Auf Kaperfahrt 2012 (1)

... oder auch: Jäger, Spritz und andere Säcke

Hinweis

Dieser Reisebericht beinhaltet meine persönlichen Erlebnisse und Gedanken während unserer Transatlantik-Kreuzfahrt 2012. Wer technische Details bzw. landeskundliche Informationen sucht möchte bitte die einschlägigen Internetseiten aufsuchen.

„Wir sind frei, frei wie der Wind.
Wir sind frei, wir sind wer wir sind.
Wir sind stolz, ohne Scheu, unzertrennlich und treu.
Ja wir sind frei... wie der Wind!“

 

Vorfreude

Eigentlich stand für 2012 eine Fahrt durch den Suez-Kanal auf unserer Wunschliste, doch als wir im Frühjahr 2011 die Transatlantik-Fahrt mit der Costa Luminosa entdeckten, wurden die Pläne schnell geändert und bereits ein paar Tage später stand unser Entschluss fest – wir würden wieder die Karibik unsicher machen und auf einen Sturm auf der Überfahrt hoffen. Zu meiner großen Freude überraschte mich mein Mann Gerald, den ich alleine zum Buchen ins Reisebüro Aschenbrenner geschickt hatte, mit einer absoluten Hammer-Kabine am Heck des Schiffes. Gut gemacht!!
Zunächst ging es aber erst einmal in den Norden (Juli 2011) und ins westliche Mittelmeer (Weihnachten 2011). Das Jahr 2012 begann dann mit einem großen Schock als am 13.01.2012 die Costa Concordia verunglückte. Viele Leute fragten mich, ob ich denn nun immer noch Kreuzfahrten machen würde und dann auch noch mit Costa. Die Antwort fiel mir jedes Mal leicht: Ja und ich habe auch weder Angst noch ein schlechtes Gefühl dabei.

27.04.2012 – Pointe-à-Pitre / Guadeloupe

„Ohne Grenzen ohne Mauern ans Ende dieser Welt
(Komm mit uns auf große Fahrt)
Kein Sturm zerstört die Bande die uns zusammen hält
(Komm mit uns auf große Fahrt)
Wirst du heut mit uns gehn dann wirst du es verstehn
Denn Freiheit ist und Freiheit ist dein Lohn“

Nach ein paar Stunden Schlaf riss mich mein Wecker um 3 Uhr aus meinen Träumen und ich war sofort hellwach. Heute sollte unsere große Reise beginnen und in meinem Kopf mischte sich die Vorfreude auf das Schiff und die Karibik mit der Angst um verschollene Koffer und sonstigen Horrorszenarien. Nach einer schnellen Kippe begann ich, ein paar restliche Sachen einzupacken und bald stand auch unser Freund Jens auf der Matte, der mich und meinen Mann auf dieser Kreuzfahrt begleiten würde. Kurz darauf begann es dann allerdings leider stressig zu werden, denn unser Fahrer vom Airport-Shuttle Rosenmeier stand anstatt wie vereinbart um 4 Uhr bereits eine halbe Stunde früher vor der Tür und drängt auf baldige Abfahrt (im Wagen würden Leute warten). Also das geht so ja wohl gar nicht. Ein Anruf am Vorabend und wir wären eine halbe Stunde eher fertig gewesen. Tztztztz... Trotz des hektischen Aufbruchs haben wir nichts wichtiges vergessen, allerdings hätte ich gerne noch ein paar Dinge vor der Abfahrt kontrolliert. Aber egal, der Fahrer brachte uns unfallfrei zum Flughafen München „Franz Josef Strauß“. Der Check-in bei Air France verlief dann schnell und unkompliziert und es begann das große Warten. Um 7.20 Uhr starteten wir bei herrlichem Wetter mit einer A320 Richtung Flughafen „Paris-Charles-de-Gaulle“, wo wir um 9 Uhr landen würden. 


