oder auch: Keinen Plan und immer leicht
einen sitzen
Hinweis
Dieser Reisebericht beinhaltet meine
persönlichen Erlebnisse und Gedanken während unserer Kreuzfahrt
entlang Westeuropas Küsten im April und Mai 2015 mit der Costa
Luminosa. Wer technische Details bzw. landeskundliche Informationen
sucht möchte bitte die einschlägigen Internetseiten aufsuchen.
Vorfreude
Wie mittlerweile fast jedes Frühjahr
stand auch im Mai 2014 wieder die Frage im Raum, wo uns denn im
folgenden Jahr unsere große Reise hinführen sollte. Mein Mann
Gerald hatte eine weitere Karibik- und Transatlantikfahrt im Sinn,
während es mich eher in Europas hohen Norden zog. Doch das Studium
des Costa-Katalogs machte keinen von uns beiden glücklich –
entweder passte die Route nicht oder das Schiff. Dann also eben etwas
ganz anderes! Und wir wurden tatsächlich fündig –
„Facettenreiches Westeuropa“ von Savona nach Stockholm mit der
Costa Luminosa. Auf dem Weg würden für uns interessante neue Orte
liegen sowie auch ein paar bekannte Destinationen, die wir aber gerne
wieder besuchen wollten. Und so war es mal wieder Zeit für einen
Besuch im Reisebüro unseres Vertrauens, gemeinsam mit unserem Freund
Jens, der uns auf dieser Reise begleiten würde.
29./30.04.2015 Tag der Abfahrt + Savona
/ Italien
Den Transfer zum Busbahnhof
München-Fröttmaning hatten wir wie üblich beim Flughafentransfer
Rosenmeier gebucht. Kurz vor 23 Uhr war unser sehr netter Fahrer dann
auch vor der Haustüre. Wohl dank der guten Gespräche während der
Fahrt hätte er uns beinahe zum Flughafen gefahren. Um 0.20
erreichten wir aber dann doch Fröttmaning (die Allianz-Arena dunkel
in tiefer Trauer wegen des Ausscheidens im Pokal). Die Wartezeit auf
den Bus (über Costa gebucht, wird von PA-Touristik bzw. deren
Subunternehmer durchgeführt) überbrückten wir mit einem leckeren
„Prost“ und einem netten Plausch mit unseren Mitreisenden. Mit
leichter Verspätung ging es dann im Bus der Firma Müller
aus Riedstadt um ca. 1.20 Uhr los Richtung Savona. Anders als
gewohnt wählten die freundlichen Busfahrer Wolfgang und Lorenz die
Route über den San Bernadino (anstatt über den Brenner). Gerald und
ich hatten geniale Plätze ganz vorne rechts (es war ein „normaler“
Reisebus, kein Doppeldecker) und es gab einiges zu lachen mit den
Fahrern. Die Fahrt verlief problemlos, auch wenn ich irgendwann beim
zwischenzeitlichen Aufwachen doch einen leichten Schock bekam – es
schneite tatsächlich! Ganz böse Erinnerungen!
Als wir endlich das Meer sehen konnten
schaffte es auch die Sonne durch die Wolken und ich war glücklich.
Wir konnten sogar einen letzten Blick auf die Concordia in der Ferne
werfen.
Um 11 Uhr erreichten wir schließlich
Savona und verabschiedeten uns von den Mitfahrern, die auf die
Favolosa einschiffen wollten (bei den meisten Kandidaten lag ich mit
meiner Einschätzung richtig^^) bevor wir Luminosa-Passagiere ins
Hafenterminal gehen durften. Wir tauschten erst einmal unsere
Einschiffungsnummer 6 gegen die 1 (bzw. die 3 für Jens) und die Zeit
bis zur Einschiffung um 12 Uhr verging dann auch wie im Flug.
Natürlich gab es bei der Einschiffung mal wieder das übliche
Problem: anstatt zu warten bis die eigene Nummer aufgerufen wird
stellt man sich einfach mal gleich an und blockiert dann natürlich
den Weg für die Leute, deren Nummer gerade dran ist. Da muss man
sich mit der Nummer 1 blöd anreden lassen, wenn man einen mit Nummer
3 zur Seite schiebt (sogar 7er wurden gesichtet als die 1er dran
waren). Aber letztendlich schafften wir es durch das neue Terminal
zum Schiff und waren nun endlich wieder im großen, weißen Zuhause.
