Champagner! (1)

Champagner! Eine Kreuzfahrt ans Ende der Welt und weiter nach Saint-Tropez




"Die Highlights Westeuropas" mit der MS Europa 2 vom 02. bis 15.10.2017

Hamburg – Greenwich / Tilbury – Saint Peter Port – Saint-Malo – Bilbao – Vilagarcía de Arousa – Leixões – Lissabon 


Dieser Reisebericht beinhaltet meine persönlichen Erlebnisse und Gedanken während unserer Westeuropakreuzfahrt mit der MS Europa 2. Wer technische Details bzw. landeskundliche Informationen sucht möchte bitte die einschlägigen Internetseiten aufsuchen.


Vorfreude
 

Nach unserer traumhaften Reise mit der MS Europa 2 im Mai 2016 war schnell klar, dass mein Mann Gerald und ich unsere Drohung gegenüber Kapitän Christian van Zwamen tatsächlich wahr und eine weitere Reise mit der „E2“ machen wollten. Auf die Route hatten wir uns bereits an Bord (in der Sansibar; warum liegen da auch Prospekte rum??) geeinigt und im Juni 2016 buchten wir dann „Die Highlights Westeuropas“ im Reisebüro unseres Vertrauens, dem TUI ReiseCenter im Donaueinkaufszentrum Regensburg. Ende 2016 stillten wir unsere Sehnsucht nach Schiff und Meer zwischendurch noch schnell mit unserer Weihnachtskreuzfahrt auf der Luminosa. Und dann begann auch schon das Jahr 2017 und nach dem Winter folgte ein schöner Frühling und Sommer und am Ende verging die Zeit auch mal wieder viel zu schnell und schon mussten die Koffer gepackt werden.

01.10.2017 Tag der Abreise – Hamburg / Deutschland
„Das Hotel muss doch hier irgendwo sein!?!?!?“


Die Anreise zum Starthafen unserer Kreuzfahrt hatten wir dieses Mal in Eigenregie organisiert – wir wollten am Tag zuvor bereits mit dem Zug nach Hamburg fahren und dort übernachten, um Probleme mit Zugverspätungen etc. zu vermeiden. Am 01.10. fuhren wir in der Früh mit dem Bus zum Regensburger Hauptbahnhof, wo unser IC 2024 pünktlich um 8.18 Uhr eintraf. Wir hatten im Vorfeld Plätze in einem Abteil reserviert und hatten dieses auch bis Nürnberg für uns alleine. In Würzburg mussten wir dann eine Stunde auf unseren ICE 680 warten, die Zeit verging allerdings wie im Flug – auch dank einer netten Dame, mit der wir über Kreuzfahrten plauderten. Um 11.33 Uhr fuhren wir dann weiter Richtung Norden, nachdem wir auch irgendwann unsere reservierten Sitzplätze gefunden hatten (Wagon 21 NICHT 27, Herr Lehner!). Anfangs saß noch ein nettes, älteres Ehepaar bei uns am Tisch, aber der Zug leerte sich im Laufe der Fahrt immer mehr, bis wir am Ende alleine in unserem Wagon saßen. (Auch der Kerl, der sein billiges tschechisches Dosenbier mit aufs Klo nahm, verließ uns irgendwann.) Nach einer ruhigen und angenehmen Fahrt mit freiem WLAN erreichten wir schließlich um 15 Uhr den Bahnhof Hamburg-Altona und machten uns auf die Suche nach unserem Hotel. Wir wurden nach einiger Zeit auch fündig – das IntercityHotel Hamburg Altona liegt nämlich nicht „in der Nähe des Bahnhofs“ sondern sozusagen „im“ Bahnhof und wir standen natürlich direkt davor ohne es zu merken. Der Check-in war auch schnell erledigt und nach kürzester Zeit waren wir in unserem schicken Zimmer. Aber dort wollten wir uns nicht zu lange aufhalten, da wir mit zwei Freundinnen verabredet waren (zwei weitere Mädels mussten aus gesundheitlichen Gründen leider absagen). Gemeinsam mit Sandra und Silvia spazierten wir über eine Art Markt und machten es uns schließlich im Außenbereich der Gaststätte Möller in der Sonne bequem. Nachdem wir ausgiebig gequatscht hatten, mussten die Mädels auch schon weiter und Gerald und ich beschlossen, den Abend an der Hotelbar ausklingen zu lassen. Dort lernten wir Sabine und Ralph – zwei HSV-Fans – kennen und hatten noch viel Spaß.