 
Der Flug verlief ruhig und ich hatte einen tollen Platz in der letzten Reihe am Fenster. Nach einer sanften Landung begrüßte uns die französische Hauptstadt mit Regen und kühlen 10°C. Die Zeit bis zum nächsten Start vertrieben wir uns mit Lunge-teeren, essen, Leute anglotzen (Flecktarn-Typ ohne Asch mit riesigem Prügel^^), lästern und zig Mal dieselbe Werbung ansehen. (Nicht zu vergessen der nette Typ bei der Sicherheitskontrolle und die Abkürzung!!) Mit Verspätung ging es dann in einer Boing 747-400 weiter nach Pointe-à-Pitre. Kurz vor unserer Abfahrt hatte ich im Internet einige sehr negative Berichte über Air France gelesen und war deshalb ein wenig skeptisch, am Ende gab es aber nichts zu meckern. Das Personal war sehr freundlich, die Verpflegung gut (zum Mittagessen wurde ungefragt Rotwein und ein Kurzer serviert), unsere Plätze boten genügend Beinfreiheit und im Vergleich zu unserem Flug nach Miami zwei Jahre zuvor konnte man selbst kurz vor der Landung die Toilette noch benutzen, ohne dabei unfreiwillig das Essen von sich zu geben. Noch vor dem Start hatte ich eine Begegnung der seltsamen Art – der Herr neben mir auf der anderen Seite des Gangs sprach mich an, weil er mich angeblich kannte. WTF?!?!? Ich (er)kannte ihn jedenfalls nicht. Stunde um Stunde verging, ich aß, döste vor mich hin, hörte Musik, amüsierte mich über das tolle Englisch des Piloten (oder sprach er vielleicht doch Swahili??^^) oder vertrieb mir sonst irgendwie die Zeit. Bis auf ein paar Turbulenzen verlief der Flug ruhig und wir näherten uns langsam aber sicher unserem Ziel (begleitet von gefühlten 1000 Entschuldigungen seitens der Crew wegen der Verspätung). Am Ende gab es auch noch die Auflösung des Rätsels bzgl. meines „Nachbarn“. Vielleicht kann sich ja jemand an den Typ im Schalke-Trikot auf unserem Flug nach Miami 2010 erinnern... nun, genau DER saß neben mir!!!!!!!!! (Es sollte sich bald herausstellen, dass „Schalke“ – also Christina und Thomas – supernett waren!) Gegen 17 Uhr landeten wir etwas unsanft auf dem Flughafen Pointe-à-Pitre („kontrollierter Absturz“^^) und machten uns auf die Suche nach unserem Bus - also immer den anderen nach! (Unser Gepäck, das wir in München abgegeben hatten, bekamen wir anders als bei der letzten TA erst wieder in der Kabine zu Gesicht.) Als wir das Flughafengebäude verlassen hatten traf mich erst einmal der Schlag – es war schwül und regnete leicht. Willkommen in der Karibik! ^^
Die Fahrt vom Flughafen zum Hafen dauerte nur ca. 15 Minuten und auch die Einschiffung ging ziemlich schnell, worüber ich sehr froh war, da es im Hafengebäude unangenehm warm war und alles an mir klebte. Um ca. 18.15 Uhr hatten wir es geschafft und waren endlich (wieder) zu Hause... ähm... an Bord. (Die nette Frau, die das obligatorische Foto von mir machte, hat übrigens am selben Tag Geburtstag wie ich)
Als erstes suchten wir unsere Kabinen, um uns schnell frisch zu machen, einen Blick ins Today zu werfen und die Costa-Karte zu holen. Jens hatte die Innenkabine Nr. 6399, wir residierten ein Deck tiefer in Kabine Nr. 5396 direkt am Heck des Schiffes. Ein Traum!!! Die Kabine hatte einen riesigen Balkon und ich wusste bereits nach wenigen Sekunden, dass ich dort so manche Stunde verbringen würde. Dem Today entnahmen wir, dass unser Kapitän Matteo Fava hieß (nie gehört) und von unserem DJ-Freund Luca würden wir verschont bleiben. Ein Name stach mir dann noch besonders ins Auge: Hoteldirektor Eduard Puckl. Kam mir irgendwie bekannt vor...
Endlich wieder an Bord - das musste natürlich gefeiert werden und so machten wir uns bald auf den Weg zur „Bar Lido Dephinus“ („hintere Poolbar“), wo wir uns einen Tequila Sunrise gönnten. Trotz des reichhaltigen Essens im Flugzeug meldete sich auch der Hunger und wir begaben uns ins Buffetrestaurant „Andromeda“. Wir hatten von Vornherein geplant, am ersten Abend dort zu essen – das „normale“ Restaurant wäre mit zu viel Stress verbunden gewesen und außerdem trugen wir ja immer noch unsere Kleidung von der Anreise und stanken mittlerweile alle wie die Seeräuber. (Alles stinkt nach Mann!^^)
Bei einem kleinem Rundgang zeigten wir dann Jens alles Wichtige auf dem Schiff (wir kannten die Luminosa ja bereits von unserer Kreuzfahrt 2009) und gönnten uns einen Kaffee (natürlich mit Schuss^^) in der „Chocolate Bar Sirius“. Wieder zurück auf der Kabine fiel mir ein Stein vom Herzen – unser Gepäck hatten auch den Weg auf die Luminosa geschafft! Anscheinend war Geralds Koffer geöffnet worden, jedenfalls lies die Unordnung drinnen darauf schließen. Später erfuhren wir, dass es bei Jens ebenso war, bei ihm war sogar sein Esel aufgeschnitten worden.
Am liebsten wäre ich gleich ins Bett gegangen, die lange Anreise hatte mich doch ziemlich mitgenommen, aber um 22.30 Uhr stand ja noch die obligatorische Rettungsübung auf dem Programm. Auch wenn ich mich kaum mehr auf den Beinen halten konnte, so nahmen wir natürlich ohne Meckern daran teil. Wie wichtig diese Übungen sind hat ja (leider) das Concordia-Unglück gezeigt. Nebenbei bemerkt, Jens durfte sich während der Übung sogar hinsetzen. Falls sich also jemand nicht wohl fühlt oder schlecht zu Fuß ist, so ist das definitiv kein Grund, um nicht an der Übung teilzunehmen. Im Anschluss war bei mir Schicht im Schacht und ich verzichtete auf den eigentlich geplanten Cocktail und fiel ins Bett. Das Ablegen gegen Mitternacht lies ich mir aber dennoch nicht (ganz) entgehen und blickte von meinem Bett aus durch die Balkontüre nach draußen in die Dunkelheit während die Costa Luminosa Kurs auf Martinique nahm.
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28.04.2012 - Fort-de-France / Martinique

