06.05.2015 Vigo / Spanien
Kurz nach 7 Uhr legten wir in Vigo,
einer bedeutenden Hafen- und Industriestadt in der autonomen Region
Galicien im Nordwesten Spaniens, an. Ich stand kurz auf, um die Lage
zu sondieren, ein paar Fotos zu machen und eine Sitzung zu halten und
legte mich dann noch einmal kurz aufs Ohr.
Gegen 9 Uhr trafen wir uns mit Jens zum
Frühstück und nach einem schnellen Cappuccino in der Mittelbar
gingen wir eine Stunde später von Bord. In Vigo waren wir ebenfalls
2007 bereits gewesen und wir hatten denselben Plan wie damals: wir
wollten zum „Monumento Aos
Galeóns de Rande“.
(Ist definitiv auch ohne die Hilfe von spanischen Polizisten zu
schaffen, Mama!!!)
Der
Weg auf den Berg war lange und beschwerlich für Gerald. Ich hätte
es wirklich verstanden, wenn wir abgebrochen hätten. Doch aufgeben
kam für meinen Gatten nicht in Frage und so biss er die Zähne
zusammen und schaffte es tatsächlich bis zu unserem Ziel: den
Ankern. Ich kann gar nicht in Worte fassen wie stolz ich auf ihn
war!!
Während es sich meine Männer auf
einer Bank gemütlich machten spazierte ich noch ein bisschen
Richtung Park und genoss dann ebenfalls die Sonne und den herrlichen
Ausblick. Sogar ein Gratis-Unterhaltungsprogramm gab es: städtische
Bauarbeiter (einer arbeitet, zwei sehen zu^^), eine „Dame“ aus
Sibirien (ihr Alter entkam ihr am Ende doch nicht^^) und dann war da
noch die Nahtoderfahrung unseres Scheißers beim Zusammentreffen mit
einer wilden spanischen Bestie. Auf alle Fälle hatten wir viel zu
lachen und machten auch zahlreiche Fotos von den Ankern.
Nachdem die Kniekranken genug gerastet
hatten schlenderten wir gemütlich den Berg wieder hinunter Richtung
Altstadt. In einer kleineren Gasse wurden wir von einer netten Dame
(Animierschlampe) vor einer Tapas-Bar („La Charra“) angesprochen
und da es gerade perfekt passte, ließen wir uns auf dem etwas
ungewöhnlichen Freisitz nieder. War eine ganz schön wackelige
Angelegenheit auf die „Rampe“ zu kommen. Aber egal! Wir
bestellten uns eine Karaffe Sangria und waren begeistert! Echt
leckeres Gesöff! Dazu gab es auch noch Oliven. Geht doch nichts über
das Testen von lokalen kulinarischen Spezialitäten! Es stellte sich
am Ende heraus, dass das die besten Oliven auf dieser Kreuzfahrt
waren. (Oliven sind ja bekanntlich wichtig!!)
Gut gelaunt ging es danach weiter
Richtung Hafen, natürlich nicht ohne auf dem Weg einen Souvenir-Shop
näher zu inspizieren. Und der hatte es in sich. Neben dem
Standard-Zeug gab es noch Muscheln in allen Größen, Kunsthandwerk
und vieles mehr. Im hinteren Teil des Ladens befand sich auch noch
eine kleine, sehr interessante Fossilienausstellung. Das gefiel dann
sogar Gerald.
Vor dem Hafenterminal traf uns später
fast der Schlag – es hatte sich eine ewig lange Schlange gebildet,
wahrscheinlich weil die MSC Orchestra, die gleich neben uns lag, wohl
demnächst ablegen sollte. Wir hatten definitiv keine Lust, ewig in
der Sonne anzustehen und gingen erst einmal in das Einkaufszentrum
gleich neben dem Terminal. War aber nichts besonderes geboten. Was
also machen? Richtig! Erst mal ein Plätzchen vor dem Einkaufszentrum
im Café „Portobello“ in der ersten Reihe sichern und Bier bzw.
Wein ordern. Man konnte genau beobachten, wer auf welchem Schiff
unterwegs war: die Costa-Passagiere (und natürlich auch die Crew
inkl. unserem Duo Smile) schlenderten gemütlich herum, während die
Leute, die auf die Orchestra wollten, immer schneller Richtung
Terminal rannten.