Unsere Kabine 6421 am Heck fanden wir
sehr schnell (waren ja nicht das erste Mal auf der Luminosa^^). Dort
angekommen holten wir nur unsere Bordkarten und gingen dann gleich
weiter auf Deck 9 ins Buffetrestaurant Andromeda, um eine Kleinigkeit
zu essen. Die „Bestückung“ der einzelnen Buffets wurde etwas
verändert, ich hatte im Internet bereits davon gelesen und wir
fanden uns schnell zurecht. Anschließend gingen wir an die Poolbar
am Heck, um einen Cappuccino zu trinken und zogen dann weiter zur Bar
am zentralen Pool auf einen Spritz. Nach einem kleinen Rundgang
durchs Schiff war erst mal Pause auf der Kabine angesagt.
Die Rettungsübung begann mit
Verspätung und die Durchsagen waren auf Italienisch, Französisch,
Englisch und Russisch – also den „Hauptsprachen“ an Bord. Da
werden sich die deutschen Dauernörgler gefreut haben. Das Ablegen
kurz vor 17 Uhr (anstatt 16.30 Uhr) verfolgte ich von den oberen
Außendecks aus. Endlich ging es los! Darauf hatte ich fast ein Jahr
gewartet!
Den Abend begannen wir mit einem Drink
an der Bar im Atrium Supernova, von uns wie üblich Mittelbar
genannt. (Tequila Sunrise steht übrigens immer noch nicht auf der
Karte, man/frau bekommt ihn aber trotzdem^^). Danach machten wir uns
auf den Weg ins Restaurant Taurus zu unserem Tisch Nummer 121. (Das
Restaurant, die Tischnummer und die jeweilige Sitzung steht übrigens
jetzt auf der Bordkarte. Muss man auch erst mal wissen bzw. im
„Diario di bordo“ lesen.^^) Das Essen selbst war sehr lecker und
der Service klappte auch schon am ersten Abend sehr gut.
Vollgefressen und kaputt von der Anreise war bei mir nicht mehr viel
los und nach einem Cocktail an der mittleren Poolbar zogen wir uns
auf unsere Kabine zurück und nachdem ich noch ein paar Seiten
gelesen hatte fiel ich bald in einen tiefen Schaf.
Temperaturen bis 20°C, Sonne und
Wolken
Im Hafen: Costa Favolosa
(1)
01.05.2015 La Seyne-sur-Mer (Toulon) /
Frankreich
Gegen 8.00 Uhr erreichten wir den Hafen
von La Seyne-sur-Mer, einem Vorort von Toulon im Süden Frankreichs.
Für uns eine der „neuen“ Destinationen dieser Kreuzfahrt. Toulon
ist der Heimathafen der französischen Marine im Mittelmeer und ich
hatte mich schon im Vorfeld darauf gefreut, den ein oder anderen
Blick auf ein paar Kriegsschiffe werfen zu können, speziell auf den
Flugzeugträger Charles de Gaulle, das Flaggschiff der französischen
Marine. Leider war diese ein paar Wochen vor unserer Reise in den
Indischen Ozean geschickt worden, um von dort aus den Einsatz gegen
die Kopfabschneider (ISIS, IS oder wie auch immer sich diese Barbaren
nennen) zu unterstützen.
Nach dem Frühstück organisierten wir
uns Tickets für den Shuttlebus nach Toulon, die 10 km wollten und
konnten wir natürlich nicht zu Fuß laufen. Wir hatten nichts
besonderes vor und spazierten einfach gemütlich am Hafen entlang.
Dabei entdeckten wir u.a. einen Fischer, der seine Beute direkt vom
Schiff aus verkaufte. Natürlich mussten wir auch einen Blick in
einen Souvenir-Shop werfen und dann war es Zeit, die lokalen
Spezialitäten zu testen. Wir suchten uns also ein Plätzchen vor
einem Café („Brasserie La Gitane“) und bestellten Rosé für
alle. Der Wein mundete wirklich vorzüglich! Unser Platz stellte sich
als perfekt heraus – man saß quasi in der ersten Reihe bei der
Parade der Rugby-Kinder, die anlässlich eines Turniers durch die
Stadt zogen. Das war definitiv besser als die Demo am 1. Mai in Izmir
ein Jahr zuvor, die wir glücklicherweise nur von der Weite gesehen
hatten. Ein paar Penner hatten es sich auch in der Nähe gemütlich
gemacht und unterhielten uns unfreiwillig. (Französische Penner
haben anstatt Ratten einen Hasen!!) Zu guter Letzt wurden wir noch
von einem anderen Gast, einem sehr netten Elsässer, angesprochen. Er
genoss seinen Ruhestand hier am Mittelmeer und erzählte uns einige
interessante Geschichten (Jägermeister gibt es in Frankreich wie ich
vermutet hatte tatsächlich nicht – außer im Elsass; Jens ist
unser Kerzenhalter). Wir hatten viel Spaß, auch wenn ich zwei Mal
beinahe mit meinem Stuhl dank eines blöden Lochs im Boden umgefallen
wäre.