Bereits um 4.45 Uhr war ich wach und vertrieb mir zunächst die Zeit mit dem Schmieden von Plänen für den Tag oder träumte einfach vor mich hin. Frisch geduscht genoss ich dann ab 6 Uhr die aufgehende Sonne (look at the rising sun...^^) auf unserem supergeilen Balkon und fühlte mich trotz der kurzen Nacht so richtig gut. Dem Today entnahmen wir, dass es ab 7 Uhr Frühstück im Buffetrestaurant geben würde – das klang nach einer „sinnvollen“ Beschäftigung für die frühe Uhrzeit. Gestärkt für weitere Unternehmungen (Spiegelei zum Frühstück ist lecker^^) machten wir als nächstes einen kleinen Spaziergang über die oberen Decks und genossen die Sonne. Herrlich! Ich liebe Kreuzfahrten durch die Karibik! Als die Pools um 8 Uhr geöffnet wurden zog es uns zum „Lido Dorado“, wo wir auch auf Jens trafen. Zu dieser frühen Uhrzeit waren nur wenige Leute unterwegs und so hatten wir den Pool anfangs für uns alleine. Das Wasser hatte genau die richtige Temperatur für unser kleines Badevergnügen zur Morgenstunde und es gab Wellen ohne Ende (im Pool!!!!). Wir hatten zwischendurch immer wieder die Befürchtung, dass der Pool deswegen abgesperrt werden würde, aber das Personal hatte „Erbarmen“ mit uns und lies uns die Wellen genießen.


