Wir haben noch lange nicht genug 2013 (2)

oder auch: Keine Termine und immer leicht einen sitzen

 

06.11.2013 Izmir / Türkei


Was passiert, wenn alte Leute sich einbilden, sie könnten die ganze Nacht Party machen? Richtig – sie verschlafen! Geweckt wurden wir von unserem Butler, der unser am Vortag (für die spätest mögliche Lieferzeit) geordertes Frühstück brachte. Und so starteten wir mit lecker Cappuccino, frisch gepresstem Orangensaft, Egg Benedikt und Lachsomelette in den Tag. Life could be worse! Da wollte sogar die alte Frau nicht mehr im Bett bleiben. ;)



Während des Frühstücks liefen wir in den Hafen von Izmir, der drittgrößten Stadt der Türkei, ein (ca. 9 Uhr). Wir hatten für Izmir von vornherein keinen Ausflug geplant und aufgrund des eher schlechteren Wetters (und der nächtlichen Party) konnte ich mich nicht einmal zu einem kleinen Spaziergang aufraffen. Von Bord wollte ich aber unbedingt – schließlich war es ja mein Plan gewesen, diesen besonderen Tag möglichst weit weg zu verbringen und meine Füße sollten deshalb zumindest kurz den asiatischen Kontinent betreten. Und so machten wir uns gegen 10 Uhr auf den Weg zum kürzesten Landgang aller Zeiten. Beim Verlassen des Schiffs vergaßen natürlich die obligatorischen Landgangkarten (das Alter macht sich schon ab und zu bemerkbar) und ich platzierte mich für ein Foto vor der Hafenmauer. Das war es dann auch schon und wir gingen unter den belustigten Blicken einiger Crewmitglieder wieder zurück an Bord.



Da viele Passagiere an Land waren gab es ausnahmsweise genug freie Liegen am zentralen Pool und auch Platz in den Whirlpools, was wir natürlich ausnutzen mussten. Es gibt doch nichts schöneres als sich ordentlich durchblubbern zu lassen, wenn es draußen so richtig ungemütlich ist (und einem zudem die vergangene Nacht in den morschen Knochen hängt). Eigentlich hatte ich ja auch noch vor, ein bisschen zu schwimmen, aber dazu war mir das Wasser im „großen“ Pool eindeutig zu kalt. Eine kurze Runde musste reichen und dann war Relaxing auf der Liege angesagt.
Bei einem Rundgang durchs Buffetrestaurant zur Mittagszeit erfreute mich dann noch besonders – es gab nämlich Muscheln! Da wurden dann auch wieder Erinnerungen an 2006 wach. Damals waren wir in Istanbul bei ähnlich schlechtem Wetter an Bord geblieben und hatten uns mittags am Pool die Bäuche mit Muscheln vollgestopft. Und auch dieses Mal sollten sich am Ende die leeren Muschelschalen auf dem Teller neben der Liege stapeln. Draußen wurde es dann immer dunkler und regnerischer und mir fielen irgendwann die Augen zu. Da auch mein Gatte ziemlich müde war zogen wir uns bald in unsere Kabine zurück. Natürlich verpennte ich das Ablegen um 15.30 Uhr, aber der Schlaf tat mir gut und so war ich am späten Nachmittag/frühen Abend hellwach und topfit. Und ich hatte Lust, den Obstkorb zu plündern! Normalerweise gammelt der gekörnt von einem Weintrauben-Gerippe (DIE mag ich nämlich^^) während der Kreuzfahrt immer fröhlich vor sich hin. Unsere guten Kabinengeister auf dieser Fahrt brachten aber täglich frisches Obst (mit abwechselnd grünen oder blauen Weintrauben) und ich verdrückte neben den Weintrauben auch noch 3 Äpfel. Streicht den Tag also bitte im Kalender an! ;)
Voller neuer Energie begaben wir uns in die Mittelbar, um dort den Abend mit einem Cocktail des Tages (lecker Margarita) zu beginnen, bevor wir uns auf den Weg ins Restaurant machten. Nach dem Abendessen gab es noch eine Torte (für mich sogar ein Stück in Herzform, geschätzte 10000000 Kalorien) und ein kleines Ständchen vom Maitre und unseren Kellnern.