02.10.2017 Hamburg / Deutschland
„Noch ein Glas Champagner für die Dame?“

 

Den Tag begannen wir in aller Ruhe um 9 Uhr mit einem leckeren Frühstück und nach dem Auschecken (bis spätestens 14 Uhr möglich) zog es uns wieder ins Möller – eine Kneipe ganz nach meinem Geschmack. Dort trafen wir auch auf unsere neuen HSV-Freunde vom Vorabend und machten die Bekanntschaft von ein paar weiteren sehr netten Leuten. Es wurde ein äußerst lustiger Nachmittag, besser kann man die Wartezeit auf das Bording gar nicht verbringen. (Stichworte: Bedienung Nicole, besoffener Pole, Free Palestine, Knasti mit „Boonekamp“, „Er war ja nur ein Zigeuner“). Wir stellten fest, dass die Anreise einen Tag zuvor eine sehr gute Idee gewesen war. Kein Stress, keine Hektik – wir waren ausgeschlafen und völlig entspannt!



Wieder zurück im Hotel holten wir unsere Koffer, die wir zur Aufbewahrung dort gelassen hatten, und fuhren mit dem Taxi (8,60 €) zum Hamburg Cruise Center Altona, wo wir um 15.30 Uhr eintrafen. Freundlich wurden wir von den netten Hapag-Lloyd-Mitarbeitern begrüßt, die sich auch gleich um unser Gepäck kümmerten und uns den Weg ins Terminal wiesen. Wir hatten es tatsächlich geschafft! Sie lag vor uns - „unsere“ Europa 2!
Während wir auf das Bording warteten plauderten wir locker mit ein paar anderen Passagieren und ließen uns das erste Glas Champagner der Reise schmecken. Der Aufruf zur Einschiffung erfolgte nach Decks – glaube ich jedenfalls – und langsam leerte sich das Terminal, was ich aber nur am Rande mitbekam. Ich hatte meinen Spaß, freundete mich mit den Don & Giovannis an und wurde dabei von Tobias mit Champagner versorgt. Nachdem ich schätzungsweise eine Flasche von dem edlen Gesöff intus hatte bequemten wir uns als letzte auch endlich zum Check-in und nach der Erledigung der Formalitäten (Bordkarte und Reisepass scannen) betrat ich mit einem fetten Grinsen im Gesicht endlich wieder mein „Traumschiff“.
Wir ließen uns zu unserer Suite 675 am Heck der Europa 2 bringen und trafen dort auch gleich auf eine unserer beiden „Kabinengeister“ (Emily und Grace), wobei ich keine Ahnung habe, welche es nun war. Eigentlich wollte sie uns die Sache mit den Lichtszenarien erklären, was wir aber dankend ablehnten (wir kennen uns ja schließlich aus, wobei ich den Scheiß immer noch nicht wirklich im Griff habe). Dafür äußerten wir gleich unseren Wunsch nach einer zweiten Flasche Tomatensaft für die Minibar, dem dann auch während der gesamten Kreuzfahrt immer zuverlässig nachgekommen wurde. Dann war auch schon Zeit für die obligatorische Rettungsübung, die wie im vergangen Jahr schnell und diszipliniert ablief.




Das Ablegen gegen 19 Uhr sahen wir uns von unserer Veranda aus an und knüpften erste Kontakte zu unseren Suitennachbarn (suspekte Kerle mit Pils). Nachdem wir uns von der Hansestadt Hamburg verabschiedet hatten gingen wir kurz zur Rezeption, um unsere Reservierungswünsche für die Spezialitätenrestaurant vorzutragen. Wir erfuhren, dass wir dies auch in den Restaurants selber erledigen konnten und so zogen wir weiter zum französischen Restaurant Tarragon und zum Japaner Sakura. Nachdem dieser wichtige Punkt auf der Liste auch erledigt war machte sich langsam aber sicher der Hunger bemerkbar und wir suchten uns einen Platz im Buffetrestaurant Yacht Club. Ich beschloss, zum ersten Mal auf der Europa 2 das Pastabuffet zu testen und war am Ende überglücklich mit meinen Fussili mit Pfifferlingen und Garnelen. Ein Traum! Als Nachspeise gab es dann noch mehr Garnelen und zwar in Sweet Chili Sauce und ein Stück Camembert. Dann war der Magen voll und Frau Lehner zufrieden.
In der Sansibar ließen wir später diesen wunderschönen Tag noch in Ruhe bei angenehmen „Welcome Sounds“ der Bordband „Ocean's Club“ (in Lounge-Besetzung) ausklingen. Traditionsgemäß begann ich natürlich mit einem Tequila Sunrise (Okay, ich gebe es ja zu, es war auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin dann doch eher ein Sunset als ein Sunrise). Dann noch Gin Tonic und Jägermeister (ohne Dekoration) und am Ende fielen wir glücklich in unser Bett, während die Europa 2 durch die etwas rauere See schaukelte.