Gegen 14 Uhr machten wir uns auf den
Weg zurück zum Schiff und gingen erst mal auf Deck 9 ins
Buffetrestaurant. Anschließend machten wir es uns an der hinteren
Poolbar bequem und testeten den Cocktail des Tages. Grausam!!! („La
Croisette“ mit Gin, Pernod und Grapefruitsaft) Später
organisierten wir uns ein paar Häppchen und gingen damit auf die
Kabine. Das Ablegen um 17 Uhr verfolgte ich von unserem Balkon aus,
da mich das Wetter einfach nicht nach oben locken wollte.
Vor dem Abendessen gönnten wir uns
einen schnellen Drink in der Bar Libra (Deck 2 vor dem Restaurant)
und stellten fest, dass es sich bei dem Musiker, der uns mit netten
Gitrarrenklängen und Gesang erfreute, tatsächlich – wie bereits
am Vorabend vermutet – um Anderson aus Brasilien (Künstlername
„Chocolate“) handelte, den wir bereits von der Deliziosa kannten.
Im Restaurant Taurus hatte man ein
französisches Paar an unserem Nebentisch platziert – aufgeblasene
Froschfresser! Die hatten nichts besseres zu tun als sich die ganze
Zeit das Maul über uns zu zerreißen. Um das zu merken musste man
nicht mal Französisch können. Aber wir ließen uns davon unsere
gute Laune keinesfalls verderben.
Nach dem Essen gingen wir zunächst in
die Grand Bar Elettra auf einen weiteren Cocktail des Tages, der
immer noch genauso grausam schmeckte wie am Nachmittag. Anschließend
gönnten wir uns noch einen Absacker an der mittleren Poolbar. Leider
hatte ich keine Kamera dabei als ich mal kurz zum Rauchen raus ging –
am Horizont waren zwischen den dunklen Wolken ein paar freie
Streifen, durch die es in faszinierenden Rottönen (von Lachsrosa bis
Fuchsia) schimmerte. Wahnsinn! Danach zogen wir uns auf unsere Kabine
zurück, wo wir unsere Flasche Sekt vom CostaClub köpften. So ein
Gläschen Nuttenbrause auf dem Balkon während man dem Rauschen des
Meeres lauscht ist einfach herrlich!
Temperaturen bis 17°C, bewölkt,
vereinzelte sonnige Momente
(1)
02.05.2015 Barcelona / Spanien
Das Einparken im Hafen von Barcelona,
der Hauptstadt Kataloniens, verfolgte ich ab 7.30 Uhr bei strahlend
blauem Himmel vom Balkon aus. Da wir bereits am frühen Nachmittag
wieder ablegen würden, wollten wir an diesem Morgen zeitig von Bord
und nach einem schnellen Frühstück ging es um kurz nach 9 Uhr auch
schon mit dem Shuttlebus zum World Trade Center.
Da Geralds Knie mal wieder ziemlich
zwickte, verwarf ich meinen Plan zum Stadtstrand zu gehen und wir
beschlossen, einfach nur einen kleinen Spaziergang am Hafen entlang
zu machen. Das Wetter war einfach traumhaft und die Sonne tat so
richtig gut.
Es war ja Samstag und was machen da die
Regensburger? Richtig! Ins Einkaufszentrum gehen! Direkt im Meer
liegt die „Rambla de Mar“ und genau dort hin zog es uns
natürlich. Wir waren für spanische Verhältnisse wohl zu früh
dran, jedenfalls waren bei unserer Ankunft die meisten Geschäfte
noch geschlossen, was sich aber bald änderte. Das Einkaufszentrum
gefiel uns sehr gut, da hätte man es durchaus länger aushalten
können. Leider war es dann aber doch noch etwas zu früh für ein
Bierchen. Dafür bekam Gerald ein Spielzeug (die Verkäuferin muss
uns für total beknackt gehalten haben^^). Der Putzmann mit seiner
Maschine war leider zu schnell, um ein Foto von ihm zu machen.