Wir waren an diesem Tag echt faul und so nahmen wir nach dem Essen den Aufzug, um von Deck 3 auf Deck 5 zu gelangen. Keine gute Idee, denn in den Aufzug hatte jemand einen Koffer gestellt… und was für einen! Ich wusste echt nicht, ob ich lachen oder kotzen sollte, auf alle Fälle versuchte ich nicht zu atmen. Auf den Schock hin gönnten wir uns erst mal einen Espresso in der Pianobar. Später führte uns unsere abendliche Tour zur Poolbar, wo wir die Vorbereitungen für die ab 22.30 Uhr stattfindende „White Party“ inkl. Soundcheck beobachteten.



Da mir persönlich aber nicht nach Menschenmassen und Gedrängel war, hatte ich nichts gegen den Vorschlag meines Gatten, auf die Party zu verzichten und lieber auf unserer Riesenglotze das Champions-League-Spiel Dortmund gegen Arsenal anzusehen. Natürlich durfte dazu das ein oder andere Stück Pizza nicht fehlen, das wir uns auf dem Weg in unsere Kabine noch organisierten. Dass das Spiel letztendlich nicht so gut für Dortmund aus ging war mir dann doch ziemlich egal, für mich endete dieser ganz spezielle Tag mit einem Lächeln im Gesicht.
Temperaturen bis ca. 18°C
(3)

07.11.2013 Istanbul / Türkei


Für den heutigen Tag hatten wir einen Ausflug über Costa gebucht, den einzigen dieser Kreuzfahrt übrigens. Um den Stress mit der Organisation von Futter vor dem Ausflug zu vermeiden und weil wir am Tag zuvor sooooo begeistert waren hatten wir uns wieder das Frühstück auf die Kabine bestellt. Der Start in den Tag verlief so ziemlich entspannt und wir konnten in Ruhe das Einlaufen in den Hafen von Istanbul beobachten, während wir unsere Mägen mit Egg Benedict füllten. Um 7.30 Uhr legte die Costa Fascinosa an und wir hatten noch genug Zeit, bevor wir uns gemütlich zum Treffpunkt für den Ausflug „Blaue Moschee, Hagia Sophia und Basar“ in die Chéri Lounge begaben (8 Uhr). Bei unserem ersten Aufenthalt in Istanbul waren wir ja an Bord geblieben, doch dieses Mal wollte v.a. mein Mann unbedingt etwas von der Stadt sehen - die Blaue Moschee und die Hagia Sophia interessierten ihn besonders. Leider war das Wetter zunächst ähnlich wie 2006, also bäh! Aber das sollte unsere gute Laune nicht trüben.
Im Bus bekamen wir von unserem lustigen Führer erst einmal einen Audioempfänger sowie einen Ohrstöpsel (Gerald nahm natürlich seine eigenen Kopfhörer^^) - feine Sache. Während der Fahrt erfuhren wir allerhand mehr oder weniger Wissenswertes über Istanbul, Anmerkungen zu den zahlreichen Zuwanderern aus Ostanatolien („Die vermehren sich wie die Karnickel!“^^) brachten mich dabei besonders zum schmunzeln.
Unsere erste Station war der Sultan-Ahmet-Platz, wo sich im antiken Konstantinopel das Hippodrom befunden hatte. Leider war das Wetter nicht besser geworden, es regnete immer noch und ich verfluchte mich selber dafür, dass ich keine Regenjacke mitgenommen hatte. Dank des Audioempfängers war der Gang über den Platz aber wunderschön stressfrei – man musste nicht am Arsch des Führers kleben, um seine Erklärungen zu den wenigen verbliebenen Resten der antiken Anlage zu verstehen.