Nachdem wir unsere Getränke vernichtet
und bezahlt hatten (scheißeteuer wie erwartet) war der Andrang auch
vorbei und wir konnten stressfrei und v.a. ohne lange Wartezeit an
Bord. Natürlich gerade noch rechtzeitig bevor der Grill schloss –
nach dem anstrengenden Marsch hatten wir selbstverständlich Hunger!
Danach drehte ich ein paar Runden auf
den oberen Decks, um Fotos zu machen und zog mich dann auf unsere
Kabine zurück. Das Ablegen, das für 17.30 Uhr vorgesehen war,
verzögerte sich um fast 20 Minuten, da wir noch auf zwei Passagiere
warten mussten. Von unserem Balkon aus konnte ich beobachten, wie die
beiden letztendlich an Bord gescheucht wurden.
Das Abendessen absolvierten wir dieses
Mal im Schnelldurchgang und waren pünktlich um 19.45 Uhr auf Deck 9
beim zentralen Pool für das Halbfinale in der Champions League: FC
Barcelona gegen den FC Bayern. Die Fußball-Party war gut organisiert
– man bekam nicht nur Häppchen gereicht (danke Edgar), sondern
auch auf Wunsch seine Vereinsfarben auf die Hand gemalt. Es waren
viel mehr Leute als erwartet gekommen und die Stimmung war gut –
außer bei mir. Unser preußischer Freund Detlef setzte sich doch
tatsächlich neben mich und meinte, mich mit seinen unqualifizierten
Kommentaren nerven zu müssen. Ich hätte dem Arsch am liebsten sein
Cocktail-Glas ins Maul geschoben. Am Ende des Spiels flüchtete ich
dann an die Bar, wo ich meinen Frust mit Alkohol bekämpfen musste.
(Für alle, die das Ergebnis nicht wissen: 3:0)
Nach dem Spiel war „La notte bianca“
- die weiße Nacht – und meine Laune wurde nach ein paar
Jägermeistern auch besser. Der deutsche Host Paul gesellte sich zu
uns (die Infos über Jon, den Stinker, waren nicht wirklich nötig^^)
und es wurde dann sogar noch ziemlich lustig mit Kreuzfahrtdirektor
Francesco und Küchenchef Jens Goldschmidt.
Am Ende einer langen Nacht schwankte
ich irgendwann ziemlich zufrieden (mit dem Leben, nicht dem Spiel!)
ins Bett, wobei das Schwanken nicht nur die Folge des übermäßigen
Alkoholgenusses war, der Seegang war im Laufe der Nacht nämlich
immer heftiger geworden.
Temperaturen bis 21°C, sonnig
Im Hafen: MSC Orchestra
(2)
07.06.2015 Seetag
Pünktlich um 7 Uhr war ich
(vorübergehend) wach, verzog mich nach einer ausgiebigen Sitzung
allerdings wieder in mein gemütliches Bett. Es war definitiv zu früh
zum Aufstehen! (Kacken um diese Uhrzeit schien langsam zur Gewohnheit
zu werden.)
Erst nach 10 Uhr bequemten wir uns ins
Buffetrestaurant, wir hatten ja keine Eile. Während der
Nahrungsaufnahme wurden wir freundlichst mit einem original
bayrischen „Servus“ von unserem portugiesischen Freund aus dem
Restaurant Taurus begrüßt, worauf wir vor „Schreck“ beinahe vom
Stuhl kippten. Leider verpasste ich es, seinen Namen und seine genaue
Funktion an Bord herauszufinden, bevor er leider bereits in Amsterdam
das Schiff verließ.
Nach dem Frühstück gingen wir in die
Bar Antares, wo die obligatorische face to face-Einreisekontrolle für
Großbritannien statt fand. Unsere Hackfressen schienen den
Insel-Beamten zu gefallen, jedenfalls bekamen wir das OK und durften
somit am nächsten Tag ohne weitere Kontrolle von Bord. Da wir nicht
gleich zu Beginn unseres Zeitfensters (Kabinen auf den Decks 6-7-8
von 10.30 bis 13.30 Uhr) zur Kontrolle gegangen waren, war der
„Andrang“ äußerst gering und die Sache war schnell erledigt.