Was ich auf der Costa Luminosa sehr gut finde (und bei anderen Costa-Schiffen vermisse) ist, dass es eine Umkleidekabine gibt. (Einfach beim zentralen Pool die Treppen neben der großen Leinwand ein Deck höher gehen) Ich habe zwar kein Problem damit, mich auf der Toilette umzuziehen, aber so ist es einfach bequemer, weil man mehr Platz hat.
Nach einem weiteren kleinen Spaziergang war es Zeit fürs Mittagessen (wie üblich im Buffetrestaurant) und gegen 12 Uhr beobachteten wir dann das Anlegen in Fort-de-France, dem Hauptort der französischen Insel Martinique. Wir hatten hier keinen Ausflug gebucht und wollten auf eigene Faust zu Fuß die Stadt erkunden oder besser gesagt, einfach ein bisschen rumschleichen. Mit einem Stadtplan bewaffnet (der wurde uns netterweise im Hafen in die Hand gedrückt) zogen wir los - erst mal natürlich in die falsche Richtung. Nach ein paar Irrungen und Wirrungen stellten wir fest, dass man am besten einfach dem türkisen Gehweg folgt (bergab, nicht bergauf^^). 




Entlang unseres Weges sahen wir einige sehr schöne Gebäude, aber dazwischen aber immer wieder hässliche bzw. total heruntergekommene Häuser. Und immer wieder Müll, Schutt, Dreck... Am Rand des Parks „La Savane“ legten wir eine kleine Verschnaufpause ein. Die meisten der Holzbuden dort waren geschlossen, wie fast alle anderen Geschäfte in der Stadt auch. Komisch, damit hätte ich eigentlich nicht gerechnet an einem Samstag Nachmittag. Wir sind wohl schon zu verwöhnt. In dem Park steht übrigens auch eine bekannte Statue von Joséphine de Beauharnais (ohne Kopf^^).
Nachdem wir noch kurz Kontakt mit einem Einheimischen hatten (Der Schnorrer wollte wahrscheinlich nicht mal ne komplette Kippe, der Tabak alleine hätte ihm auch gereicht^^) gingen wir weiter Richtung Strandpromenade bzw. einem kleinen Strand. Ein Boot dort zog auch gleich unsere Aufmerksamkeit auf sich und wir beobachteten, wie die Insassen eifrig Wasser aus diesem schaufelten. („Das Schiff dort zu versinken“^^) Untergegangen ist es auf alle Fälle nicht, jedenfalls nicht so lange wir dort waren. Besonders für mich gab es am Strand natürlich kein Halten mehr – schnell waren die Schuhe ausgezogen und ich bis zu den Knien im pisswarmen Wasser. Und die Herren mussten mir natürlich folgen. Sonne, Wasser, Karibik... einfach schöööööön!



Auf unserem Rückweg zum Schiff kamen wir am Fort Saint Louis vorbei (heute eine Marinebasis) und bewunderten immer wieder uns unbekannte Vögel und wunderschöne Bäume und Blumen. (Falls jemand den Ausdruck „Neger abseilen“ kennt – DAS haben wir auch gesehen^^)