Wetter: wolkig und regnerisch, bis zu 16°C
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03.10.2017 Seetag mit Kurs auf Greenwich
„Alles gut!“


Der Seegang war im Laufe der Nacht stärker geworden und war auch als ich gegen 8 Uhr wach wurde noch immer sehr deutlich zu spüren. Mich persönlich stört das ja überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Man sollte auf einer Kreuzfahrt schon ab und zu mal merken, dass man sich auf dem Meer befindet und dazu gehört eben auch, dass es mal wackelt. Andere Passagiere hatten wohl mehr Probleme und so sahen wir an vielen Kabinen das rote Licht brennen als wir um 9.45 Uhr endlich zum Frühstücken in den Yacht Club aufbrachen. Wir hatten keinerlei Pläne für diesen Seetag und nach einem kleinen Frühstück mit Lachs, Serranoschinken und einem Kännchen Earl Grey für mich kam mein Gatte auf die glorreiche Idee, doch noch auf ein Paar Weiße in die Sansibar zu gehen. Ich hatte natürlich keinerlei Einwände. Während sich Gerald natürlich zu den Weißwürsten auch ein Weißbier bestellte wie es sich gehört, war ich zunächst unschlüssig. Als ich meinen Wunsch nach etwas spritzig, fruchtigem äußerte wusste unsere Bedienung noch vor mir selber, dass ich einen Bellini wollte. Ich liebe den Service auf der Europa 2!



Im Anschluss spazierten wir ein bisschen durch das Schiff und bewunderten das neu gestaltete Collins (das frühere Herrenzimmer). Die Farbgestaltung und neuen Möbel gefielen uns sehr gut. Und man durfte hier auch immer noch rauchen!


Bei einer Durchsage von der Brücke erfuhren wir, dass aufgrund des Seegangs das Wasser im Pool abgelassen worden war, was uns aber nicht tangierte, da wir eh nicht geplant hatten, schwimmen zu gehen. Wir zogen dann weiter zur Pianobar, wo es für Gerald Gin Tonic und für mich einen Aperol Prosecco gab und wir die „Pläne“ für die nächsten Stunden besprachen. Einer spontanen Eingebung folgend ging ich auch noch zur Rezeption und meldete uns für das Gin-Tasting, das am 09.10. stattfinden sollte, an. 
Um 13 Uhr gingen wir ins asiatische Spezialitätenrestaurant Elements, um dort eine „Kleinigkeit“ zu essen – für mich gab es natürlich die Spezialität des Hauses: Som Tam als Vorspeise und als Hauptgang Gebratene Nudeln mit Entenbrust. Einfach nur lecker!



Nach so viel Völlerei war dann erst einmal Pause auf der Kabine angesagt. Okay, ein Spaziergang oder eine andere, leichte körperliche Betätigung hätte mehr Sinn gemacht, aber wir waren ja schließlich im Urlaub. Später am Nachmittag gingen wir ins Belvedere, wo um 16 Uhr ein Teatime-Talk zum Thema „Der Kunstmarkt im Goldrausch – überhitzte Preise oder stabile Werte?“ stattfand. Unsere Reise war unter anderem ja auch eine „art2sea“-Kreuzfahrt und so gab es täglich die verschiedensten Veranstaltungen rund um das Thema Kunst. Auch waren zahlreiche Künstler und Experten an Bord: Thole Rotermund (Kunsthändler), Dr. Lisa Zeitz (Chefredakteurin von WELTKUNST), Uta Grosenick (Verlegerin und Kunsthistorikerin), Prof. Dr. Rafael Arnold (Romanist), Minjung Kim (Malerin), Carola Persiehl (Galeristin), Sarah Moon (Fotografin), Axel Rüger (Direktor des Van Gogh Museums in Amsterdam) und Rupprecht Matthies (Künstler). Auf das Belvedere war ich besonders gespannt. Die Café-Lounge auf Deck 9 direkt unter der Brücke war beim Werftaufenthalt im September ebenfalls umgestaltet worden und ich muss sagen, dass mir das Ergebnis sehr gefiel. Im hinteren Bereich befindet sich nun die Bibliothek, der vordere Bereich hat aber seinen offenen Charakter behalten. Hier kann man es gut aushalten und ein reichhaltiges Angebot an Kaffee- und Teespezialitäten genießen. Ab 15 Uhr gibt es die erweiterte Kuchen- und Tortenauswahl – nichts für mich, aber Hermann, der Freund meiner Mama, würde sich dort wie im Paradies fühlen. 
Wieder zurück in unserer Suite mussten wir uns in Schale werfen, da unsere Wahl für das Abendessen auf das Restaurant Weltmeere gefallen war. Eine Krawatte ist hier wie auf dem gesamten Schiff zwar nicht notwendig, aber ein bisschen schicker sollte man sich im Vergleich zu einem Besuch im Yacht Club schon anziehen (Jackett für den Herren). Aber zuvor wurde es unerwartet noch richtig spannend. Beim Rauchen auf unserer Veranda entdeckte ich plötzlich einen Hubschrauber, der sich der Europa 2 schnell näherte. Bevor ich überhaupt die Gelegenheit zu wilden Spekulationen hatte, kam auch schon eine Durchsage von der Brücke. Es handelte sich um eine Übung (Abseilen vom Helikopter). Was sollte ich nun machen? Schnell mit der Digicam zum Bug laufen und so möglicherweise den Großteil des Spektakels verpassen? Aber es gibt ja auch noch die Bugkamera und so machte ich es mir einfach vor dem Fernseher bequem. Alles gesehen, nichts verpasst und außerdem war es draußen eh kalt. Die Urlaubsfaulheit hatte mich offensichtlich bereits voll im Griff!