Wir gingen dann weiter zur Sultan-Ahmed-Moschee, die aufgrund der vielen blau-weißen Fliesen in der Kuppel und den oberen Teilen der Mauern auch als „Blaue Moschee“ bekannt ist. In der Moschee hieß es dann Schuhe ausziehen und Kopf bedecken (letzteres gilt nur für Frauen). Ich war natürlich gut vorbereitet und hatte mein Jägermeistertuch dabei, aber ein paar Leute waren mal wieder nicht fähig gewesen, die Beschreibung des Ausflugs zu lesen. Für die gab es dann verlauste Leihtücher. Harr harr!



Die Blaue Moschee ist wirklich einen Besuch wert – einfach wunderschön! Aber leider total überlaufen, weniger Leute wären besser gewesen, aber man kann im Leben ja nicht alles haben. ;) Dass manche Leute nicht lesen können hatte ich ja bereits festgestellt, mit dem Hören scheint es aber teilweise auch nicht so gut bestellt zu sein wie man dann beim Verlassen der Moschee sehen konnte. NACH dem blauen Stein erst die Schuhe wieder anziehen heißt halt NACH dem blauen Stein und nicht davor. Gab halt dann Anschiss von den Aufpassern, hähä!
Unser nächstes Ziel war die Hagia Sophia – eine ehemalige byzantinische Kirche und spätere Moschee, die heute ein Museum ist. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk, v.a. die monumentale Kuppel.



Als nächstes folgte der obligatorische Besuch eines Teppichgeschäfts. Viele Leute beschweren sich ja immer wieder über derartige „Verkaufsveranstaltungen“, ich persönlich habe keinerlei Probleme damit. Auch wenn ich mich jetzt nicht wirklich für Teppiche interessiere (ein Schmuckladen wäre mir lieber gewesen^^), so fand ich die Vorführung und die Erklärungen wirklich interessant. Nun weiß ich endlich wie das mit den ständigen „Totaler Räumungsverkauf“-Aktionen läuft. Alles nur Beschiss wie ich immer schon vermutet habe! Wir bekamen auch noch leckeren Apfeltee und konnten die sauberen Toiletten benutzen (wichtig^^). Während die meisten Ausflugsteilnehmer nach der Vorführung schnell Richtung Großem Basar verschwanden ließen wir uns noch ein paar weitere Teppiche von einem der Verkäufer, der wohl ein großes Geschäft witterte, zeigen. Es stellte sich heraus, dass mein Gatte ein gutes Händchen hatte und zielsicher die teuersten Seidenteppiche „auswählte“. Als wir unseren „Favoriten“ gefunden hatten mischte sich auch noch der Chef des Hauses in das Gespräch ein und am Ende war der Preis für das gute Teil von anfänglich 3460 Euro auf 2100 Euro gesunken. Hatte es nicht zu Beginn der Vorführung geheißen, dass wir hier in einem seriösen Geschäft mit seriösen Preisen und nicht auf dem Bazar sind??? Ich fand es auf alle Fälle lustig und ich frag mich immer noch, wie weit der Kerl mit dem Preis noch runter gegangen wäre, wenn ich das Gespräch nicht irgendwann abgebrochen hätte. Gelohnt hat sich die Sache aber auf alle Fälle, da wir am Ende noch einen Blick ins „Allerheiligste“ der Firma werfen durften – einen abgesperrten Raum, wo die wirklich teuren Teppiche gelagert werden. Hammer! Echt schöne Teile, aber weit jenseits unseres Budgets.
Im Anschluss spazierten wir noch Richtung Bazar und ich musste mich natürlich auch mit ein paar Souvenirs eindecken. Kleiner Tipp am Rande: Wenn man vor dem Teppichgeschäft auf den Bus wartet, dann tauchen plötzlich haufenweise Kerle auf, die allerhand Plunder zu verkaufen haben. Das ganze Zeug gibt es in den Geschäften ein paar Schritte weiter viel billiger.
Im Laufe des Vormittags war das Wetter immer besser geworden, statt dicker Regenwolken strahlte mittags die Sonne vom Himmel.
Um 13.30 Uhr waren wir wieder zurück im Hafen und nach ein paar Fotos gingen wir an Bord, um erst einmal das Buffet zu plündern. Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang zogen wir uns bald auf unsere Kabine zurück. Nach dem „anstrengenden“ Vormittag brauchte ich eindeutig etwas Ruhe und Entspannung und da bot es sich an, die Badewanne zu testen. Herrlich!!! Ich wäre am liebsten gar nicht mehr raus! Blubberdiblubb! Danach machte ich es mir auf dem Balkon gemütlich und testete ausgiebig meine neue Kamera. (Ich liebe dieses Teil!!!)






