26.12.2011 – Palermo
An diesem Morgen erreichten wir gegen 8
Uhr Palermo, die Hauptstadt der Autonomen Region Sizilien. Mein
Wunsch hier von Bord zu gehen war nicht besonders groß (schon von
Beginn der Reise an) und da wir nur eine kurze Liegezeit hatten und
zudem das Wetter äußerst bescheiden war (regnerisch bei max. 11°C),
entschloss ich mich einen „ruhigen“ Tag auf dem Schiff zu
verbringen.
Nach einem kleinen Frühstück zog es
mich um 12.45 Uhr an den zentralen Pool, um mich dort bei „Köche
laden zur Pizza Show!!“ bespaßen zu lassen. Die Show war auch
wirklich recht lustig (für denjenigen, der auf sinnfreie
Unterhaltung steht^^) – die Köche wirbelten den Pizzateig nur so
durch die Luft und am Ende der „Show“ gab es eine fette
Teigschlacht zwischen Crew und Passagieren. Gleich im Anschluss
folgte die „Große Überraschung der Besatzung“ mit
Tanzvorführungen der Crew. Hat mir gut gefallen, v.a. die
schrubberschwingenden Kabinenstewards waren nett anzusehen (Jens
erkannte sogar „seinen“ Glen). Als dann auch noch „der Tänzer“
mit seinem nicht vorhandenen Hintern vor mir herumwackelte, war ich
froh an Bord geblieben zu sein. (und soooo toll soll Palermo ja auch
nicht sein). Nur „der König“ hätte ein wenig motivierter und
freundlich schauen können.
Den Rest des Nachmittags verbrachten
wir auf Deck 9 am hinteren Pool mit Essen, rumgammeln und den Pool
unsicher machen. Zum Ablegen gegen 14 Uhr bequemte ich mich nach
draußen auf Deck 10, flüchtete aber nach ein paar Fotos schnell
wieder nach drinnen, da es immer stärker regnete.
Eine Ankündigung im Today hatte an
diesem Tag besonders meine Aufmerksamkeit erregt und zwar „Freie
Schüssel!“ um 15.30 Uhr am zentralen Pool. Ich fragte mich den
halben Tag, was da wohl dahinter stecken würde, und vor meinem
geistigen Auge tauchten viele Leute auf Kloschüsseln auf. Kopfkino
rulez! „Leider“ war die Schüssel keine Schüssel sondern ein Tor
(Übersetzungsfehler??) und mein Interesse war bei Null. Also ab ins
Helsinki! Und es stellte sich heraus, dass das die eindeutig bessere
Wahl war. Zwei Tische von unserem entfernt saß nämlich ein Kerl
(wahrscheinlich Amerikaner), der mir sofort ins Auge stach. Am Ende
meiner Beobachtungen (begleitet von lautstarken Kommentaren unseres
ganzen Tisches) wusste ich, dass er Rechtsträger war und keinen
Arsch in der Hose hatte. Hach! Das Leben macht manchmal so richtig
Spaß. Wobei er mir teilweise sogar leid tat... okay, nicht wirklich!
Höhöhöhö!
Später folgte der „Italienische
Abend“ (der dummerweise auch immer das nahe Ende der Kreuzfahrt
ankündigt) mit der obligatorischen Show der Kellner beim Abendessen.
Und ja, mir gefällt das jedes Mal wieder!!! (Wenn man seinen eigenen
Fotographen dabei hat, muss man sich das teuere Foto mit dem
Pizzamann auch nicht kaufen. Muhahahahaha!)
Später ging es dann noch auf Tour
durch die Bars und die „Fußgängerzone“. Besonders in der
Sportbar hatten wir ziemlich viel Spaß, auch wenn ich bei einem
meiner „Raucherausflüge“ in die Grand Bar (die Sportbar ist
komplett Nichtraucher) schlimme Dinge sehen musste. BÄHHHH! Dort
fand um 23.15 „Die Wahl zum Mr. Italia“ statt und der Gewinner
war ... mir fehlen die Worte, um den Kerl zu beschreiben und ich
glaube, so genau will das auch keiner wissen. Ich sag einfach nur: er
hat seine Corsage gut ausgefüllt und wusste mit der Peitsche
umzugehen...
(4)
27.12.2011 – Civitavecchia
Gegen 8 Uhr erreichte die Costa
Concordia die Hafenstadt Civitavecchia in der mittelitalienischen
Region Latium, die ca. 69 km nordwestlich von Rom liegt. Viele
Gäste würden den Tag für einen Ausflug in die „Ewige Stadt“
nutzen, wir allerdings hatten uns dagegen entschieden. Rom ist zwar
immer einen Besuch wert, aber nur ein paar Stunden in der Stadt
verbringen wäre für uns mehr Stress als alles andere gewesen. Zudem
würde unsere Kreuzfahrt ja auch am nächsten Tag enden und auf
hektisches Kofferpacken zwischen Rückkehr vom Ausflug und Abendessen
hatte ich wenig Lust. Und so gingen wir den Tag erst einmal ruhig an
und fuhren irgendwann nach dem Frühstück mit dem kostenlosen
Shuttelbus durch den Hafen Richtung Stadt. Als erstes zog es mich an
die Strandpromenade, wo wir zahlreiche Fotos machten, die Skulptur
des küssenden Paares begutachteten und dann eine ganze Weile in der
Sonne am Wasser saßen und aufs Meer starrten.
