundungstour durch die Stadt begeben
würde – unter der Führung von Mama – und so zogen wir auch bald
nach dem Frühstück los. Leider verdunkelte sich der Himmel und es
begann sogar zu regnen als wir von Bord gingen. Glücklicherweise war
das schlechte Wetter aber nur von kurzer Dauer und bei bis zu 15°C
lies es sich draußen gut aushalten.
Am U-Boot vorbei führte uns unser Weg
zunächst den Berg hinauf, vorbei an der „Katzenbar“ – einer
Fütterstation für Katzen (so was habe ich in meinem ganzen Leben
noch nicht gesehen) zu den Upper Barakka Gardens. Dort wird täglich
um 12 Uhr die „Saluting Battery“ abgefeuert wird. Nun ja, täglich
außer am 1. Weihnachtsfeiertag!! Der Weg hatte sich aber dennoch
gelohnt, der Ausblick war einfach grandios!
Im Anschluss schlenderten wir gemütlich
durch die Straßen, bestaunten Gebäude, Kirchen, halbtote Tauben,
Kotze und die kleinen Taxis. Was mir besonders auffiel, waren die
sauberen Straßen – kaum Dreck und Müll. Uns kam der Verdacht,
dass unser Putzmann aus dem Alex-Center hier wohl nachts einen
Nebenjob hatte. Durch die Lage der Stadt auf einer Landzunge konnte
man auch von fast überall das Meer sehen. Auf und ab ging es durch
die Stadt, kaum war man eine der schmalen Straßen hinunter gegangen,
schon ging es wieder nach oben.
Am Ende unseres Rundgangs machte ich
noch einen Abstecher ins Hard Rock Café, wo ich ein T-Shirt erstand.
Wieder an Bord trieb uns der Hunger
erst einmal ins Buffetrestaurant (Garnelen bis zum Abwinken für
meinen Gatten!!) und ich genoss anschließend mal wieder die Sonne
auf den oberen Decks. Später am Nachmittag gingen wir gemeinsam mit
unseren „älteren Herrschaften“ ins Helsinki, wo wir
feststellten, dass auch die Torte bei unserem supergeilen AI-Paket
inkludiert war. (Und während wir alle „scharfen“ Kaffee genossen
gab es für Hermann Cappucchino mit Amaretto^^)
Um 18 Uhr verlies die Costa Concordia
den Hafen von Valletta und wir machten uns bereit für das
„Weihnachts-Gala-Abendessen“ Teil 2. Normalerweise bin ich mit
dem Essen auf Costa-Schiffen mehr als zufrieden, aber was wir an
diesem Abend vorgesetzt bekamen ging mal so überhaupt gar nicht!!
Die Vorspeise war noch sehr gut (für mich gab es Rind Carpaccio,
mein Pastagericht (Linguine mit Venusmuschelsauce) ein Traum, aber
der Hauptgang wäre bei mir selbst an einem normalen Abend
durchgefallen, „Gala“ war DAS jedenfalls nicht!! Die „Róst
Ganz mit Bigarade Saucen und Kartoffeln Berny“ (Originalbezeichnung
von der Speisekarte) war ein total zäher Vogel mit kaum Fleisch auf
den Knochen und der Fisch („Frischer Seebarsch mit einer Tomaten
und Kräutersauce serviert mit Zitronen und Öl“) war total
verkocht und starrte einen permanent aus seinen großen Augen an.
Eines kann ich aber mit Sicherheit sagen: Sowohl der Fisch als auch
die Gans waren definitiv tot!
Nach dem Essen ging es dann auf die
obligatorische Tour durch die üblichen Bars. Der Deko-Weihnachtsbaum
in der Arschbar wackelte bedenklich und es wurden auch Kotztüten
verteilt. Uns lies das wie immer kalt... so war wenigstens für ein
paar Mitbringsel gesorgt. An diesem Abend schafften wir es auch
endlich einmal in die „Disco Lisbona“, wo DJ Guly (* brüll *)
für die musikalische Unterhaltung sorgte. Im Vergleich zur Costa
Pacifica im Juli steppte hier der Bär und wir natürlich mit. (Die
Blicke mancher Leute waren zu geil... noch nie jemanden im Dirndl in
der Disse gesehen, oder was???^^)
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