Buon Natale 2011 … oder auch: 9 Tage im Loch (1)

Hinweis:

Dieser Reisebericht beinhaltet meine persönlichen Erlebnisse und Gedanken während unserer Weihnachts-Kreuzfahrt 2011. Wer technische Details bzw. landeskundliche Informationen sucht möchte bitte die einschlägigen Internetseiten aufsuchen.

Vorfreude:
 
Die Idee zu dieser Kreuzfahrt entstand Weihnachten 2010 als meine Mutter und ich beschlossen, das Fest im kommenden Jahr einfach mal ganz weit weg fern der Heimat zu verbringen. Im Frühjahr 2011 wurde dann der Costa-Katalog nach möglichst günstigen Kreuzfahrten in der Weihnachtszeit durchstöbert – frei nach dem Motto: Route egal, Schiff egal, Hauptsache WEG - und schnell entdeckten wir die Fahrt zu den „malerischen Küsten des Mittelmeers“ mit der Costa Concordia. Mir persönlich gefiel die Route ganz gut - Malta stand schon längere Zeit auf meiner Wunschliste und ich würde auch endlich den 3. Anlauf zur Aktion „Stadion“ starten können. Auch die Männer waren mit unserer Wahl einverstanden (bzw. ihnen blieb ja auch nichts anderes übrig^^) und schnell war es beschlossene Sache, dass sich im Dezember 2011 die ganze „Familie“ auf den Weg ins Mittelmeer machen würde: meine Mama und ihr Freund Hermann, mein Mann Gerald, unser bester Freund Jens und natürlich meine Wenigkeit.

Nachdem ich mit Gerald und Jens im Juli das Nordkap erobert hatte verging die Zeit wie im Flug und schon war es auch wieder so weit, die Koffer zu packen. Wir hatten die An- und Abreise wie immer über Costa gebucht und der Transfer nach München sollte auch wie bereits im Juli mit dem Airport-Shuttle Rosenmeier erfolgen. Wir hatten Mamas Wohnung in Lappersdorf als Abfahrtsort gewählt und so wurde im Laufe des 18.12. sowohl das Gepäck als auch die gesamte Gang in meine alte Heimat gekarrt. Noch vor 23 Uhr stand dann auch unser Shuttle vor der Türe und es konnte los gehen.

19.12. 2011 – Savona

Am Busbahnhof in München/Fröttmaning hieß es erst einmal auf den Bus von Schmetterling Reisen warten und wir verzogen uns in einen beheizten Warteraum, um Erfrierungen an wichtigen Körperteilen zu vermeiden. Überpünktlich starteten wir letztendlich noch vor 0.45 Uhr Richtung Savona (mit unserem netten Bus-Team vom Juli!!!) und ich schlummerte auch sehr bald ein. Irgendwann in der Nacht wurde ich durch das fehlende Schaukeln unseres Busses wach und musste feststellen, dass wir im Stau standen – und das am Ende dann zwei geschlagene Stunden lang! Aus diesem Grund erreichten wir dann auch erst mit einiger Verspätung Savona. Aber wen interessierte das schon? Als wir bei strahlend blauem Himmel und ca. 10°C gegen 12.45 Uhr den Hafen von Savona erreichten und dort „unsere“ Concordia und die Costa Serena liegen sahen war mir alles egal. Endlich wieder Schiff – das war alles was in diesem Moment zählte! 