Nach so einer großen Anstrengung brauchten wir natürlich erst
einmal einen Spritz an der Mittelbar. Im Anschluss erstanden wir
Postkarten und Batterien für Gerald, holten unser kostenloses Foto
mit dem Comandante vom Gold-Cocktail ab und machten es uns dann auf
Deck 9 bequem (essen, Postkarten schreiben, lesen, essen, wieder mal
eine Kellnerin von der Deliziosa treffen, essen...). Es gab auch
wieder Informationen zur aktuellen Position, Temperatur etc. von der
Brücke. Bitte Costa! Führt das generell auf allen Schiffen ein!
Das Wetter wurde im Laufe des
Nachmittags immer schlechter und v.a. der Seegang heftiger, sogar die
Türen zum hinteren Pool wurden abgeschlossen und das Wasser aus dem
zentralen Pool wurde abgelassen. So macht die Kreuzfahrt Spaß!
Rumlungern, Blödsinn machen und das Schiff rollt ohne Ende! Andere
Passagiere fanden das aber weniger lustig – trotz Seetag war in den
öffentlichen Bereichen noch weniger los als sonst (sogar die
Whirlpools waren fast leer) und bei einem kurzen Abstecher auf unsere
Kabine stellte ich fest, dass an vielen Türen „Do nor
disturb“-Schilder angebracht waren. Weicheier!
Um 15.45 Uhr fand am zentralen Pool
eine Pizzademonstration mit dem Pizzabäcker Joe und anschließend
der Wettbewerb der Pizzaakrobatik statt. Das durfte ich natürlich
nicht verpassen! Mal wieder eine typisch seichte Unterhaltung, aber
lustig ohne Ende und genau das Richtige für einen faulen Seetag.
Mit einem Stück Pizza ging es dann
wieder auf die Kabine, es stand etwas aufwendigeres Styling für den
Gala-Abend an. Im Bad wartete eine kleine Überraschung auf mich:
Kabinensteward Harold hatte uns doch tatsächlich Duschgel aus dem
Spa organisiert. So ein 5er ab und zu als kleine Motivation schadet
einfach nie!
Beim „Cena di Gala dello Chef“
wählte ich als Vorspeise „Spiedino di seppioline“, als Hauptgang
„Tagliata di filetto di manzo“ (mmmmhhhhhh... manzo!) und da ich
auf Pasta verzichtet hatte durfte ich mir auch noch eine „Crema
Catalana“ als Dessert gönnen. Also über das Abendessen konnte man
auf dieser Kreuzfahrt wirklich nicht schimpfen. Einfach nur lecker!
Nach dem Abendessen machten wir es uns
in der Libra gemütlich. Ich musste natürlich den Cocktail des Tages
– BBC – testen, nachdem im Costa-Fanclub bei Facebook einige
davon immer so schwärmen. Bailey's Banana Colada... nun ja... lecker
schmeckt das Zeug ja schon, wie eine Nachspeise. Aber zum Betrinken
ist ein BBC definitiv nicht geeignet - höchstens für Leute, die
nach einem Drink schon vom Stuhl kippen.
Temperaturen bis 11°C, wolkig,
regnerisch
(2,5)
08.06.2015 Southampton / Großbritannien
Vor 6.30 Uhr wachte ich kurz auf und
machte nach der obligatorischen Sitzung ein paar Fotos auf dem
Balkon, bevor ich mich wieder hin legte. Das Anlegen in Southampton,
einer bedeutenden Hafenstadt an der Südküste Englands, gegen 8 Uhr
verpennte ich dann natürlich. Da wir bis Mitternacht bleiben würden
und auch keinen Ausflug gebucht hatten, gingen wir wieder mal erst
nach 10 Uhr zum Frühstücken. Francis meinte es wie gewohnt
besonders gut mit mir und ich bekam schon fast Angst vor dem riesigen
Omelette, das er mir kredenzte. (Die Frage, ob man sich an Eiern
abessen kann, ist nun beantwortet: ja, man kann!)
Das Wetter war wohl das, was man als
typisch englisch bezeichnet: kühl und regnerisch. Die Zeit bis
Mittag vertrieben wir uns mit den üblichen Tätigkeiten (lesen,
spazieren gehen, einfach gar nichts tun...) und vor unserem Landgang
mussten wir uns dann natürlich noch stärken, bei mir gab es sehr
leckeren Meeresfrüchtesalat mit riesigen Tintenfischringen. Zum
Reinwerfen!