Später lungerten wir noch ein bisschen
beim WTC rum und machten uns dann auf den Weg zurück zum Schiff. Im
Hafenterminal mussten wir natürlich erst einmal die Shops
inspizieren bevor wir dann gegen Mittag wieder zurück an Bord
gingen. (Gerald heißt ab sofort Igor^^)
Nachdem wir uns schnell Sommerklamotten
angezogen hatten gingen wir ins Buffetrestaurant und im Anschluss an
die hintere Poolbar. Das Ablegen und Umdrehen im Hafen (faszinierend,
ich wäre wahrscheinlich mit Karacho gegen die anderen Schiffe
gebumst^^) kurz nach 14 Uhr sah ich mir gemeinsam mit Gerald von den
oberen Decks aus an. Dabei hätte mir auch beinahe eine fette Möwe
auf den Kopf geschissen!!! Über Barcelona zogen langsam dunkle
Wolken auf und es wurde diesig. Das war uns aber egal, wir fuhren
Richtung Sonne!
Um 15 Uhr gönnten wir uns ein 2.
Mittagessen vom Grill. (Die Senfsauce ist echt erwähnenswert!)
Leider spürte ich langsam wie meine Speckröllchen zu wachsen
begannen. Ich musste mich entweder mehr bewegen oder die
Nahrungsaufnahme begrenzen. Aber beim Gedanken an die leckeren
Nachmittagshäppchen würde es wohl auf viele Spaziergänge
hinauslaufen.
Wir machten es uns an der mittleren
Poolbar bequem und während ich ein bisschen an meinem Bericht
schrieb guckten die Herren Fußball auf dem großen Bildschirm. Dazu
gab es viel zu Lachen beim Spiel „Herausforderung des Tages“ -
ein übergewichtiger Kerl mit riesiger Wampe hatte durchaus seine
Probleme mit dem Hula-hoop-Reifen. Brüll!! Zu meiner großen
Enttäuschung hatte dann aber das Spiel: „Zielen Sie auf die Mitte“
nichts mit Pissen zu tun.
Nach der Bespaßung gingen wir (inkl.
einiger Häppchen) auf unsere Kabine und ich genoss noch ein bisschen
die Sonne auf unserem Balkon. Leider verdarb mir dann die
Sportschau-Meldung, dass der Jahn Regensburg als erster Absteiger aus
der 3. Liga nun fest stand, kurzzeitig die Laune. Dafür gab es dann
beim Abendessen eine freudige Überraschung: Die Franzosen hatten
sich anscheinend einen anderen Tisch geben lassen, jedenfalls waren
sie nicht mehr da und das war gut so! Unsere Nachbarn auf der anderen
Seite, ein Paar mit Kleinkind aus Hannover, waren übrigens sehr nett
(sogar das Kind).
Später drehten wir eine Runde durch
die Bord-Shops und steuerten dann die Piano Bar Antares an. Da uns
die Musik dort aber nicht so zu sagte, zogen wir bald weiter in
unsere neue Lieblingsbar Libra, wo wir kleben blieben und viel Spaß
hatten. Die musikalische Unterhaltung dort traf unseren Geschmack. Da
war zum einen unser „alter“ Freund Anderson und auch das Duo
Smile überzeugte uns nach kürzester Zeit mit seinen
„internationalen Hits“ (nach My Way waren sie natürlich meine
Freunde). Eine große Überraschung wartete auch noch auf uns:
Cathrine und Juan von der Deliziosa! Wir fühlten uns so richtig wohl
und in Kellner Edgar fanden wir auch sehr schnell einen neuen Freund
(Stichwort fisten^^). Wir gönnten uns diverse Cocktails (der Daily
Special = „La Sevilliana“ mit Gin, Campari Bitter und Orangensaft
mundete vorzüglich), einige Jägermeister und ließen uns sogar noch
teuren Wodka (2x Rasberry, 1x Lemon) aufschwatzen. Lediglich die
Russen, die ich immer beim Rauchen auf Deck 3 traf, waren mir anfangs
etwas unheimlich – das sollte sich aber bald ändern.
Da wir den nächsten Tag komplett auf
See verbringen würden und somit keinen Zeitdruck hatten ließen wir
die Nacht in der Disco Altair ausklingen (und da war dann auch wieder
das Stangenlied).
Temperaturen bis 24°C, Sonnenschein
Im Hafen: Costa Fascinosa, Viking Star,
Silver Spirit
(2,5)
03.05.2015 Seetag
Was macht man jetzt so an einem Seetag?