Das Weltmeere öffnet abends um 19 Uhr und wir waren relativ zeitig vor Ort und ließen uns zu einem Tisch für zwei Personen führen. (Kleine Randnotiz: Man kannte schon unseren Namen!!) Es gibt in diesem Restaurant eine täglich wechselnde Karte und eine Karte mit den „Klassikern“ und man kann sich sein Menü je nach Belieben aus beiden Karten zusammen stellen. Ich hatte mich natürlich bereits am Nachmittag über das Angebot informiert und schnell meine Gerichte gefunden. Nach dem obligatorischen Gruß aus der Küche (irgendetwas mit Lamm, also nicht wirklich so mein Fall) gab es bei mir „Gebratenes Törtchen von der Königskrabbe“, „Jakobsmuscheln auf cremiger Ratatouille“ und als Hauptgang die Spezialität des Hauses „Tranche vom zart gereiften piemontesischen Rinderfilet auf Ochsenschwanz, mit Tomaten-Auberginenkompott und getrüffeltem Kartoffelschaum“. Darauf hatte ich über ein Jahr gewartet! Endlich wieder ein Stück vom totgekuschelten Rindvieh. Ein Traum! Bevor ich mich allerdings darüber hermachen konnte durfte natürlich eine kleine „Erfrischung“ zwischendurch nicht fehlen - an diesem Abend war es Sorbet von der Brombeere, verflüssigt mit Wodka. Auf eine Nachspeise musste ich leider verzichten, in meinem Magen war definitiv kein Platz mehr – nicht einmal für eine klitzekleine Praline. Das sind Probleme! 
Da weder Gerald noch ich großartige Lust auf ein Abendprogramm oder gar Party hatten, zogen wir uns nach dem Essen bald wieder auf unsere Suite zurück. Leider stellte ich dort fest, dass unsere Kabinengeister wohl vergessen hatten, mir einen frischen Aschenbecher zu bringen. Aber egal, dann musste eben eine Kaffeetasse herhalten, was auf einem Schiff in dieser Preisklasse schon ein bisschen komisch ist. Da ich (von was auch immer) relativ müde war ließ ich mich auch bald in den Schlaf schaukeln, wobei der Seegang dann im Laufe der Nacht deutlich nach ließ.

Wetter: Wolkig mit sonnigen Abschnitten, Temperatur bis 14°C
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04.10.2017 Greenwich Tilbury / Großbritannien
„London International Cruise Terminal“


Als ich an diesem Morgen aufwachte ging es mir gar nicht gut und mir war zudem klar, dass dieser Zustand mindestens zwei Tage anhalten würde. Meine ganzen Pläne für London schienen den Bach runter zu gehen. Aber für einen Spaziergang in Greenwich würde es schon gehen. Dachte ich da zumindest noch... Aber es sollte leider alles anders kommen. London war seit mehr als zwei Jahrzehnten eines meiner Traumziele gewesen. Bei unseren letzten beiden Aufenthalten in England (Dover und Southampton) hatte ich bewusst auf einen Ausflug in die Metropole verzichtet, da ich keinerlei Lust auf die lange Anfahrt und ein stressiges Besichtigungsprogramm hatte. Als ich dann die aktuelle Kreuzfahrt im Katalog entdeckt hatte, war mir schnell klar gewesen, dass dies die Chance meines Lebens war. Zwei Nächte mit dem Schiff in Greenwich – perfekt! Genau deshalb war dann letztendlich auch unsere Entscheidung auf „Die Highlights Westeuropas“ gefallen. Im Vorfeld hatte ich auch konkrete Pläne für unseren Aufenthalt geschmiedet: am ersten Tag wollten wir Greenwich inklusive Greenwich Market erkunden, am zweiten Tag würde dann das große Touristenprogramm mit Bootsfahrt auf der Themse, National Gallery, HMS Belfast usw. auf dem Programm stehen und am letzten Vormittag sollte ein kleiner Frühschoppen in einem Pub in Greenwich die ganze Sache abrunden. Aber wie heißt es so schön: Life is what happens to you while you are busy making other plans. Und es war nicht nur mein Körper, der uns einen Strich durch unsere Pläne machte - denn während ich gerade verzweifelt über mögliche Alternativen nachgrübelte, meldete sich der Kapitän von der Brücke. Aufgrund der aktuellen und vorhergesagten Windverhältnisse würden wir nicht bis Greenwich fahren, sondern bereits in Tilbury anlegen. WTF?!?!?!?! 
Weder der Lachs noch das Roastbeef und auch nicht das Egg Benedict im Yacht Club konnten irgendetwas an meiner Stimmung verbessern. Alles Scheiße, alles Mist! Was half mir schon ein kostenloser Shuttlebus bis nach Greenwich, wenn ich darin eine Stunde lang (einfach) unterwegs war. Gegen 10 Uhr erreichten wir unser „Ziel“ Tilbury und Gerald und ich konnten vom Collins aus einen ersten Blick auf das Hafengebäude werfen und ein paar vermeintliche Hafenarbeiter beim Rumstehen beobachten. Diese stellten sich dann aber als Vertreter der Behörden heraus, die für die Face-to-face-Kontrolle an Bord kamen und über die wir natürlich prompt beim Verlassen der Bar stolperten. Wir entschlossen uns, bei einem Cappuccino an der Poolbar auf unseren Aufruf zur persönlichen Einreisekontrolle zu warten und bewunderten bei der Gelegenheit unsere Umgebung von Deck 9 aus. Das moderne „London International Cruise Terminal“ lag mitten in einem pulsierenden Großstadtviertel mit zahlreichen Geschäften und Pubs und die Sonne strahlte nur so vom blauen Himmel. Ich war so glücklich, dass ich spontan beschloss, nie wieder Alkohol zu trinken. Aber nun mal Sarkasmus beiseite und wieder zurück zur Realität. Das Hafenterminal machte einen ziemlich maroden Eindruck und lag am Arsch von London in einer eher ländlichen Umgebung, wo es außer ein paar Bürogebäuden und Lagerhallen nur noch massig Container zu geben schien. Und Windräder, viele Windräder!