Im Hafengelände deckten wir uns dann noch im „Duty free-Shop“ mit Zigaretten ein bevor wir wieder an Bord gingen.
Rückblickend muss ich gestehen, dass mich Fort-de-France nicht wirklich vom Hocker gehauen hat, die Stadt ist zwar ganz nett anzusehen, aber leider auch ziemlich dreckig. Sollte es uns wieder einmal nach Martinique verschlagen, so würde ich dann wohl einen Ausflug buchen bzw. mich von einem Taxi zum nächsten Strand fahren lassen.
Auf dem Schiff suchten wir uns zunächst einen Platz am „Lido Delphinus“ und erfrischten uns im Pool. Das Leben kann manchmal so was von schön sein! Gerald verzog sich dann irgendwann zum Lesen und Cappuccino-trinken, während ich einfach nur die Sonne genoss bis es Zeit war, mich für das Abendessen umzuziehen. Vor dem Essen gönnten wir uns noch einen Kaffee in der Schokobar und waren dann pünktlich um 18.45 Uhr zur 1. Tischzeit im Restaurant „Taurus“. Dort lernten wir auch unsere Tischnachbar aus Hessen kennen und ich machte mich auch gleich ziemlich unbeliebt. Dachten die wirklich, ich würde vor Ehrfurcht erstarren, weil sie schon 3 (!!!!) Kreuzfahrten gemacht haben?? Pffffff... Wirklich warm wurden wir bis zum Ende der Reise nicht, dafür aber verleihe ich ihnen hiermit den Titel „schlechteste und sparsamste Tischnachbarn ever“. Aber mit unseren Kellnern klappte es aber von Anfang an perfekt und das ist in meinen Augen wichtiger.
So ein ausgiebiges Abendmahl macht natürlich durstig und daher machten wir es uns danach an der hinteren Poolbar bequem. Um 21 Uhr hieß es „Leinen los“ und unser Schiff setzte Kurs auf St. Maarten, das ultimative Highlight unserer Reise. Später gingen wir noch in die Schokobar und in die Pianobar „Antares“, wo allerdings nichts los war. Nachdem sich Gerald Richtung Bett verzogen hatte, zog ich mit Jens noch weiter in die Grand Bar „Elettra“. Dort steppte der Bär (und der Neger mit der Gurke^^), trotzdem war nach einem Cocktail bei mir Ende im Gelände und ich lies mich nach einer letzten Kippe auf unserem supergeilen Balkon sanft in den Schlaf schaukeln.
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29.04.2012 – Philipsburg / St. Maarten

Jetlag sei dank war ich bereits um 7 Uhr hellwach und bequemte mich auch gleich auf Deck 9 zum Frühstücken und anschließendem „Frühsport“ im zentralen Pool. An diesem Morgen waren die Wellen im Pool noch heftiger als am Vortag und wir hatten Spaß ohne Ende (und wurden dabei von zahlreichen Passagieren fotografiert). Pünktlich um 11 Uhr war es Zeit für die Mittagsfütterung (lecker Sauerbraten), eine Stunde später legte die Costa Luminosa im Hafen von Philipsburg, dem Hauptort des niederländischen Teils der Karibikinsel Stint Maarten/Saint-Martin, an und wir waren bereit für den Landgang.





Nachdem wir ein paar Fotos von der Celebrity Summit und der Nordaam, die mit uns im Hafen lagen, gemacht hatten, organisierten wir uns ein Taxi und ließen uns zum Maho Beach fahren. Im Gegensatz zu unserem letzten Besuch auf der Insel war kaum Verkehr und daher erreichten wir unser Ziel bereits nach ca. 20 Minuten Fahrt. (Ab 3 Personen kostet die Fahrt 9 $ p.P.) Auch wenn jemand kein Flugzeug-Fan ist so lohnt sich ein Besuch des berühmten Strands am Princess Juliana Airport auf alle Fälle. Wo kann man sonst im warmen türkisen Wasser schwimmen, während einem ein Flieger nach dem anderen über den Kopf donnert. Und dieses Mal hatten wir wirklich Glück, es herrschte reger Verkehr und ich kam kaum mit dem Fotografieren mit (u.a. hatten wir das Vergnügen, zwei 747 beim Start und eine A340-500 bei der Landung zu sehen).
Wir hatten uns eine Liege gemietet und dort unsere Sachen geparkt, während wir im Wasser unseren Spaß hatten. Eine der größeren Wellen spülte dann auch einen seeeeehr seltenen weißen Nippelwal an den Strand. Muhahahaha! Und immer wieder musste ich aus dem Wasser raus, um Fotos von landenden oder startenden Flugzeugen machen.