Gegen 18 Uhr steuerten wir frisch gestylt und bester Laune die Schokoladen-Bar „Bagdad Café“ an, wo wir den Abend mit einem „Planters Punch“ einläuteten. Von unserem Platz aus direkt am Fenster konnten wir ab 18.30 Uhr auch das Auslaufen aus dem Hafen von Istanbul beobachten und ein paar Fotos machen.
Für 19.15 Uhr hatten wir dann einen Tisch im Restaurant „Club Fascinosa“ reserviert und wir wurden (wie gewohnt) nicht enttäuscht. Das Surf and Turf war wirklich vorzüglich und der Service einfach perfekt. Nach dem Essen steuerten wir die Pianobar an, wo wir uns köstlich über „Porno-Karl“ amüsierten. Dieser Passagier war uns schon einige Male aufgefallen, v.a. weil er wegen seiner Rotzbremse aussah wie ein Pornodarsteller aus den 70er Jahren. Porno-Karl lies es an diesem Abend so richtig krachen. Er kippte einen Drink nach dem anderen und am Ende auch noch den Cocktail seiner Frau/Freundin, die irgendwann genervt abgezogen war. Alleine wie er die Deko vom Cocktail verputzte und die Überreste der Ananas im Glas versenkte hätte eigentlich gefilmt werden müssen. Und sein Abgang (wie viele Anläufe waren das eigentlich bis er es aus dem Stuhl geschafft hatte??^^) hätte auch aus einem Sketch sein können.
Gegen 23 Uhr gingen wir auf unsere Kabine, um zumindest einen Teil der Fahrt durch die Dardanellen vom Balkon aus zu verfolgen und einige Fotos zu machen. Da wir noch nicht müde waren und auch noch Durst hatten beschlossen wir, später noch in die Disco zu gehen. Das stellte sich als ziemlich guter Plan heraus, denn wir trafen dort ein Paar aus Malta, mit denen wir viel Spaß hatten.
Weitere Schiffe in Hafen von Istanbul: Pacific Princess, Louis Olympia, MS Riviera
Uhrumstellung: eine Stunde zurück
Temperaturen bis 19°C
(2,5)

08.11.2013 Seetag


Es gibt keinen schöneren Start in den Tag als vom Butler mit dem Frühstück geweckt zu werden. Also daran könnte ich mich gewöhnen. Da wir den kompletten Tag auf See verbringen würden bestand auch keinerlei Eile und ich gönnte mir in aller Seelenruhe Räucherlachs und Cappuccino auf dem Balkon in der Sonne.



Gerald hatte beschlossen, noch ein wenig im Bett zu bleiben, und mich zog es erst einmal auf die oberen Decks, wo ich bei einem ausgiebigen Spaziergang das traumhafte Wetter genoss. Später plünderte ich noch die Bordgeschäfte und erholte mich von meiner Shopping-Tour bei einem Spritz an der hinteren Poolbar.