Für die persönliche Kontrolle durch die britischen Behörden wurden die Passagiere deckweise aufgerufen. Als wir dran waren gingen wir zum Theater, wo wir nach kurzer Wartezeit unsere Reisepässe, die bei der Einschiffung einbehalten worden waren, ausgehändigt bekamen und dann jeweils einzeln zu einem Beamten gebeten wurden. Das ganze Prozedere lief ruhig und ohne Gedrängel ab (kein Vergleich zu Costa) und am Ende war ich dann gar nicht mehr so muffig (was so ein englisches Schnuckelchen alles bewirken kann). 
Die Zeit bis zum Mittagessen überbrückten wir in der Sansibar mit Weißwürsten sowie einem Weißbier für meinen Gatten und einen Bellini für mich. Wie sich herausstellte war das eine gute Idee, denn dort kamen wir mit einem sehr netten Ehepaar aus München ins Gespräch und es sollte nicht das letzte gemeinsame Weißwurstfrühstück bleiben. 
Nachdem wir uns anschließend im Yacht Club noch ein paar Kleinigkeiten vom Buffet gegönnt hatten beschlossen wir, an Land zu gehen und die Umgebung zu erkunden. Durch einen muffigen Seiteneingang wurden wir aus dem Hafenterminal, das nicht nur auf den ersten Blick etwas marode wirkte, geschleust und standen dann erst einmal etwas ratlos auf einem Parkplatz. In welche Richtung sollten wir nun gehen? Wir entschlossen uns für rechts und nach der Bushaltestelle den Damm hinauf, wo wir zwei Crewmitglieder, Peter und Jaqueline, trafen. Sie waren bereits die Straße in Richtung des Bürokomplexes spaziert und hatten dort nichts auch nur ansatzweise Interessantes gefunden. Folglich gingen wir dann weiter den Damm entlang, auch weil mich mein inneres Radar dorthin schickte. Anstatt Containern und Industriekomplexen dominierten dort Wiesen, auf denen Pferde weideten und sogar ein Viehgitter war in die Straße eingelassen. Sehr idyllisch – nur nicht das, was man sehen will, wenn man sich eigentlich auf Greenwich gefreut hatte. Am Ende der Straße befand sich ein weißes Gebäude und als wir näher kamen wären wir vor lauter lachen beinahe umgekippt. Es handelte sich nämlich um ein Pub mit dem äußerst treffenden Namen „The World's End“! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!




Neben dem Pub befand sich noch eine weitere Sehenswürdigkeit von Tilbury – die World's End Pumping Station. Wir hatten nun definitiv genug gesehen und machten uns auf den Rückweg. Nachdem es auf der anderen Seite des Hafenterminals nur Unmengen von Containern zu geben schien beendeten wir unseren Landgang und kehrten zurück an Bord, wo wir es uns an der Pianobar gemütlich machten. Gerald hatte seinen experimentierfreudigen Tag und testete einen Drink namens Apotheke und ich vermute, dass es bei diesem ersten Versuch auch bleiben wird. Sein Gesichtsausdruck sagte alles.



Zum Abendessen gingen wir wieder in den Yacht Club, wo wir mit einem Tequila Sunrise begrüßt wurden. Leider gab es keinen fangfrischen dreíäugigen Birschterer aus der Themse, aber die Calamari vom Grill und das Rinderfilet waren auch nicht schlecht. 
Im Anschluss stand noch ein Besuch im Collins auf unserem Programm. Wir wurden freundlich vom Barkeeper Lyudmil begrüßt, der sich sogar noch an uns erinnern konnte. Ganz stolz erzählte er von seiner neuen, sündhaft teueren Eiswürfelmaschine (Hoshizaki IM-65NE-Q?), die ganz spezielle, runde Eisbälle macht, die nur sehr langsam schmelzen. Nach ein paar Gin Tonics war auch dieser (weniger schöne) Tag zu Ende und ich fiel müde in mein Bett mit den vielen Kissen.