Nach einer kleinen Verzögerung wegen
Problemen mit der Gangway gingen wir dann gegen 14 Uhr von Bord und
nach Dover im Jahr 2007 betrat ich das 2. Mal in meinem Leben
englischen Boden. Die Luminosa lag am Ocean Terminal wie ich bereits
im Internet recherchiert hatte, was für unsere Pläne perfekt war.
Also erst mal raus aus dem Hafengelände und dann irgendwie links...
Halt! Schon an der ersten Kreuzung wären wir fast gescheitert, da
uns die Ampelanlage komplett verwirrte. Wo zur Hölle waren die roten
bzw. grünen Symbole und welche davon mussten wir nun beachten und
überhaupt... hääää?? Letztendlich schafften wir es aber
unfallfrei auf die andere Seite und schlenderten gemütlich durch den
Queen's Park. Der war so gar nicht das, was ich mir unter einem
englischen Park vorgestellt hatte. Klein, eher trist, definitiv kein
typisch englischer Rasen – die Leute vom Regensburger
Stadtgartenamt hätten bei dem Anblick die Hände über dem Kopf
zusammengeschlagen. Zumindest schienen Versuche zu laufen, ein paar
Blümchen anzupflanzen.
Nachdem wir den Park durchquert und
auch eine typische rote Telefonzelle ausgiebig bewundert hatten ging
es weiter ins nahe gelegene „Solent Sky Museum“. Ein Besuch dort
stand ganz oben auf der Wunschliste von Gerald. Im Zentrum des
Museums steht die Shorts S.25 Sandringham Mk IV „Beachbomber“,
für die das Gebäude 1983 eigens errichtet worden war. Rings um
diesen dicken Brummer herum sind zahlreiche andere Flugzeuge und
sonstige Sammelstücke aus der Luftfahrt platziert. Auch wenn ich
jetzt kein Flugzeug-Freak bin so hat mir die Ausstellung wirklich
sehr gut gefallen. Am faszinierendsten war natürlich der
Beachbomber, in den man sogar rein gehen konnte. Das Teil ist
zweistöckig und die Sitze sind definitiv nichts für meinen Gatten.
Harr harr!
Wir waren die letzten Besucher im
Museum und der nette Angestellte musste für uns die Türe wieder
aufsperren, damit wir nach 16 Uhr wieder nach draußen konnten. Unser
nächstes Ziel war „Ocean Village“, ein moderner Yachthafen mit
zahlreichen Restaurants und Bars, der sich nur ein paar Schritte vom
„Solent Sky Museum“ entfernt befindet. Wir bewunderten eine Zeit
lang die schicken Boote, beobachteten ein paar Möwen und
entschlossen uns dann, zum kulinarischen Teil des Landgangs
überzugehen, da es im Hafen doch recht windig und kühl war. Von
einem Facebook-Freund (danke Paul!) hatte ich den Tipp bekommen, nach
einem Pub bei Wetherspoon (eine Kette von Pubs, die mit günstigen
Preisen und langen Öffnungszeiten werben) zu suchen, und wir waren
fündig geworden – das „The Admiral Sir Lucius Curtis“ gleich
um die Ecke vom Yachthafen. Und wir waren einfach nur begeistert! Ein
Pub wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Ein spätviktorianisches
Gebäude, innen dunkles Holz, Teppichboden – einfach total
gemütlich! Das Publikum war sehr gemischt: vom Anzugträger mit
Aktenkoffer über Arbeiter, die sich ihre Feierabendhalbe gönnten,
bis hin zu Mädels, die vor der großen Party noch etwas essen
wollten. Und die Preise waren der Hammer! Da ist es in Regensburg
teuerer. Wir genossen ein paar Guinness und beobachteten dabei
belustigt das muntere Treiben.