Gegen Mittag überzeugte ich meinen Gatten, auch endlich sein Bett zu verlassen und nachdem wir unsere Mägen gefüllt hatten landeten wir – oh welch Wunder – an der hinteren Poolbar. Ich liebe Seetage! Einfach mal nichts tun und die Seele baumeln lassen. Oder alternativ den ein oder anderen Spritz an der Poolbar trinken und Späße mit den Kellnern machen.
Um 16.15 Uhr hatten wir dann einen Termin mit der deutschen Hostess Simone zur Führung „Ein Blick in die Kombüse des Schiffes“ (ein weiteres „Gold-Privileg“). Wir hatten 2010 auf der Fortuna schon einmal eine Küchenführung mitgemacht und waren auch dieses Mal wieder fasziniert (und amüsierten uns über die blöden Fragen von einigen anderen Teilnehmern). Am Ende der Führung gab es sogar noch Häppchen und Prosecco.




Bevor ich mich für mein abendliches Styling ins Bad verzog brachte ich dann auch noch schnell den Auslöser meiner Kamera zum Glühen – dieser gigantische Sonnenuntergang hatte es auch wirklich verdient, für die Ewigkeit festgehalten zu werden.




Gerald war in der Zwischenzeit schon voraus in die Mittelbar gegangen, um den Cocktail des Tages (Melon Ball) zu testen. Dort holte ich ihn dann ab und wir gingen zum 2. und auch letzten Gala-Abendessen. Bei der Vorspeise mussten wir nicht lange überlegen und entschieden uns beide für den Meeresfrüchtesalat. Für mich gab es dann noch „Paccheri Pasta mit Schwertfisch Sauce und Auberginen“ und als Hauptgang „Gegrillte Lachsscheibe mit Pont Neuf Kartoffeln und Gemüse“, Gerald wählte „Glasierte Ente mit Orangensoße, serviert mit Berny Kartoffeln und Rotkohl“. Und als Nachspeise kamen wir um das obligatorische Stück Baked Alaska nicht herum.



Danach machten wir es uns erst einmal in der Pianobar gemütlich und „bewunderten“ die teilweise sehr fragwürdige Kleiderwahl einiger Passagiere. Später gingen wir noch auf Deck 9, um einen Blick auf das „Buffet unter den Sternen“  zu werfen, verzogen uns aber dann bald (inkl. Pizza^^) auf unsere Kabine.
Temperaturen bis 25°C
(3)

09.11.2013 Dubrovnik / Kroatien


An diesem Tag stand Dubrovnik auf dem Plan, im Gegensatz zu 2006 sollten wir aber nicht tendern, sondern im Hafen von Gruz anlegen. Wir hatten keinen Ausflug gebucht und wollten lediglich ein wenig durch die Altstadt von Dubrovnik, die 1979 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden war, schlendern und ein bisschen in den zahlreichen Souvenirshops stöbern. Nach dem Frühstück (natürlich mal wieder auf der Kabine^^) organisierten wir zunächst einmal unsere Tickets für den Shuttelbus (10 Euro p.P. für Hin- und Rückfahrt) und suchten uns dann ein Plätzchen am hinteren Pool, um dort ab 11 Uhr die Fahrt am historischen Dubrovnik vorbei in den Hafen zu beobachten, wo wir um 12 Uhr anlegten. Eine Stunde später saßen wir dann im Bus Richtung Altstadt.
Dubrovnik hatte uns bereits bei unserem ersten Besuch sehr gut gefallen und auch dieses Mal genossen wir es, durch die Stadt mit ihren schmalen Gassen zu schlendern. Von den Zerstörungen durch den massiven Beschuss der Stadt im Kroatienkrieg ist so gut wie nichts mehr zu sehen, man kann allerdings immer noch an den hellen Stellen in den Mauern die ausgebesserten Schäden erkennen. Die Fascinosa war an diesem Tag das einzige Kreuzfahrtschiff im Hafen und daher hielt sich die Menschenmenge in Grenzen, allerdings kann ich es mir gut vorstellen, dass besonders im Sommer, wenn mehrere Schiffe anlegen bzw. auf Reede liegen, und dazu noch die „normalen“ Touristen kommen, es in der Stadt ganz schön eng werden kann. Unser Weg führte uns zunächst durch die Hauptstraße Richtung alter Hafen.