Wetter: bedeckt mit Temperaturen bis zu 16°C
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05.10.2017 Greenwich Tilbury / Großbritannien
„Partynacht am Ende der Welt“

Nach einer Nacht mit viel zu wenig Schlaf quälte ich mich an diesem Morgen aus dem Bett. Die Hoffnung, es doch wenigstens irgendwie bis nach Greenwich zu schaffen, war verflogen. Ich würde nirgendwo hin gehen. Verdammte Scheiße! Meine Laune war nun wirklich am absoluten Tiefpunkt angekommen und ich konnte mich gerade noch dazu aufraffen, mich zumindest zum Frühstücken in den Yacht Club zu schleppen. Wir hatten uns so sehr auf London gefreut, mein großer Traum – zum Greifen nahe und doch so weit weg. Und anstatt Big Ben, Buckingham Palace und die Towerbridge hatten wir nun Container und Windräder. Einen Lichtblick (oder soll ich besser Highlight sagen?) gab es aber doch: Am Abend sollte eine „Poolparty mit Star Acts“ stattfinden. Ich hatte zwar am Tag zuvor registriert, dass der Kapitän eine Überraschung angekündigt hatte, aber mit diesen Stars hätte ich wirklich nicht gerechnet und so richtig glauben konnte ich es auch noch nicht, selbst wenn es schwarz auf weiß im Bordprogramm stand.
Nach dem Frühstück setzten wir uns auf einen Cappuccino an die Poolbar, wo wir von der Guest Relations Managerin Margit Weiland angesprochen wurden - mir stand wohl meine unterirdische Laune ins Gesicht geschrieben. Nach dem folgenden wirklich netten Gespräch fühlte ich mich irgendwie nicht mehr ganz so deprimiert und beschloss, einfach das Beste aus der beschissenen Situation zu machen.
Es waren zahlreiche Tagesbesucher an Bord und die hatten alle Karten an einem E2-Schlüsselband umhängen. Diese Bänder waren mir schon am Vortag bei zwei Kindern aufgefallen. Vielleicht konnte ich ja auch welche für uns organisieren und so ging ich zur Rezeption und da wurde mir natürlich geholfen. Zumindest diesen Punkt konnte ich von meiner Liste nun streichen. Auch das Wetter schien es gut mit mir zu meinen und nach dem verregneten Vormittag vertrieb gegen Mittag die Sonne die dunklen Wolken.
Die Aussicht auf Ripperl lockte Gerald in den Yacht Club und er wurde auch wie erwartet nicht enttäuscht. Während mein Gatte seine Knochen bis auf das letzte Fitzelchen abnagte ließ ich mir die besten Tagliatelle all'amatriciana meines Lebens munden. Dazu gab es noch Lachstatar sowie Eiersalat mit Bündnerfleisch und Kren vom kalten Buffet. Und zum Abschluss gönnte ich mir als Stimmungsheber noch zwei Kugeln Eis – „Amarena“ und „Griechischer Mohn Joghurt“, garniert mit Kokosflocken und verfeinert mit einem Schuss Baileys. Langsam aber sicher schien es mit mir wieder bergauf zu gehen.
Während es sich Gerald später im Belvedere gemütlich machte, um ein bisschen zu lesen, vertrat ich mir die Beine, genoss bei fast 20°C die Sonne und machte dabei ein paar Fotos. Bei schönem Wetter sah Tilbury gar nicht mehr so trostlos und abstoßend aus wie am Vortag. Es war aber halt nicht Greenwich! Beim Pool fanden bereits die Vorbereitungen für die große Party inklusive Soundcheck statt, was ich neugierig beobachtete. Dort traf ich auch meinen Freund Tobias (den Kerl von der Einschiffung, Champagner und so...), der sich schon darauf freute, mich am Abend wieder zu sehen. Das konnte ja heiter werden! Pünktlich zu Beginn der Pianomusik um 16 Uhr gesellte ich mich zu Gerald ins Belvedere und gönnte mir dort eine Kanne Oolong und ein Roastbeef-Häppchen. Auch wenn ich mich immer noch verdammt unfit fühlte und die Enttäuschung über den verpassten Londonbesuch groß war, ließ der innere Druck langsam nach. Das fast sommerliche Wetter, der Blick auf die Themse und dazu die beruhigenden Klänge von Ozeanpianist Dietmar Schlabertz – wer konnte dabei schon dauerhaft Trübsal blasen?