  
Natürlich durfte auch ein Besuch in der „Sunset Bar“ nicht fehlen, wo deutlich mehr Betrieb als beim letzten Mal herrschte. Dort wurden wir auch Zeuge eines kleinen Verkehrsunfalls. (Einer der Fahrer hatte wohl nicht gehupt^^). Passiert war nicht wirklich viel, dennoch rückte die Polizei an. An einem Sonntag arbeiten... pfffff... als „Entschädigung“ gab es für die Gesetzeshüter später dann auch einen Cocktail. In der Karibik ist manches einfach anders ;) Als dann auch noch ein DJ begann, Musik aufzulegen, wollte ich gar nicht mehr weg. Aber leider endete dieser perfekte Nachmittag schon um 15.30 Uhr als uns unser lustiger Fahrer vom Taxi Nr. 9 wieder abholte. Auf der Fahrt zurück zum Hafen hatten wir viel Spaß und am Ende machten wir auch noch ein paar Fotos mit ihm.
So schön unser Ausflug auch gewesen war, eine sehr nervige Kleinigkeit muss ich allerdings dennoch anmerken: Am Ende war ÜBERALL Sand!!! In den Rucksäcken, in den Schuhen, in den (Bade)Klamotten, ja sogar in der Arschfalte!!!! :D
Bevor wir wieder an Bord gingen musste ich mich natürlich noch durch die Geschäfte im Hafen wühlen, dazu war beim letzten Mal keine Zeit gewesen. Und dann war es dringend an der Zeit für eine Dusche (nun war auch das Bad voller Sand^^) und ein bisschen Entspannung auf dem Balkon (Das große Rätsel um die Möwe Bruno^^). Um 18 Uhr nahmen die Costa Luminosa Kurs auf die Dominikanische Republik und wir nahmen Kurs auf die Bar „Libra“, um dort den Abend mit einem Frozen Margarita bzw. Spritz zu beginnen. Nach einem leckeren Abendessen (u.a. gab es Lachs) gönnten wir uns einen Kaffee in der Schokobar, bevor wir es uns in der hinteren Poolbar bequem machten. Leider begann es im Laufe des Abends/der Nacht zu regnen, richtig abgekühlt hat es aber nicht. Ich liebe diese karibische Schwüle! ^^
Wir hatten beschlossen, einen eher ruhigen Abend einzulegen, und verzogen uns (mal wieder) relativ früh (jedenfalls für meine Verhältnisse^^) in unsere Kabine – inkl. eines kleinen Mitternachtssnacks in Form von zwei Pizza-Stücken.
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30.04.2012 - La Romana / Dominikanische Republik