Wir hatten schon im Vorfeld
beschlossen, auf das Abendessen im Taurus zu verzichten und dafür
lieber etwas länger in der Stadt zu bleiben. Leider war das Wetter
während unseres Aufenthalts im Pub immer schlechter geworden und als
wir uns schließlich auf den Heimweg machten pisste es wie Sau. Zum
Glück war der Weg nicht besonders weit, trotzdem war meine Hose
klatschnass als wir endlich das Ocean Terminal erreichten. Bei der
obligatorischen Sicherheitskontrolle fiel mir wieder einmal auf wie
höflich doch die Engländer sind. Kein Vergleich zu den eher
muffigen Spaniern oder den absolut unfreundlichen Türken. Sogar ein
kleines Späßchen konnte ich mir erlauben. (Auf den Hinweis, dass
ich meinen Gürtel besser zum Handgepäck packen soll, weil ich sonst
evtl. abgetastet werden muss, wollte ich erst einmal abchecken, wer
da abtastet und ob sich das evtl. sogar lohnen würde. Der
Sicherheitsbeamte fand's lustig.^^)
Nachdem wir schnell die nassen
Klamotten los geworden waren gingen wir ins Buffetrestaurant, wo es
ausnahmsweise Selbstbedienungs-Abendessen gab. Ich bevorzuge zwar
eigentlich abends meinen festen Tisch inkl. Bedienung, aber bei
längerer Liegezeit im Hafen ist das Buffet schon ganz praktisch.
Im Anschluss gingen wir noch in die
Libra und beobachteten das Ablegen um Mitternacht bei einer
Rauchpause auf Deck 3.
Zum Abschluss organisierten wir uns
einen Cocktail-to-go, den wir auf einem kleinen Spaziergang durchs
Schiff vernichteten. Und dann war es definitiv Zeit für den
Matratzenhorchdienst nach einem wunderschönen und interessanten Tag
auf der Insel.
Temperaturen bis 13°C, wolkig,
teilweise regnerisch
Im Hafen: MSC Orchestra
(2,5)
09.05.2015 Seetag
In der Nacht wurde die Bordzeit um eine
Stunde vorgestellt und am Morgen wollte ich so gar nicht aus meinem
gemütlichen Bettchen und auf Frühstück hatte ich auch keine Lust.
Das hatte zur Folge, dass ich erst kurz vor 11 Uhr auf stand. Gerald
hatte noch weniger Lust und blieb einfach liegen.
Nach einem kleinen Spaziergang machte
ich es mir an der mittleren Poolbar bequem, wo Jens zu mir stieß.
Gemeinsam amüsierten wir uns prächtig über einen Mitreisenden mit
peinlicher Badehose und ab 11.30 Uhr beim Nationalhymnen-Spiel (viel
zu einfach) und später bei der „Around the world Party“. (Für
Deutschland kam natürlich nicht wie von mir erwartet das
Horst-Wessel-Lied, sondern dieses Wahnsinn-Hölle-Hölle-Gegröhle)
Mittags konnte ich meinen Gatten doch
noch davon überzeugen, mir auf Deck 9 beim Essen Gesellschaft zu
leisten. Immer wieder faszinierend, wie lecker einfache Spaghetti mit
Pesto schmecken können, und vom Meeresfrüchtesalat konnte ich mal
wieder gar nicht genug bekommen. War aber okay, da das Frühstück ja
ausgefallen war. Und wie immer an einem Seetag meldete sich auch
wieder der Chef mit aktuellen Informationen von der Brücke.
Nach dem Essen lungerten wir ein
bisschen an der Poolbar rum, meinen Verdauungsspaziergang musste ich
dann leider ins Schiffsinnere verlegen, da es am Nachmittag ziemlich
regnerisch war.
Um 16.15 Uhr waren wir zur
Küchenführung eingeladen, die wie immer sehr interessant war. Zu
den bereits von früheren Besichtigungen bekannten Informationen
kamen von Paul auch noch ein paar neue Geschichten, z.B. was
unternommen wird, wenn zu viele Leute in eine bestimmte Sitzung
wollen. Des san scho Hund, de Leid vo Costa! Nach dem Rundgang durch
die Küche gab es noch die obligatorischen Häppchen und ein Glas
Sekt und als die anderen Teilnehmer weg waren unterhielten wir uns
noch ein bisschen mit Paul (sehr informativ, Ossis und so^^).
Nach einem Cocktail an der Mittelbar
gingen wir am Abend ins Restaurant Taurus und stellten – dieses Mal
erfreut – fest, dass wir neue Nachbarn am Nebentisch hatten. Ein
nettes Paar aus England. Geht doch!