Die verbleibende Zeit bis zum Abendessen nutzten wir, um bei offener Balkontüre ein bisschen auf unserer Suite zu relaxen. War ja schließlich ein verdammt anstrengender Tag in London gewesen oder so... Wir kamen auch in den Genuss eines traumhaften Sonnenuntergangs, bei dem selbst die verhassten Windräder gut aussahen.



Pünktlich zur Öffnung um 18.30 Uhr fanden wir uns im Yacht Club ein und gönnten uns zum Abendessen hauptsächlich Meeresfrüchte (Austern bis zum Abwinken für Gerald).


Danach suchten uns ein gemütliches Plätzchen beim Pool und warteten auf das angekündigte Spektakel. Da sich Hapag-Lloyd an diesem Abend mal wieder sehr spendabel zeigte und natürlich auch mein Freund Tobias vor Ort war, dauerte es auch nicht lange bis ich das erste Glas Champagner in der Hand hatte. So muss das sein!
Um 22 Uhr war es dann so weit und die „Poolparty mit Star Acts“ konnte beginnen. Die Überraschung war wirklich gelungen, ich hätte ja mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass tatsächlich die bekannte Boyband Blue während unserer Kreuzfahrt einen Auftritt auf der Europa 2 hatte. Über eine Stunde lang präsentierten Blue die bekanntesten Hits ihrer Bandgeschichte und auch wenn ich nie der große Fan gewesen war so muss ich doch gestehen, dass die Kerle ziemlich gut waren. Natürlich gab es keinerlei Absperrungen und so konnte man direkt an die Bühne ran – verdammt exklusive Sache! Ich genoss den Auftritt in vollen Zügen und vergaß sogar die Enttäuschung über die ins Wasser gefallenen London-Pläne. Der Service am Pool war wie erwartet auch wieder exzellent und wir saßen nie länger als ein paar Minuten ohne Getränk da, meist wurde der neue Drink sogar schon gebracht bevor das alte Glas leer war. Ich wurde sogar mit Champagner versorgt als ich ein Deck höher zum Fotografieren ging – und ich wies ausdrücklich darauf hin, dass ich unten noch ein fast volles Glas hatte. Irgendwie hatte ich die Vermutung, dass die Jungs und Mädels ihren Spaß daran hatten, mir den nächsten Champagner-Dampf anzuhängen. Mission accomplished sage ich da nur! Im Anschluss an den Auftritt von Blue begeisterte die beliebte Londoner Showband JG Collective v.a. meinen Gatten mit aktuellen Hits und Klassikern. Die Jungs waren aber auch wirklich verdammt gut und ziemlich nett, was ich beim Rumblödeln mit ihnen vor ihrer Show feststellen musste. Und so war Frau Lehner am Ende doch noch glücklich und mit der Welt zufrieden (was wohl auch am Champagner lag).




Was für eine Party! Was für eine Nacht! Niemals hätte ich damit gerechnet, dass sich dieser Tag nach seinem miserablen Beginn noch so grandios entwickeln würde. Während sich Gerald dann auch bald in unsere Suite zurück zog, ging ich noch auf einen Absacker in die Sansibar, wo DJ Scäri-Age mich noch mit internationalen Hits erfreute.

Wetter: erst regnerisch, später sonnig bei Temperaturen bis 20°C
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06.10.2017 Greenwich Tilbury / Großbritannien
„Eine Reise quer durch Japan“


Unser letzter Tag in Tilbury begrüßte uns mit einem wunderschönen Sonnenaufgang, was mich aber nur kurz aus dem Bett locken konnte. Zu viel Party und Champagner forderten einfach ihren Tribut, ich bin ja schließlich auch nicht mehr die Jüngste. Als am Vormittag dann die Sonne vom nahezu wolkenlosen Himmel strahlte beschloss ich, einen kleinen Spaziergang zu machen. Gegen 10 Uhr ging ich von Bord und stellte fest, dass der offizielle Ein-/Ausgang des Hafenterminals gar nicht soooo marode und muffig war. Gemütlich schlenderte ich den Damm entlang Richtung World's End und genoss das schöne Wetter. Also eigentlich war es hier sogar richtig schön.





Nach meinem kurzen Ausflug überredete ich Gerald auch endlich sein gemütliches Bett zu verlassen und mich in die Sansibar auf ein Weißwurstfrühstück zu begleiten. Aus dem Frühstück wurde dann irgendwie ein Frühschoppen und wir hatten mal wieder viel Spaß mit anderen Passagieren und der Crew. Beinahe hätten wir die Zeit vergessen und schafften es gerade noch, im Yacht Club eine „Kleinigkeit“ ergattern. Für mich gab es: Wildschwein mit Spätzle, ein paar kleine Schälchen vom kalten Buffet (u.a. Forellentatar) sowie Calamari vom Grill mit Salat. Zum krönenden Abschluss (und weil es eh schon egal war) gönnte ich mir noch zwei Kugeln Eis – „Griechischer Mohn Joghurt“ und „Schwarze Vanille mit Milchreis“ – mit einem ordentlichen Schuss Kahlua. Danach gingen wir ins Belvedere, um von dort aus die Fahrt über die Themse zu verfolgen. Leider hatten nicht nur wir diese Idee und so bekamen wir leider nur einen Platz im hinteren Bereich. War aber letztendlich auch nicht so schlimm, da Gerald lieber lesen und ich sowieso mit meiner Digicam draußen rumschleichen wollte. Um 15.30 Uhr hieß es bye bye Tilbury und so richtig traurig war ich nicht. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite und ich genoss die langsame Fahrt flussabwärts, die vom landeskundlichen Experten Knut Edler von Hofmann live von der Brücke aus kommentiert wurde (wurde nur auf den Außendecks übertragen).