Die Zeit bis zur Einschiffung vertrieben wir uns im Hafenterminal und um 13.30 Uhr waren wir dann auch schon zu Hause... ähm... an Bord.
Als erstes machten wir uns auf die Suche nach unseren Kabinen und das erste Mal musste ich nach unten anstatt wir gewohnt nach oben gehen. Wir hatten aufgrund finanzieller Überlegungen dieses Mal (und auch das erste und letzte Mal!!!) eine Innenkabine gebucht. Wenn man zwei Kreuzfahrten auf einmal bucht, dann muss man eben auch gewisse Abstriche machen und unsere supergeile Heckkabine auf der Costa Luminosa im April/Mai 2012 wird mich hoffentlich dann auch für die neun Tage im „Loch“ entschädigen. Ganz ehrlich, beim ersten Anblick unserer Kabine Nr. 2373 wäre ich am liebsten davon gelaufen. Klein und v.a. dunkel! Klar, letzteres haben Innenkabinen so an sich, aber ich konnte mich bis zum Ende nicht damit anfreunden, nie zu wissen, ob es nun Tag oder Nacht war.
Nachdem der erste Schock überwunden und die Koffer ausgepackt waren machten wir erst einmal einen ersten Rundgang (nach oben, raus, in die Sonne!!!) und füllten dann unsere hungrigen Mägen im Buffetrestaurant „Parigi“. Hach, diese Pizza-Stücke!! Ich liebe sie!!!!
Bald war es dann auch schon Zeit, in unser Loch zurückzukehren. Um 17 Uhr sollte die obligatorische Rettungsübung stattfinden und ich wollte davor noch duschen, um danach dann gleich zum gemütlichen Teil des Abends über gehen zu können.
Um 17 Uhr legte die Costa Concordia im Hafen von Savona ab und 15 Minuten später ertönte auch das Signal zu Rettungsübung. Hmpf, ist schon dumm, wenn man im Loch sitzt und so vom Ablegen nichts, aber auch rein gar nichts mitbekommt. Gerade für Ersttäter ist das schon ein toller Moment, den sollte man meiner Meinung auch genießen können. Zumindest konnte ich im nachhinein ein Video vom Hup-Konzert der Concordia und der Serena sehen, das einer unserer Mitreisenden gemacht hatte.
Den Abend begannen wir traditionsgemäß mit einem Cocktail in der Bar „Europa“ im Atrium („Mittelbar“) und erfreuten uns an der Rechnung. Dank des neuen (von uns natürlich gleich gebuchten) „Ultra-all-inclusive-Pakets“ machte das „Bezahlen“ so richtig Spaß. Um 18.30 Uhr machten wir uns dann auf den Weg ins Restaurant „Milano“ und auf die Suche nach unserem Tisch Nr. 422, den wir nach kleineren Verwirrungen auch bald fanden. Leider funktionierte der Service an unserem Tisch mehr schlecht als recht und wir bekamen unsere Getränke erst pünktlich zum Hauptgang. Vielleicht nur Anlaufschwierigkeiten...
Außer den Getränken fehlte noch etwas: das typische Ruckeln oder einfach generell irgendwelche Bewegungen, an denen man merkte, dass man sich auf einem Schiff befand. Aber NICHTS!!!! Waren wir sicher schon los gefahren oder lagen wir noch im Hafen? Ein Blick durch Fenster aber zeigte uns, dass wir tatsächlich unterwegs waren.
Nach dem Abendessen war es erst einmal Zeit für einen Cocktail und eine Zigarette und so steuerten wir den „Salon Londra“ („blaue Arschbar“) an. Im Gegensatz zur „roten Arschbar“ auf der Costa Pacifica im Juli gab es hier zwar leider keinen Elvis, aber dafür nette Kellner (und Bierfilzl!!!) und wir stellten schnell fest, dass sich die 20€ pro Tag für das AI-Paket für uns wirklich gelohnt hatten. Alles auf der Karte bis 7,50€ war frei – also fast alle Cocktails (mit Ausnahme von ein paar Premium-Cocktails), Jägermeister (böse!!!) etc. und Soft Drinks sowieso. Ein Traum! Jedenfalls für mich, für meine Leber weniger!^^ Irgendwann musste ich dann auch eine Runde durch die Bordgeschäfte drehen (das „normale“ Angebot) und wurde dann auch gleich bei den reduzierten T-Shirts fündig. Dann ging es zurück in die Arschbar und im Anschluss ging ich noch mit Jens auf einen Absacker in die Mittelbar - jedenfalls war das der Plan.^^ Dort machten wir Bekanntschaft mit Maurizio, dem dortigen Musiker, und seiner Freundin Elena (Pianistin im „Club Concordia“) und bewunderten den weißen Bauch und seinen Sohn. Hinweis: Schwarze Klamotten machen zwar schlank, wenn unter dem T-Shirt allerdings der Bauch raus hängt, dann sieht das ziemlich doof aus!
Nach einem Long Island Iced Tea und diversen Costa Seas (bevor es nichts mehr gibt lieber schnell noch eine Ladung bestellen, ist ja fix weg das Zeug^^) begab ich mich dann doch irgendwann in unsere Kabine.
Für Jens wurde es in seiner Kabine 1085 auf Deck 10 eine eher unruhige Nacht, da die See wohl etwas bewegter war, davon war unten in unserem Loch allerdings rein gar nichts zu spüren und ich schlief tief und fest bis mich mein Wecker am Morgen unsanft aus meinen Träumen riss.
Feststellung des Tages: Kondom abziehen, sonst kann man saugen wie man will und es kommt nichts raus!
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20.12. 2012 – Marseille