In unserer Lieblingsbar Libra ließen
wir später den (faulen) Tag bei ein paar Drinks gemütlich
ausklingen. Bei meinen Rauchausflügen auf Deck 3 traf ich wie immer
auf ein paar unserer russischen Mitpassagiere, die mich wie gewohnt
freundlich grüßten. Mit einem kam ich näher ins Gespräch und es
stellte sich heraus, dass Ivan beim Militär und sogar in der
damaligen DDR stationiert gewesen war. Er erzählte mir auch, dass an
diesem Vormittag die Passagiere aus der ehemaligen Sowjetunion
anlässlich des „Tag des Sieges“ gemeinsam gefeiert und alte
Lieder gesungen hatten – egal ob Russe, Ukrainer, Georgier etc.,
alle waren eine große Familie. Wir unterhielten uns lange und
stellten fest, dass wir viele gemeinsame Ansichten hatten. (Details
kann sich jeder denken, der mich näher kennt.)
Temperaturen bis 13°C, regnerisch,
abends sonnig
(2,5)
10.05.2015 Amsterdam / Niederlande
Gegen 7 Uhr erreichte die Luminosa an
diesem Morgen ihre Anlegestelle im Hafen von Amsterdam, der
Hauptstadt des Königreichs der Niederlande. Bereits um 9 Uhr waren
wir im Buffetrestaurant, um uns für den Landgang zu stärken. Wir
hatten ausnahmsweise einen Plan... und viel vor! Unsere Freundin
Wulli aus Dortmund hatte sich für ein Treffen angekündigt und das
versprach v.a. eines: ganz viel Spaß!
Um 10.30 Uhr
gingen wir von Bord und inspizierten erst einmal den Souvenir-Stand
im Hafenterminal. Dann spazierten wir bei herrlichstem
Frühlingswetter gemütlich Richtung Central Station („Amsterdam
Centraal“) und staunten nicht schlecht über die
zweispurigen Fahrradwege. Ich hatte zwar davon gehört, dass die
Niederlande sehr fahrradfreundlich sind, aber mit eigenen Augen hatte
ich es noch nie gesehen. Faszinierend! Wir durchquerten den
Hauptbahnhof, um Richtung Innenstadt zu kommen und mir fielen fast
die Augen aus dem Kopf, als ich das Bahnhofsgebäude vom Platz davor
aus bewundern konnte: ein wunderschönes Bauwerk aus rotem Backstein
mit Dekorationen aus Naturstein, der hervorspringende Haupteingang
mit seinen zwei Türmen erinnert an ein Stadttor. Hammer! Wenn ich da
an Regensburg denke...
Wir suchten uns erst einmal ein
Plätzchen im Café-Restaurant „Loetje Centraal“ mit Blick
Richtung Altstadt und genossen ein Bier (und das freie WLAN^^). All
zu lange mussten wir nicht warten bis unsere beiden Mädels aus
Dortmund zu uns (und mit uns an-) stießen. Wulli hatte zu unserer
großen Freude auch Muddi davon überzeugen können, sie nach
Amsterdam zu begleiten. Gemütlich saßen wir in der Sonne und
freuten uns über unser Wiedersehen an diesem ungewöhnlichen Ort.
Später zogen wir weiter Richtung Altstadt, da aber weder Gerald noch
ich großartig Lust auf Sightseeing hatten (und die Mädels Amsterdam
ja schon kannten; Jens war es wie immer egal) beschlossen wir
schnell, uns einen gemütlichen Ort für den Konsum von ein paar
weiteren Bierchen zu suchen. Ich sage ja immer, dass man die besten
Kneipen nicht an der „Hauptstraße“ findet – dort ist es nur
laut und teuer – sondern man muss einfach nur zwei Mal ums Eck
gehen. Diese „Regel“ befolgten wir und entdeckten „The Web“,
eine Kneipe in einer Seitenstraße mit Freisitz. Perfekt! Eine
Kleinigkeit wurde uns aber erst bewusst, als die Getränke drinnen in
der Kneipe organisiert wurden: The Web ist eine Schwulenbar!!!