Nun, zuerst einmal ausschlafen, v.a. wenn die Nacht zuvor etwas
länger war. Gegen 10 Uhr machten wir uns auf den Weg auf Deck 9 zum
Frühstücken (Langschläferfrühstück gab es bis 11 Uhr) und
sammelten dann Jens ein. Da ich ein paar Fragen an den deutschen Host
Paul hatte, gingen wir später zu dessen Sprechstunde im Atrium. Paul
beantwortete meine Fragen mehr als ausführlich und wir kamen sogar
noch ein bisschen ins Quatschen über Kreuzfahrten im Allgemeinen und
diverse Costa-Schiffe. Meine Vermutung, dass das Schiff nicht
ausgebucht war, konnte er bestätigen. Statt der zugelassenen
Passagierzahl von 2826 waren lediglich 1856 Passagiere an Bord!
Deshalb kam uns das Schiff also teilweise so leer vor. Ist auf alle
Fälle kein Nachteil.
Nach einem kleinen Zwischenstopp in der
Grand Bar auf einen Spritz starteten wir das Projekt „Shopping“
und am Ende hatten wir neuen Familienzuwachs. Nette Geschichte am
Rande: Die Verkäuferin erzählte uns, dass sie auch so einen süßen
Kraken hätte und der würde bei ihr im Bett schlafen. Wir sind also
nicht die einzigen Irren! Hahahaha!
Natürlich meldete sich dann ein
kleines Hungergefühl und wir suchten uns ein Plätzchen am zentralen
Pool und inspizierten die Fressstationen. Zu Geralds großer Freude
gab es Sushi und er war erst einmal beschäftigt.
Ich wollte mir die
Cocktaildemonstration um 12.15 Uhr natürlich nicht entgehen lassen
und stellte deshalb die Nahrungsaufnahme erst mal hinten an. Da am
zentralen Pool nur sehr wenig los war konnte ich mir die Sache auch
aus der ersten Reihe ansehen.
Zu meiner großen Verwunderung und
Freude meldete sich mittags Kapitän Pietro Sinisi mit aktuellen
Informationen zur genauen Position, Route, Geschwindigkeit, Luft- und
Wassertemperatur etc. von der Brücke. Übersetzungen von den
jeweiligen Gästebetreuern gab es natürlich auch. Das hatte ich noch
auf keiner Kreuzfahrt erlebt, mir aber immer gewünscht. Gut gemacht!
Diese Reise wurde immer besser!
Später schauten sich meine Männer ein
bisschen Fußball an, planschten im Pool und Jens ließ sich von
einer der Spa-Damen massieren, während ich über die Außendecks
spazierte, Fotos machte und in der Sonne entspannte. Life could be
worse!
Nach ein paar Häppchen und einem
bitter norwendigen Verdauungsspaziergang zog ich mich später auf
unseren Balkon zurück und machte es mir mit einem Buch in der Sonne
bequem. Wahrscheinlich wäre ich bis Sonnenuntergang dort gesessen,
wenn nicht das Gala-Styling für den Abend noch auf dem Programm
gestanden hätte.
Um 17.45 Uhr hatten wir eine
Verabredung mit dem Kapitän im Theater zum Gold Pearl-Cocktail.
Dieser lief wie üblich ab: Foto mit dem Chef machen lassen, Sekt und
Häppchen genießen, der Band auf der Bühne zuhören und warten...
(WTF?!?!?! Saß da tatsächlich ein Borg vor uns??^^) Und nach dem
obligatorischen „Salute“ mit der Chefetage war die Show auch
schon wieder vorbei. Eigentlich nichts, wo man unbedingt dabei sein
muss – wenn es da nicht das Umsonst-Foto mit dem Kapitän gäbe.
Zum „Cena di Gala di Benvenuto“ gab
es bei Gerald „Insalata di gamberetti“ und als Hauptgang „Faraona
arrosto“ und ich wählte „Sedanini mozzarella e pomodoro“ sowie
„Costata di manzo cotta a fuoco lento“. Zum Abschluss teilten wir
uns dann noch die „Selezione di formaggi italiani ed
internazionali“.
Nach dem vorzüglichen Abendmahl stand
ein Cocktail in der Bar Libra auf unserem Programm und da es wieder
sehr lustig war, blieb dies auch unsere einzige Station an diesem
Abend. Neben der guten Musik gab es für Gerald Oliven (Oliven sind
wichtig! Sie machen den Stuhl geschmeidig!^^) und für mich ein Foto
mit dem Comandante und dem Hotel Direktor Andrea Imarisio.