Gegen 8 Uhr erreichten wir an diesem Morgen Marseille, die zweitgrößte Stadt Frankreichs, am Golfe du Lion.
Nach einem kleinen Frühstück im Buffetrestaurant auf Deck 9 inspizierten wir von Deck 10 aus erst einmal den anscheinend riesigen Hafen und entdeckten die Costa Deliziosa in einiger Entfernung von uns liegen. Wir hatten beschlossen, dass die gesamte Familie gemeinsam mit dem Shuttelbus in die Stadt fahren würde und gegen 11 Uhr gingen wir dann auch von Bord. (Die Vordrängler am Shuttlebus hatten übrigens keine Chance und wurden von der netten Costa-Mitarbeiterin in ihre Schranken verwiesen^^)
Vom alten Hafen aus schlenderten wir plan- und ziellos durch die Stadt. Mein persönliches Interesse an Marseille war bereits bei der Buchung unserer Kreuzfahrt sehr gering gewesen und daran konnte auch unser kleiner Stadtbummel nichts ändern. Gut, das Wetter war nicht das beste, aber selbst strahlender Sonnenschein hätte wohl letztendlich nichts an meiner Meinung geändert: Marseille muss man nicht unbedingt gesehen haben. Was ist mir nun im Gedächtnis geblieben? Die Gebäude waren teilweise sehr schön, an allen Ecken wurde gebaut oder renoviert und die Auswahl an Geschäften entspricht dem Angebot in jeder beliebigen deutschen Großstadt (mit Ausnahme der Knarren^^). Überall stehen Autos und Roller, Mopeds oder Motorräder, die teilweise sehr abenteuerlich gegen Diebstahl gesichert sind. Und es regiert der Dreck und Müll.





Da ich mich an diesem Tag nicht besonders gut fühlte entschloss ich mich, mit Gerald und Jens gegen Mittag wieder an Bord zurückzukehren, während Mama und Hermann noch weiter die Stadt erkundeten.

Auf dem Rückweg mit dem Shuttlebus zum Schiff kamen wir an Notre-Dame de la Garde vorbei. Diese im neobyzantinischem Stil erbaute Kirche entstand in den Jahren von 1853 bis 1864 und ist eines der Wahrzeichen der Stadt.
Wieder zurück im Hafen entdeckten wir ein Schiff von Pullmantur, konnten aber nicht erkennen, um welches es sich handelte.
Nachdem wir uns im Buffetrestaurant gestärkt hatten (Tintenfisch! Lecker!!!) machten wir einen kleinen Rundgang über die oberen Decks. Natürlich glotzen wir intensiv Richtung Costa Deliziosa, dem Schwesternschiff der Costa Luminosa (mit der wir Ende April die Karibik unsicher machen wollen) und stellten fest, dass diese wohl im Dock lag. Obwohl das Wetter immer besser geworden war wurde es uns doch irgendwann zu kalt und wir entschlossen uns, uns ins Café „Helsinki“ zu begeben und das dortige Kaffee-Angebot zu testen („Reise um die Welt“^^). Ich entschied mich für einen „Danish Coffee“ mit Aquavit. Wirklich geschmeckt hat das Zeug zwar nicht, allerdings verursachte es ein gutes Gefühl im Magen und ein noch viel besseres im Kopf, so dass ich mir noch ein 2. Glas gönnte. Als ich schließlich in unser Loch schwankte, um mich für das Abendessen herzurichten, hatte ich ein ziemlich zufriedenes Grinsen im Gesicht.
Um 18 Uhr war dann wieder Treffpunkt in der Mittelbar und gemeinsam gingen wir dann zum Abendessen und stellten fest, dass der Getränkeservice besser funktionierte als am ersten Abend. Waren doch wohl nur Anlaufschwierigkeiten gewesen oder die „Schmierung“ zeigte Wirkung... wer weiß...
Nach dem Essen zog es uns in die Arschbar und ich testete das erste mal in meinem Leben einen „White Russian“ – feines Zeug, macht nur leider den vom Abendessen schon gut gefüllten Magen noch voller. Im Gegensatz zum Vorabend hatten wir auch merklichen Seegang, was man v.a. an der Deko merkte. Der kitschige Weihnachtsbaum schwankte schlimmer als ich nach diversen alkoholhaltigen Getränken. Dank meiner Mutter (Hättest Du bloß nix gesagt!^^^) gab es auch noch einige Runden Jägermeister – ist ja alles inkl.!!! Später gingen wir noch in die Mittelbar, wo uns Hassan mit Zaubertricks bespaßte. Wir unterhielten uns auch wieder mit Maurizio und Elena und machten die Bekanntschaft von Giovanni, der leider am nächsten Tag das Schiff schon wieder verlassen musste. Echt schade, mit dem hätten wir sicher noch allerhand Spaß gehabt.
Die vorherrschende Farbe im Atrium der Costa Concordia ist grün und zu Beginn muss ich gestehen, hatte mich dies nicht besonders angesprochen. An diesem Abend aber stellten wir fest, dass wir uns eigentlich im Inneren einer riesigen Jägermeisterflasche befanden und von diesem Moment an war das Atrium mein Freund.