Auf einen Rundgang über die Stadtmauern hatten wir keine Lust, unser Plan sah vielmehr einen kleinen Umtrunk in dem Café vor, das mir meine Mutter empfohlen hatte. Da sich dieses aber in Hafennähe befand und es dort meiner Meinung nach zu windig war spazierten wir dann doch lieber wieder zurück Richtung Stadtzentrum, wo ich für kurze Zeit in einem Souvenirladen abtauchte (ganz schön gesalzene Preise). Versteckt in einer kleinen Gasse entdeckten wir dann das Irish Pub „Karaka“, das uns perfekt für eine Pause erschien. Wir machten es uns an einem der Tische vor dem Lokal bequem und verfolgten bei einem Guinness dank freiem Internet das Spiel des Jahn Regensburg und den Anfang des Bayern-Spiels auf Geralds Smartphone. Neben den riesigen TV-Geräten und sauberen Toiletten in der Kneipe finde ich besonders den Zustand der Straße vor der Kneipe erwähnenswert. Es war so sauber als wäre unser Putzmann aus dem Alex-Center gerade mit seiner Reinigungsmaschine durchgefahren – kein Papierfetzen, keine Kippe, nix! (Den Preis für unsere Zeche am Ende erwähne ich lieber mal nicht, echt gesalzene Preise^^)
So gegen 16 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Schiff, wo ich mich natürlich erst noch die zahlreichen Souvenirstände im Hafen wühlen musste bevor wir wieder an Bord gingen. Es folgte dann der unschöne Teil einer Kreuzfahrt – das Kofferpacken. Wähhhhhhhh!
Um 17.30 Uhr setzte die Fascinosa Kurs auf Venedig und mir wurde bewusst, dass unsere Reise bereits am nächsten Morgen zu Ende war. Eine Woche ist definitiv zu kurz!!!!!!
Das Abendessen war wie immer einfach lecker – wie an jeden Tag dieser Reise! Alleine von meiner Vorspeise (Räucherlachs) hätte ich mehrere Portionen verdrücken können.




Nach dem Essen steuerten wir natürlich die Pianobar an, wo wir uns nach den obligatorischen Cocktails von unserem netten indischen Kellner verabschieden mussten (auch für ihn war es der letzte Abend auf der Fascinosa). Es folgte ein letzter Rundgang durch das Schiff, der auf Deck 9 endete. Ein letztes Pizzastück zum Abschied durfte natürlich nicht fehlen. Zurück in der Kabine packte ich dann noch die letzten Teile in den Koffer und fiel bald glücklich und traurig zugleich in einen (schiffstypischen) Schlaf.
Temperaturen bis 19°C
(3)

10.11.2013 Venedig / Italien


Da wir am Vorabend relativ früh ins Bett gegangen waren fiel uns das Aufstehen nicht all zu schwer. Verständlicherweise war meine Laune nicht gerade die beste als wir gemütlich unsere letzten Habseligkeiten zusammenpackten. Venedig empfing uns zunächst mit dichtem Nebel, der sich aber schnell auflösen sollte. Nachdem wir uns von unseren guten Kabinengeistern Marconi und Ruben verabschiedet hatten gingen wir auf Deck 9, um zu frühstücken. Das Chaos im Buffetrestaurant war natürlich gigantisch und deshalb setzten wir uns an den hinteren Pool ins Freie. Bei einem letzten Cappuccino genossen wir in der Sonne die Fahrt durch Venedig. Einfach toll und ich bin froh, dass ich das erleben durfte.