An dieser Stelle auch eine kleine Notiz
an mich: Mai Tai mag ich auch nicht!!!
Gegen 1.30 Uhr beendeten wir diesen
wunderschönen Tag und Gala-Abend und zogen uns mit einem Lächeln im
Gesicht auf unsere Kabine zurück, wo schon ein Handtuchviecherl
sehnsüchtig auf uns wartete.
Temperaturen bis 21°C, sonnig, aber
windig
(3,5)
04.05.2015 Cádiz / Spanien
Gegen 8 Uhr legte die Luminosa an
diesem Morgen im Hafen von Cádiz, der Hauptstadt der autonomen
Region Andalusien, an. Da wir mal wieder keinen großartigen Plan
hatten und erst abends wieder ablegen würden, war keine große Eile
angesagt. Das Wetter war auch nicht berauschend, ziemlich wolkig und
düster, und so gingen wir erst einmal gemütlich frühstücken.
Neben einem riesigen Berg Salami gönnte ich mir ein Spiegelei und
war dann so pappesatt, dass ich mich erst einmal bei einem leckeren
Cappuccino an der hinteren Poolbar entspannen musste. Ein kleiner
Spaziergang über die oberen Decks musste natürlich auch noch sein,
schon um Fotos der anderen Schiffen, die mit uns im Hafen lagen, und
von der Rettungsübung der Crew zu machen. Gegen Mittag, natürlich
nach einer kleinen Stärkung im Buffetrestaurant, machten wir uns auf
zu unserem kleinen, planlosen Stadtrundgang. Und wie bestellt
verzogen sich auch die Wolken und die Sonne strahlte mit uns um die
Wette. Durch die Altstadt von Cádiz führen zahlreiche farbige
Routen, bei denen man an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei
kommt. Besonders gefielen mir die kleinen Gassen und gefliesten
Hauseingänge. Ich wäre ja noch all zu gerne an den Playa la Caleta
gegangen, aber Geralds Knie machte uns einen Strich durch die
Rechnung. Dann eben nicht, müssen wir halt noch mal nach Cádiz
fahren!
Statt an den Stand zu gehen suchten wir
uns also ein nettes Plätzchen, wo wir in Ruhe das örtliche Treiben
bei einem Bierchen beobachten konnten. Der Freisitz der Bar
„Molero's“ schien uns geeignet und stellte sich dann auch als
hervorragende Wahl heraus. Es gab musikalische Unterhaltung von einem
Straßenmusikanten (na ja...) und einen netten Plausch mit den
„Zechprellern“ aus dem Land der Frühaufsteher (Passagiere der
MSC Orchestra aus Sachsen-Anhalt mit wenig Kreuzfahrterfahrung). Der
größte Lacher des Nachmittags war aber der illegale Sandhaufen, von
dem die Polizei nicht sehr erfreut war. Nervig waren nur die
aufdringlichen, bettelnden Zigeuner.
Nach unserem kleinen Umtrunk
schlenderten wir gemütlich zurück zum Hafenterminal, wo ich mit
Jens natürlich noch einen Abstecher in den Souvenir-Shop machen
musste. (Nun wohnt der KKK-Mann aus Cádiz bei uns^^).
Als wir gegen 16.30 Uhr wieder an Bord
zurückgekehrt waren verschlechterte sich das Wetter schlagartig.
Aber Hauptsache wir hatten Sonne und warm bei unserem Landgang.
Passt!
Nach einem kurzen Besuch der Poolbars
organisierten wir uns schnell noch ein paar Häppchen und dann war es
auch schon an der Zeit, um zu duschen und sich seelisch auf das
Abendprogramm vorzubereiten.
Nach dem Abendessen gab es im
Restaurant noch eine kleine Show der Kellner inkl. Arschwackeln und
dem Sack vom Udo. Und Jens dankte Igor, unserem Resteschwein, für
seine aufopferungsvolle Unterstützung!