 (2,5)

21.12.2011 – Barcelona

Obwohl mich mein Wecker viel zu früh aus dem Bett holte, hatte ich dennoch an diesem Morgen ein fettes Grinsen im Gesicht. Auf unserem Programm stand nämlich der Ausflug „Panorama von Barcelona und Camp Nou Stadion“. Bereits 2008 und 2009 hatte ich diesen Ausflug gebucht und beide Male war er abgesagt worden. Doch in diesem Jahr schienen mir die Götter wohlgesinnt zu sein und voller Tatendrang begab ich mich um 8.30 Uhr zum Treffpunkt für den Ausflug. (Im Gegensatz zu unseren vorherigen Besuchen war die Costa Concordia bereits um 8 Uhr in Barcelona, der Hauptstadt Kataloniens und zweitgrößten Stadt Spaniens, angekommen und nicht erst mittags.)
Nachdem uns unser Führer im Bus begrüßt hatte ging unsere Fahrt zunächst auf den Montjiuc, den Hausberg Barcelonas, von wo aus man einen gigantischen Blick über die Stadt und auch den Hafen hat. Wir machten natürlich zahlreiche Fotos - auch von den städtischen Angestellten (in Angedenken an den Rasenmähermann^^) - und ich erstand ein Armkettchen.





Weiter ging es quer durch die Stadt, vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten, bis wir ES schließlich erreichten – das Camp Nou! Ich hatte es endlich mal geschafft! Über das Stadion des FC Barcelona kann man viel erzählen, am besten beschreibt man es aber einfach mit dem Wort „gigantisch“. Es wurde 1957 eingeweiht und bietet Platz für fast 100000 Zuschauer (und ist somit das größte Stadion Europas). Mit immer größer werdenden Augen folgte ich unserem Führer quer durch das Stadion, bewunderte die zahlreichen Pokale im historischen Museum des Fußballclubs, warf einen Blick in die Kapelle und stand irgendwann dann nahezu sprachlos am Spielfeldrand. HAMMER!!






 Während viele Teilnehmer am Ende unseres Rundgangs den Souvenir-Shop begutachteten, hatte ich etwas anderes vor. Es galt eine Mission zu erfüllen und ich war erfolgreich!!!! (Einzelheiten dazu spare ich mir und Fotos gibt es auch keine^^)

Unsere Fahrt führte uns dann weiter durch die Stadt bis wir bei der Kathedrale („La Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia“) unseren letzten Stopp einlegten. Gemeinsam mit Jens schlendert ich über einen Weihnachtsmarkt und wir lachten uns dort einen Ast über die „Scheißer“ – kleine Figuren (Fußballspieler und andere prominente Personen), die alle in eindeutiger Pose dargestellt waren. Frau Merkel fehlte allerdings wie wir feststellen mussten, aber dafür erstand ich Darth Vader (*megaschnauf*^^). Ansonsten gab es nur den üblichen Weihnachtsplunder und so stöberten wir im Anschluss noch kurz in einem Souvenir-Laden und warteten dann gemeinsam mit dem Rest der Gang auf die Weiterfahrt.
Mittags erreichten wir dann wieder den Hafen und ich war mehr als zufrieden. Der Ausflug hatte sich wirklich gelohnt. Barcelona ist eine tolle Stadt, die ich gerne mal wieder besuchen würde. Und überhaupt. ES ist vollbracht!!! xD
Um 13 Uhr begaben wir uns ins Buffetrestaurant, um erst einmal ausgiebig unsere Mägen zu füllen. Anschließend genoss ich auf Deck 10 die Sonne und versuchte vergeblich, die Bilder aus meinem Kopf zu bekommen, die dank Jens dort rumspukten. Manchmal kann Kopfkino echt eklig sein... Stichwort „Stahlzunge“.
Später war es dann auch wieder Zeit fürs Café Helsinki, wo ich dieses Mal einen Irish Coffee testete und sehr zufrieden damit war.
Um 18 Uhr verlies unser Schiff den Hafen von Barcelona und wir nahmen Kurs auf Malle. Unser Abend verlief wir üblich, wir hatten viel Spaß und „sparten“ wie die Weltmeister. In der Mittelbar mussten wir allerdings feststellen, dass Maurizio etwas Angst vor Gerald hatte. Er wollte gar nicht so recht glauben, dass mein Gatte wirklich keine kleinen Italiener frisst. Muhahahahaha! Am Ende ließen wir den Abend in der „Sportbar Stoccolma“ gemütlich ausklingen.
(3,5)