Und wieder ein Morgen, an dem ich für meine Verhältnisse viel zu früh wach war... das hatte allerdings den Vorteil, dass ich den tollen Sonnenaufgang um 6.29 Uhr auf unserem Balkon genießen konnte. Der Rest des Vormittags verlief dann auch wieder nach dem bekannten Schema ab: Frühstück, Frühsport im Pool, Mittagessen. An diesem Tag gab es im Buffetrestaurant u.a. Muscheln (und was für riesige Geräte^^). Lecker!!
Gegen 12 Uhr parkte die Costa Luminosa im Hafen von La Romana, der viertgrößten Stadt der Dominikanischen Republik, ein. Meine Recherche im Internet vor der Fahrt hatte mich zu dem Schluss geführt, dass man die Stadt wohl nicht unbedingt gesehen haben muss. Dafür hatte ich bei Costa einen Ausflug entdeckt, der sehr vielversprechend klang. Und genau dieser wurde dann im Vorfeld auch gebucht.
Pünktlich um 12.30 Uhr fanden wir uns am Treffpunkt für unseren Ausflug „Insel Saona und die Naturpools“ in der Grand Bar ein und waren gespannt, was uns wohl erwarten würde. Und unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen!
Als wir von Bord gingen lag neben der Luminosa schon unser Schnellboot (ca. 10m lang, Platz für 20 Passagiere, zwei 200 PS-Motoren) und mir wurde beim Einsteigen in diese kleine Nussschale im ersten Moment etwas komisch zu Mute. Das legte sich aber nach wenigen Minuten und als der Kapitän die Motoren startete hatte ich bereits ein fettes Grinsen im Gesicht. Ich genoss jede Sekunde der rasanten Fahrt entlang der Küste, ganz im Gegensatz zu einigen anderen Passagieren. Nach einiger Zeit war ich zwar komplett durchnässt, aber bei jedem Wasserschwall, der mich traf, wurde mein Grinsen breiter. Und ich hoffte inständig, dass das Wasser nicht mit dem Mittagessen der Französin schräg vor mir versetzt war. Lesen manche Leute eigentlich die Beschreibungen der Ausflüge nicht oder ist es ihnen egal, frei nach dem Motto „wird schon gut gehen“? Dort steht nämlich u.a.: „Dieser Ausflug ist nicht für Gäste geeignet die unter Seekrankheit leiden. Gästen mit Rücken/Nackenverletzungen, Herzerkrankungen und Schwangerschaft wird von diesem Ausflug abgeraten. Sie müssen in einer guten körperlichen Verfassung sein und gut schwimmen können.“ Da sollte eigentlich jedem Deppen klar sein, dass es auf der Fahrt so richtig zur Sache geht. Aber egal, mir hat es gefallen und ich genoss jede Sekund und die Französin hat den Inhalt ihres Magens letztendlich doch bei sich behalten.






Zwischendurch gab es immer mal wieder einen kleinen Stop, bei dem uns unser Führer ein bisschen über Land und Leute erzählte. Der gute Mann sprach sogar Deutsch, womit ich eigentlich gar nicht gerechnet hatte. Wäre aber auch nicht notwendig gewesen, da wir die einzigen Deutschen an Bord waren und seine Erläuterungen in den anderen Sprachen auch ganz gut verstanden. (Seit wann verstehe ich eigentlich Spanisch????^^) Und dann erreichten wir die Naturpools... Vor der Reise hatte ich mich immer wieder gefragt, was denn wohl diese „Naturpools“ sein würden und irgendwie hatte ich in meinem Kopf Bilder von Wasserlöchern inmitten großer Steine. Damit lag ich aber so was von falsch! (Warum ich nicht einfach Google befragt hatte ist mir ein Rätsel, aber so war die Überraschung halt perfekt!^^) Unser Boot hielt mitten im Meer bei einer Sandbank und dann hieß es „alle Mann von Bord“. HAMMER!!! Das Wasser war kristallklar, ca. 1m tief und total warm (später noch wärmer^^). Nun war mir auch klar, warum es in der Ausflugsbeschreibung geheißen hatte, dass man Badekleidung anziehen soll. Gerald sprang als erster ins Wasser („Sehr gut, ich muss eh ******!“ Muhahahaha!) und auch ich zog in Rekordgeschwindigkeit meine Klamotten aus und lies mich von Bord fallen. 