Danach steuerten wir natürlich erst
einmal die Bar Libra an, wo wir uns mittlerweile so richtig wohl (zu
Hause) fühlten. Einzig Detlef, der Preuße, nervte ein wenig. Dieser
Kerl glaubte tatsächlich immer noch, dass der Berliner Flughafen
irgendwann fertig wird. Hahahaha! Rosmarie und Roland, unsere
Bekanntschaft vom Busbahnhof in München, schauten auch noch auf
einen Sprung vorbei und mir fiel wieder einmal auf, wie sehr die
beiden diese Reise genossen. Gerald war aufgrund des langen
Fußmarschs am Nachmittag doch ziemlich kaputt und zog sich bald ins
Betti zurück. Bei mir sah die Sache etwas anders aus, ich war top
fit und dachte gar nicht an ein vorzeitiges Ende des Abends. Also
spazierte ich erst einmal ohne großes Ziel vor Augen durch die
öffentlichen Bereiche des Schiffs und landete schließlich vor der
Piano Bar Antares, wo mich verrückte Brasilianer und andere
Animatösen bespaßten. Der Durst trieb mich dann in die Antares und
dort traf ich auf Paul, den deutschen Host, mit dem ich mich noch
eine gefühlte Ewigkeit über Gott, die Welt und die Seefahrt
unterhielt. Der Seegang war mittlerweile deutlich spürbar und ich
erfuhr, dass der Kapitän bereits eine Änderung der Route in
Betracht gezogen hatte. Soooo schlimm war es dann aber doch nicht,
jedenfalls nach meinem Empfinden. Auf dem Weg Richtung Kabine gabelte
ich später Jens an der Mittelbar auf und ich musste mit ihm dann
noch auf einen kleinen Abstecher in die Disco. Das war mir aber so
was von zuwider! Hat sich am Ende auch echt gelohnt, so lernte ich
dort den netten Security-Mann aus Nepal kennen (Bram, seiner Familie
ging es gut nach dem schrecklichen Erdbeben). Von ihm erfuhr ich
einige interessante Dinge über die Sicherheit an Bord und z.B. dass
die Mitarbeiter der Security alle bei der Polizei oder ähnlichen
Behörden gearbeitet hatten. Die sind also wirklich vom Fach im
Gegensatz zu dem, was im Alex-Center so als Sicherheitskraft herum
läuft.
Irgendwann war auch für mich Schicht
im Schacht und ich ließ mich sanft in den Schlaf schaukeln.
Temperaturen bis 21°C, abwechselnd
bewölkt und sonnig
Im Hafen: Rotterdam, AIDAaura, Black
Watch, MSC Orchestra, Allure otS im Trockendock
(2)
05.05.2015 Lissabon / Portugal
In der Nacht wurden die Uhren um eine
Stunde zurück gestellt, was dann auch wohl der Grund war, warum ich
trotz meiner nächtlichen Aktivitäten kurz nach 8 Uhr wach und
halbwegs fit war. Die Luminosa war kurz zuvor in den Hafen von
Lissabon, der Hauptstadt von Portugal, eingelaufen.
Nach einem kleinen Frühstück (inkl.
eines Omelettes von Francis, dem Bayern-Fan) sammelten wir Jens ein
und besprachen den Plan für den Tag. Der Plan war, dass wir keinen
hatten. Einfach von Bord und treiben lassen.
Gegen 10.30 Uhr gingen wir an Land und
spazierten Richtung Innenstadt. Im Gegensatz zu unserem letzten
Besuch in Lissabon 2007 gab es keinen Shuttlebus, da wir und unsere
Nachbarin, die Britannia von P&O, den altstadtnäheren Liegeplatz
bekommen hatten, während die MSC Orchestra bei der
„Ponte 25 de Abril“ lag. Zunächst inspizierten wir den Bahnhof
(sehr schön) und gingen dann zur Catedral Sé Patriarcal, auch
Igreja de Santa Maria Maior genannt, der Hauptkirche Lissabons. Von
den Stufen der Kathedrale aus, wo sich Gerald erst einmal ausruhen
musste, konnte man schöne Fotos von der berühmten Straßenbahn
machen. Ich wäre ja gerne noch weiter zum Praça do Comércio
gegangen, aber das Knie meines Gatten streikte mal wieder. War aber
letztendlich auch nicht so schlimm, hatten wir ja 2007 bereits
gesehen (und Jens war es egal^^). Zumindest hatte es Geralds
Gesundheitszustand bisher erlaubt, unsere kleinen Spaziergänge zu
machen. Das war das Wichtigste. (Tja Arschloch! Während DU im Bau
sitzt rocken WIR Westeuropas Küsten!)
Wir
beschlossen, dass es nun an der Zeit für den kulinarischen Teil des
Landgangs war und machten uns auf die Suche an einer geeigneten
Location (wie es auf Neudeutsch heißt). Am Ende landeten wir
in einer tollen kleinen Kneipe, dem „Maruto“. Die Einrichtung und
Deko war sehr schön und das Super Bock und der Weißwein für Gerald
mundeten.