Nach einer Kanne Summer Darjeeling im Belvedere zogen wir uns auf unsere Suite zurück, wo ich vom Balkon aus den Rest der Fahrt verfolgte bis wir schließlich gegen 17.30 Uhr die Themsemündung erreichten (Maunsell Sea Forts – künstliche Plattformen aus dem Zweiten Weltkrieg!).





Den Abend starteten wir im Collins, wo ich auf Empfehlung unseres Gin-Experte Lyudmil einen Pink 47 London Dry Gin mit Fentimans Tonic Water testete. Eigentlich wäre ja ein Adler Berlin Dry Gin auf meiner Liste gestanden, aber als ich erfuhr, dass dieser beim Tasting vorgestellt werden sollte, ließ ich mir lieber einen anderen vorschlagen. Das Zeug war dann auch guter, allerdings auch ziemlich starker Stoff.
Für diesen Abend hatten wir einen Tisch im japanischen Spezialitätenrestaurant Sakura auf Deck 9 gebucht. Dort wurden wir dann auch sehr freundlich empfangen und zu einem Tisch am Fenster geführt. Meine Digicam musste ausnahmsweise in der Kabine bleiben, da ich mich ausschließlich auf das Essen konzentrieren wollte. Ich hatte zwar die Speisekarte im Vorfeld ausgiebig studiert und war auch auf unserer letzten Kreuzfahrt bereits hier gewesen, aber irgendwie hatte ich keinen richtigen Plan, was man mir wohl auch ansehen konnte. Unsere Kellnerin machte uns dann auch den Vorschlag, eine „Reise durch das Sakura“ zu machen, bei der man uns sozusagen ein „best of“ servieren würde. Klang vielversprechend und da ich jetzt nicht unbedingt der große Kenner der japanischen Küche bin, nahmen wir die Empfehlung gerne an. Doch bevor wir uns auf unseren kulinarischen Ausflug ins Land der aufgehenden Sonne machten gab es erst einmal Kaviar mit allem was dazu gehört. Denn wie Oscar Wilde schon sagte: „Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.“
Ich kann beim besten Willen nicht mehr sagen, was uns da alles an fernöstlichen Köstlichkeiten vorgesetzt wurde, aber es war auf alle Fälle genug Lachs für mich und Thunfisch für Gerald dabei und geschmacklich war es einfach nur lecker. Ja, ich mag Sushi! Das einzige, womit ich mich beim besten Willen nicht anfreunden konnte, war der japanische Reiswein Sake. Aber der Rest war hervorragend, nur leider ein kleines bisschen zu viel. Mir war nicht klar, dass man sich tatsächlich auch mit Sushi und Co. hemmungslos überfressen kann. Aber so geht es wohl den meisten Passagieren auf ihrer Reise durch das Sakura wie wir aus gut informierter Quelle erfuhren.
Nach dem Dinner rollten wir in die Sansibar, wo wir uns noch den ein oder anderen Gin Tonic gönnten. Auf den Auftritt des preisgekrönten Show- und Tanz-Ensembles Ispasión verzichteten wir wie bereits schon auf unserer ersten Fahrt mit der Europa 2, bei der die Tänzer ebenfalls dabei waren. Ist halt einfach nicht so unser Ding. Dafür hatten wir in der Sansibar unseren Spaß bei angenehmer Chill-out-Musik. Dort erfuhren wir von Kellner Maximilian (aus Niederbayern), dass die Küche im Sakura (wie bereits vermutet) nicht wirklich original japanisch, sondern an den europäischen Gaumen angepasst war. Als das Völlegefühl in meinem Magen dann doch langsam nachließ tauchte Josephine auf, von der wir erst einmal einen Anschiss bekamen, weil wir nicht bei ihr im Yacht Club gewesen waren. Als Wiedergutmachung mussten wir ihr dann ein Schälchen Currywurst abnehmen. Die Crew dieses Schiffs machte mich langsam aber sicher fertig! Gut gelaunt und mit dickem Bauch gingen wir dann auch bald in unsere Suite zurück. Am nächsten Tag stand Guernsey auf dem Programm, woran ich aber keinen Gedanken verschwenden wollte – schließlich standen da die Chancen auf einen Landgang von Haus aus bei 50:50.

Wetter: sonnig bei bis zu 19°C
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