Fröhlich planschten wir herum und bewunderten die Seesterne, die uns gezeigt wurden - anfassen wollte ich sie allerdings dann aber doch nicht. Unsere Boot-Crew verteilte auch noch Rum und Cola, womit wir alle gemeinsam anstießen. Einfach unbeschreiblich schön, wir mitten im türkisen Meer mit einem Becher Rum-Cola in der Hand... was braucht man mehr... Jens testete auch noch eine ganz spezielle Mischung, die allerdings nicht zu empfehlen ist: Rum mit Cola, Salzwasser und Pipi. Höhöhö! Über eine etwas wackelige Leiter kletterten wir wieder aufs Boot und dann ging es weiter zur „Isla Saona“. Die Insel ist ca. 110 km² groß und steht unter Naturschutz. Angeblich gibt es hier die schönsten Strände der Dominikanischen Republik, was ich durchaus mal glaube. Unser Strand war in meinen Augen jedenfalls perfekt und nachdem wir unsere Sachen auf Liegen geparkt hatten waren wir auch schon wieder im Wasser. (inkl. Hummi und Erika; und auch der Nippelwal wurde wieder an Land gespült^^) Am liebsten hätte ich die Zeit angehalten! Die Sonne, der Strand, die Palmen und v.a. das warme Wasser... herrlich! 



Auch für das leibliche Wohl war gesorgt, man konnte sich für 30 $ eine Languste grillen lassen und Getränke gab es kostenlos an einer Bar. (Nur der Vollständigkeit halber, ein paar Souvenirbuden und Toiletten waren auch vorhanden) Da wir mittags ja ausgiebig gegessen hatten verzichteten wir auf das Tier vom Grill, Durst allerdings hatten wir schon. Und so okkupierten wir nach unserem Badevergnügen einen der Holztische unter den Palmen und steuerten die Bar an, wo wir uns mit „karibischem Champagner“ eindeckten. Ich hatte zuvor noch nie Rum mit Sprite getrunken und muss echt sagen, feine Sache! Lässt sich gut trinken und macht ein gutes Gefühl im Kopf. Es blieb auch natürlich nicht bei einem Becher und auch der Blödsinn mit den Leuten hinter der Bar lies nicht lange auf sich warten. (Gerald fistet mit dem „Schwulen“^^) Wir kamen dann auch noch in den Genuss von (bayrischen) Trink- und anderen Sprüchen wie z.B. „Was ist rot und kann kein Deutsch? FC Bayern“. Und das alles von einem Schwarzen mitten in der Karibik! Ich hielt mir vor Lachen immer noch den Bauch als wir leider und nur unter Protest als letzte wieder in unser Schneeboot kletterten. Anscheinend hatte keiner der anderen Passagiere mehr Lust auf die Plätze ganz vorne und so saßen wir dort (auf der Hinfahrt waren wir ganz hinten). Glücklich und mit der Welt zufrieden genoss ich den Wind und das Wasser, das mir permanent ins Gesicht spritze und war traurig, als wir den Hafen von La Romana erreichten. Einer der besten Ausflüge, die ich jemals bei Costa gebucht hatte, war zu Ende und ich muss abschließend sagen, dass er jeden einzelnen Cent wert war.
Wieder an Bord der Luminosa duschten wir uns schnell, beobachteten kurz die Port Security bei der „Arbeit“ und gingen zum Abendessen. So ein Tag im und auf dem Wasser macht wirklich hungrig! Danach gönnten wir uns einen Kaffee in der Schokobar bevor wir es uns an der Bar Lido Dorado bequem machten. Ich staunte nicht schlecht als mich einer der Kellner darauf ansprach, dass er mich von der Costa Pacifica her kannte. Und wirklich, ich konnte mich nach einigem Nachgrübeln auch an ihn erinnern. Hach, es ist doch immer wieder schön, alte Bekannte zu treffen. Und der Kellner sollte auch nicht der einzige in dieser Nacht bleiben, später trafen wir noch auf den Chefanimateur Elvis, den wir ebenfalls auf der Pacifica kennen gelernt hatten. Ich war in richtiger Feier-Laune und da traf es sich gut, dass am Pool die „Tropische Party“ statt fand. Neben Musik und Animation gab es auch zahlreiche Eisskulpturen zu bewundern und ein tropisches Buffet zu plündern. Gut abgefüllt mit Tequila Sunrise ging ich irgendwann mit Gerald zurück auf unsere Kabine und dort köpften wir noch die Flasche Sekt vom CostaClub.
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Fortsetzung folgt...