Gemütlich schlenderten wir nach
unserem kleinen Zwischenstopp zurück Richtung Schiff und wunderten
uns immer wieder über die zahlreichen leeren Bierflaschen am
Straßenrand. Gibt es in Portugal kein Flaschenpfand? Eine weitere
Kuriosität fiel uns auch auf: Anstatt der Auto-Ankauf-Karten wurde
hier Zahnarzt-Werbung an die geparkten Autos gesteckt.
Wieder an Bord schwammen die Männer
eine Runde im Pool und ließen sich durchblubbern, während ich mir
Spaghetti mit Muschelsauce aufschwatzen ließ und danach erst einmal
eine Runde quer durchs Schiff drehen musste. Leider scheiterte ich
beim Versuch zur Schiffsglocke zu gelangen an einem „Crew
only“-Schild. Schade! Später gönnte ich mir einen Bahama Mama an
der mittleren Poolbar und bereitete mich geistig auf den Fotomarathon
beim Auslaufen vor. Da wir für diesen Abend um 19 Uhr einen Platz im
Club-Restaurant gebucht hatten, hatte ich auch keinen Zeitdruck und
wollte das Ablegen in Ruhe genießen. Und so stand ich pünktlich um
17 Uhr mit meiner Kamera bereit, um in der folgenden Stunde gefühlte
1000 Fotos von der Stadt, der Passage unter der „Ponte
25 de Abril“ durch und natürlich auch von der Christo Rei
Statue zu machen. Erinnerungen an die Fahrt durch den Bosporus im
vergangenen Jahr wurden wach und ich genoss den herrlichen Blick über
die Stadt in vollen Zügen. Besonders gefielen mir die Informationen
über die Lautsprecher – bitte, bitte Costa! Das will ich künftig
öfter hören!
Pünktlich um 19 Uhr fanden sich Gerald
und ich im Club Luminosa für unser Hochzeitstag-Dinner ein und wir
wurden (wieder einmal) nicht enttäuscht. Mein Gatte wählte als
Vorspeise „Maine lobster Caesar Salad with Grana Padano and herb
croutons“ und ich gönnte mir „Spanish air-cured ham with cherry
tomato bruschetta“. Natürlich musste ich auch die Pasta testen und
wählte „Fresh Garganelli pasta with clams, lemon zest and
pistachio pesto“ - zum Reinwerfen!! Beim Hauptgang waren wir uns
(wie immer im Club-Restaurant) einig: „“Surf and turf – Beef
Tenderlion, shrimp and sea scalop“ mit jeweils Asparagus als
Beilage. Ein Traum!! Auch wenn mir beim Bestellen bereits klar war,
dass das alles mehr als genug war, so durfte doch die „Sicilian
cannolo with pistachio cream“ als Nachspeise, die ich mir dann mit
Gerald teilte, nicht fehlen. Das Essen im Club-Restaurant ist jedes
Mal einfach ein kulinarischer Höhepunkt der Kreuzfahrt!
Glücklich und voll bis zum Kragen
gingen wir nach unserem Mahl schnell zum zentralen Pool, wo wir uns
das Ende des Champions League-Spiels Juventus Turin gegen Real Madrid
ansahen und uns über die gute Leistung der Italiener freuten. Und
mit großer Freude vernahmen wir, dass das Bayern-Spiel am kommenden
Abend ebenfalls gezeigt werden sollte. Passt!
Im Anschluss gingen wir noch in die
Libra und für Gerald war es dann Zeit fürs Bett. Ich spazierte noch
ein bisschen durchs Schiff, machte einen kurzen Abstecher in die
Grand Bar und traf schließlich auf Kristina, unsere russische
Freundin (Wadim, ihr Gatte, war auch schon im Bett). Gemeinsam gingen
wir noch auf einen Drink in die Mittelbar, blödelten mit dem
Kreuzfahrtdirektor Francesco rum und sahen uns Kristinas interessante
Handy-Fotos (Schlange!!) an. Dann war es auch für mich Zeit, mich in
die Waagerechte zu begeben und schnell fiel ich in einen tiefen
Schlaf (trotz des gigantischen Vollmonds^^).
Temperaturen bis 21°C, sonnig mit
Wolken
Im Hafen: Britannia, MSC Orchestra,
Funchal (am „anderen Ufer“, alle Kreuzfahrten für Sommer 2015
abgesagt)
(2,5)
Fortsetzung folgt...


