Am liebsten wäre ich sitzen geblieben (so für ca. 14 Tage^^), aber gegen halb 11 Uhr half alles klagen nichts mehr, wir mussten uns langsam aber sicher in die Chéri-Lounge begeben. Die Ausschiffung selber verlief schnell und ohne das übliche Chaos ab und innerhalb kürzester Zeit waren wir runter vom Schiff. Unsere Koffer waren auch schnell gefunden und dann hieß es erst einmal am Parkplatz vor dem Hafenterminal auf den Bus warten. (Dass es manche Leute immer eilig haben müssen und bei jeder Kleinigkeit anfangen zu motzen… tztztz) Unseren Freund Porno-Paul sahen wir auch wieder, der Sack hatte sich tatsächlich im Rollstuhl vom Schiff bringen lassen! Die Zecherei an Bord war wohl doch ein bisschen viel gewesen, hähä! Als unser Bus von Schmetterling-Reisen kam war unser Gelächter groß, hatten wir doch noch kurz zuvor über das Thema Sitzplatz gewitzelt – und tatsächlich hatten wir mal wieder die Plätze 1 und 2!
Um 11.25 Uhr starteten wir Richtung Heimat und ich konnte (im Gegensatz zur Hinfahrt) sogar den ein oder anderen Blick auf die neue, sich noch in Bau befindliche Costa Diadema erhaschen, die voraussichtlich im November 2014 in Dienst gestellt wird. Die Rückfahrt selber verlief problemlos, wir unterhielten uns anfangs ein bisschen mit den Damen hinter uns und dösten dann vor uns hin.
Es gibt ja öfter mal Situationen, die mich am Verstand meiner deutschen Landsleute zweifeln lassen - auf der Rastanlage Inntal war es mal wieder so weit. In der Schlage vor den Toiletten stand hinter mir ein älteres Ehepaar und der Frau erschien die Benutzungsgebühr wohl zu hoch. Deshalb meinte sie zu ihrem Mann wortwörtlich: „Waaaaaas???? 70 Cent???? Geh, da gemma lieber im Bus aufs Klo!“ Während ich nur verständnislos den Kopf schüttelte war ihm das Ganze sichtlich peinlich und er überredete sie, doch die Toilette auf der Raststätte zu benutzen. („Nimm aber den Coupon mit, den könnma einlösen!“^^)
Kurz nach 20 Uhr erreichten wir dann den Busbahnhof in München/Fröttmaning und auch unser Fahrer vom Airport-Shuttle Rosenmeier lies nicht lange auf sich warten und lieferte uns schließlich um 21.20 Uhr zu Hause ab. Eine wunderschöne, nur leider viel zu kurze Kreuzfahrt war zu Ende.

Der Vollständigkeit halber will ich an dieser Stelle noch die möglichen Titel für diesen Bericht erwähnen, die geprüft und abgelehnt wurden:
„Tick, Tuck und Töff Töff x2 – Warme Tage im November“
„Costa IX – Im Zentrum des Universums“
„Costa Faschistinosa – Unterwegs mit Luftminen und Plattfüßen“
„Please bring me another Tequila Sunrise“
„Steht ein Koffer im Aufzug“

Zum Schluss möchte ich mich bei Kapitän Nicolantonio Palombella, beim 2. Kapitän Lorenzo Costaguta und der restlichen Crew der Costa Fascinosa für diese unvergessliche Kreuzfahrt bedanken.

Mein Dank gilt natürlich auch meiner Mutter fürs Wohnungshüten und dem TUI ReiseCenter im Donaueinkaufszentrum/Regensburg für Angebotserstellung und reibungslose Buchung.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit. Und ihr wisst ja, falls es die Götter gut mit uns meinen, werde ich mich in Kürze wieder melden... wenn wir das schwarze Meer erkundet haben.

Und nicht vergessen:  „A dream is all we need!“



© Sabine Lehner 2014