Nachdem wir uns erst mal schlapp gelacht hatten (so was kann auch nur
uns passieren^^) genossen wir unser „Jupiler“ und ein paar Jäger
und amüsierten uns prächtig! Da waren zum einen der Schwede und
sein texanischer Cowboy mit ihren Motorrädern (echte Kerle tauschen
ihre Bikes nicht!), zum anderen gab es in der Bar nette
Fetisch-Magazine, Gratis-Kondome und den Hinweis, dass man keine
Flaschen mit aufs Klo nehmen darf (warum nur??). Knapp zwei Stunden
später machten wir uns wieder auf Rückweg Richtung Hauptbahnhof,
natürlich nicht ohne Fotos vor dem Sexmuseum zu machen. Wulli hatte
uns Wegzehrung organisiert, das Gelächter war groß und die
Jesus-Freunde strahlten mit uns um die Wette. An der Central Station
mussten wir uns leider von unseren Dortmunderinnen wieder
verabschieden – natürlich nur unter Protest! Am liebsten hätte
ich die beiden mit an Bord genommen. Danke für diesen wunderschönen,
verrückten Tag!
Gerade noch pünktlich erreichten wir
das Hafenterminal kurz vor 16.30 Uhr und stellten fest, dass wir
nicht die letzten waren. Die Wartezeit verkürzten wir uns mit
allerhand Blödsinn, so dass wahrscheinlich alle anderen Leute
dachten, dass wir komplett bekifft waren.
Pünktlich um 17 Uhr wurden die Taue
wieder gelöst und die Luminosa nahm Kurs auf Kopenhagen. Zum Ablegen
ging ich auf die oberen Außendecks, um ein paar Fotos zu machen und
später genossen Gerald und ich noch den Anfang der Fahrt durch den
Nordseekanal auf unserem Balkon.
Mit kleiner Verspätung ging es dann
zum Abendessen, wo es am Ende wieder mal eine kleine Show der Kellner
gab.
Später ließen wir diesen herrlichen
Tag gemütlich in der Libra ausklingen, natürlich nicht ohne unseren
lieben Detlef gehörig zu verarschen. Muhahahaha!
Temperaturen bis 18°C, sonnig
Im Hafen: Magellan
(ex Grand Holiday), gefühlte 100000 Flußkreuzfahrtschiffe
(1)
11.05.2015 Seetag
Nach unserem lustigen Ausflug in
Amsterdam war es nur logisch, dass der folgende Tag etwas ruhiger
werden würde. Ich schlief erst einmal bis Mittag und bequemte mich
dann eher lustlos auf Deck 9. Irgendwie hatte ich einen totalen
Durchhänger, was nicht nur am übermäßigen Alkoholkonsum der
vergangenen Tage lag. Außerdem musste ich mit Entsetzen feststellen,
dass mein Bauch immer größer wurde. Auch nicht sonderlich
aufmunternd.
Nach einem kleinen Mittagessen mit
anschließendem Spaziergang verzog ich mich wieder in unsere Kabine,
um etwas zu lesen und mich seelisch auf das Abendprogramm
vorzubereiten.
Es war die Nacht der Masken mit großer
Party auf dem Pooldeck und nach dem Abendessen suchten wir uns einen
Platz an der Bar und beobachteten die Crew bei ihren Vorbereitungen
(und sahen uns ein bisschen Fußball an: Genua – Turin). Leider
musste uns mein Gatte zwischendurch kurzzeitig verlassen, da er zum
Heimscheißer mutiert war. Muhahahaha! Beim Rauchen machte ich an der
hinteren Poolbar auch die Bekanntschaft mit unserem blinden
Passagier: eine Taube hatte wohl in Amsterdam beschlossen, dass so
eine Kreuzfahrt mehr Spaß macht als in einer Stadt rumzuflattern. ;)
Unser Host Paul schien von der
Masken-Party nur wenig begeistert zu sein, sein Gesichtsausdruck und
die Motivationsbierchen sprachen Bände! Ich selber hätte
wahrscheinlich auch wenig Lust auf gespielte Fröhlichkeit (und
komische Maske im Gesicht). Trotzdem war die Party selber sehr gut,
v.a. die Show der Geigerin beeindruckte uns sehr. All zu lange
hielten wir uns aber nicht, denn schließlich hatten wir für den
nächsten Tag einen Ausflug gebucht und da wollte ich unbedingt fit
sein.
Temperaturen bis 14°C, bewölkt
(3)
Fortsetzung folgt...


