Später schlenderten wir gemütlich
Richtung Innenstadt (nachdem wir Flos Socke entdeckt hatten^^),
vorbei an einer fröhlich vor sich hin schmelzenden Eisbahn. Am Ende
unseres Rundgangs entdeckten wir schließlich eine Kneipe, wo man
draußen in einem Zelt sitzen (und rauchen) konnten. Ziel erreicht!
Wie immer hatten wir viel Spaß und trieben noch mehr Blödsinn. Ich
bekam ein Foto mit einem städtischen Angestellten und mit dem süßen
Kellner ohne Arsch und wir machten auch die Bekanntschaft einer
Killertaube (Ich hole meine Brüder^^). Nachdem wir unsere Zeche
gezahlt hatten spazierten wir gemütlich wieder Richtung Hafen und
plünderten auf dem Weg noch einen Souvenirshop, bevor es mit dem
Shuttlebus wieder zurück zur Concordia ging. Ebenfalls mit uns im
Hafen lagen übrigens die Costa Serena und die MSC Fantasia.
Gegen 17.20 Uhr waren wir wieder an
Bord und mussten natürlich aufgrund der fortgeschrittenen Zeit
gleich ins Helsinki für unsere tägliche Kaffeedosis, wobei ich
zwischendurch schnell mal auf Deck 10 hoch fuhr, um Fotos des
traumhaften Sonnenuntergangs zu machen.
Dann musste es schnell gehen...
duschen, fürs Abendessen um 18.45 Uhr stylen und nebenbei die Koffer
packen. Oh wie ich letzteres hasse! (Meine Männer tranken in der
Zeit lieber noch den ein oder anderen Kaffee...)
Beim Essen wurden wie immer die
obligatorischen Fotos mit den Kellnern gemacht und im Anschluss ging
es auf Abschiedstour durch das Schiff. Meine Stimmung war im Keller
wie am Ende jeder Kreuzfahrt, woran nicht einmal Cocktails oder „My
Way“ vom neuen Musiker in der Mittelbar etwas ändern konnten.
An diesem Abend
passierten wir auch irgendwann die „Isola del Giglio“, ob mit
oder ohne „Verbeugung“ kann ich nicht sagen, dieses Mal steuerte
Kapitän Francesco Schettino die Concordia jedenfalls ohne Schaden
daran vorbei...
(2,5)
28.12.2011 – Savona
Um 8 Uhr an diesem letzten Morgen an
Bord erreichte die Costa Concordia den Hafen von Savona, wo neben uns
die Costa Serena und die Costa Deliziosa, die am Abend zu ihrer
Weltreise aufbrechen würde, lagen. Das Wetter war einfach traumhaft,
was den Abschied vom Schiff aber auch nicht leichter machte.
Laut Plan sollten wir um 9.30 Uhr
ausschiffen, aber es kam zu Verzögerungen und als wir endlich von
Bord waren ging die Warterei weiter. Erst gegen 13 Uhr waren wir im
Bus und die Heimfahrt (dieses Mal über die Schweiz) konnte beginnen.
Am Abend erreichten wir nach einer
problemlosen Fahrt um 21.30 Uhr den Busbahnhof in
München/Fröttmaning, wo wir vom Airportshuttle Rosenmeier abgeholt
wurden und um 23 Uhr hatte uns dann die Heimat wieder.
Abschließend muss ich sagen, dass dies
mit Abstand eines der schönsten Weihnachtsfeste der letzten Jahre
war. Obwohl ich am Anfang von der Inneneinrichtung der Costa
Concordia nicht so begeistert war, so hat sich das Schiff im Laufe
der Reise einen Platz in meinem Herzen erobert.
Am 13. Januar 2012 kollidierte die
Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio mit einem Felsen,
schlug leck und liegt seitdem mit ca. 65 Grad Schlagseite vor der
Insel auf Grund. Die meisten der 4229 Personen an Bord konnten
gerettet werden, dennoch kostete dieses schreckliche Unglück mindestens 30
Menschen das Leben (2 Personen werden noch vermisst). Der Gedanke daran, dass zwei Crewmitglieder, mit
denen wir ein unvergessliches Weihnachten verbracht haben, die
Havarie nicht überlebt haben, macht mich sehr traurig. Erika und
Giuseppe – ich werde euch nie vergessen!
R.I.P. Costa Concordia
© Sabine Lehner
2012




